Über eine Anschaffung, die der Feuerwehr den Einsatz erleichtern und unter Umständen Leben retten kann, diskutierte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Am Ende beschloss das Gremium den Kauf der Wärmebildkamera einstimmig. Der Anteil der Kommune beläuft sich auf 7479,34 Euro. Das Gerät soll noch heuer besorgt, die Finanzierung dann im Haushaltsjahr 2016 abgewickelt werden.


Viele Aktive im Zuschauerraum

Viele Feuerwehrleute hatten sich im Sitzungssaal eingefunden. Aufmerksam lauschten sie den Ausführungen des Zweiten Kommandanten Jonas Ludewig, der den Gemeinderäten schilderte, warum solch eine Kamera wichtig für die Rentweinsdorfer Wehr sei. "Eine Wärmebildkamera bietet enorme Hilfe und Erleichterung für den Angriffstrupp, der mit Atemschutz und Strahlrohr ausgerüstet in ein brennendes Haus vordringt", sagte Ludewig.

Bei starkem Rauch könne man so gut wie nichts erkennen, "nicht einmal Treppenstufen", so der Aktive. Eine Wärmebildkamera mache Treppenstufen, Umrisse im Raum und vor allem auch Personen sichtbar, die sich noch in Gefahr befänden.

Die ersten zehn Minuten seien entscheidend, um eine Person lebend aus einem brennenden Haus zu bergen. Durch die Wärmebildkamera könne sich der Angriffstrupp schneller und besser orientieren und Zimmer gezielt nach gefährdeten Personen absuchen. "Wenn man die Kamera von der Tür aus in ein Zimmer richtet, kann man sehen, ob sich darin noch eine Person befindet. Wenn dies nicht der Fall ist, kann man gleich zum nächsten Raum übergehen. So spart man Zeit, in jeden Raum hineinzugehen und akribisch zu suchen", erklärte Ludewig.
Auch Kreisbrandrat Ralf Dressel hatte sich bereits für die Anschaffung ausgesprochen. Bei vielen Wehren gehöre die Wärmebildkamera zur Grundausstattung dazu.


Verein gibt 1000 Euro dazu

Da sich die Rentweinsdorfer Floriansjünger schon länger mit dem Thema befassen, konnte bereits ein Modell der Firma Ludwig vorgestellt werden, das sich in Ebern und Pfarrweisach Feuerwehr bewährt hat. Die Regierung von Unterfranken bezuschusst den Kauf mit 2750 Euro. Dieses Förderprogramm endet jedoch zum Jahresende. Daher erachtete es Jonas Ludewig für sinnvoll, das Gerät noch in diesem Jahr anzuschaffen.
Nach Abzug des Zuschusses und der 1000 Euro, die der Feuerwehrverein beisteuert, beläuft sich die Restsumme für die Marktgemeinde auf 7479,34 Euro.

Ein weiteres Thema der Gemeinderatssitzung war die Vorlage der Jahresrechnung 2014 mit Rechenschaftsbericht. Daraus geht hervor, dass der Verwaltungshaushalt gegenüber der Planung deutlich besser abschnitt. Die Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt betrug demnach 280 597,19 Euro, das sind 102 583,19 Euro mehr als veranschlagt. Dieses erfreuliche Ergebnis resultierte vor allem durch Mehreinnahmen bei der Beteiligung an der Einkommenssteuer sowie durch Einsparungen bei Personalkosten und beim Verwaltungs- und Betriebsaufwand, so die Erklärung.

Auch der Schuldenstand konnte reduziert werden. Er betrug Ende 2014 noch rund 1,2 Millionen Euro. Der Marktgemeinderat nahm den Bericht zur Jahresrechnung zur Kenntnis.
Des Weiteren wurde der Bericht zum Haushaltsvollzug mit Stand vom 30. September vorgelegt. Die Abwicklung verlaufe demnach bisher insgesamt zufriedenstellend. Bei der Gewerbesteuer ergibt sich ein erfreuliches Zwischenergebnis, es muss aber abgewartet werden, ob es nicht im letzten Quartal noch zu Rückerstattungen kommt.

Auch ein Bauantrag über die Errichtung eines Kälberunter standes in Sendelbach stand auf der Tagesordnung. Da sich wohl Bürger über den Geruch des Viehs beschwert hatten, kam es zur Diskussion im Gemeinderat. Es wurde jedoch klargestellt, dass sich die Iglus der Kälber an der genehmigten Stelle befinden und darüber nur ein Dach angebracht werden soll, damit es im Herbst und Winter nicht so matschig ist.


Dach über dem Kälberkopf

Der Antragssteller versicherte, dass der Bau dieses Daches keine Aufstockung des Betriebs darstellt. Die schon vorhandenen Kälber sollen quasi nur ein Dach über dem Kopf bekommen, das von vorne gar nicht sichtbar sei. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, beschloss der Gemeinderat, sich vor einer Entscheidung zu einer Ortseinsicht zu treffen.


Weitere Themen, die besprochen wurden:

Jahresabschluss Auf Antrag von Volker Zürl diskutierte der Gemeinderat über eine Jahresabschlusssitzung. Dabei, so Zürl, könnten erfolgreiche Sportler, Schüler, Azubis oder ehrenamtlich Tätige ausgezeichnet werden. Da in der Adventszeit viel los sei, einigte sich das Gremium, die Ehrungen Anfang 2016 in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung durchzuführen.

Bürgerversammlung Wegen der vielen Veranstaltungen vor Weihnachten wird die Bürgerversammlung in Rentweinsdorf erst Anfang 2016 stattfinden.

Abwasser Sendelbeck informierte darüber, dass in Kürze geprüft werden soll, wo ein Abwassermessgerät angebracht werden kann, um den Bau eines neuen Schachts zu umgehen und Kosten zu sparen.

Rückert-Jahr Weiter wies der Bürgermeister darauf hin, dass auch Rentweinsdorf etwas zum Rückert-Jahr 2016 beitragen sollte. Eine Idee war, ein Konzert des Bezirksposaunenchors im Marktsaal auszurichten.

Winterdienst Eine Firma wird demnächst eine Kehrmaschine und ein kleines Räumschild vorstellen. Die Anschaffung eines Salzstreuers für den Traktor ist geplant.

Breitband Der DSL-Anschluss von Goggelgereuth, Salmsdorf und Mauschendorf wird noch heuer erfolgen.