Es gibt in der Region nur noch wenige reine Männerchöre. Einer davon ist der Männergesangverein Concordia Altershausen/Sechsthal, der 1865 gegründet, in diesem Jahr am 27. und 28. Juni sein 150-jähriges Bestehen feiern kann.

Sechs Generationen haben mit beachtenswertem Idealismus die Vereinsgeschichte gestaltet. Immer wieder fanden sich Männer, die herzhaft anpackten, das Vereinsleben gestalteten, den Chor zusammenhielten und ihn bildeten, um für die Bevölkerung kulturelle und gesellige Veranstaltungen durchzuführen. Laut dem ersten Protokolleintrag wurde der Verein am 28. Januar 1865 gegründet. Die Gründungsversammlung fand im Gasthaus des Johann Zieg in Altershausen statt. Zu der ersten Zusammenkunft fanden sich 32 Altershausner und Sechsthaler ein, sie gründeten die Gesellschaft Concordia.

Die treibenden Kräfte des jungen Vereins waren Vorsitzender Schneidermeister Georg Brandt, Zweiter Vorsitzender war Pfarrer Ruder und der Sekretär (Kassier) Andreas Schamberger. Zum Chorleiter, damals "Gesangsdirektor", wählte man den in Sechsthal amtierenden Lehrer Simon.

Die Statuten, die sich damals der Verein gab, mussten vom damaligen Herzoglichen Justizamt Königsberg genehmigt werden. Im Protokoll ist vermerkt, dass diese bereits im Monat März 1865 genehmigt wurden.
Der erste öffentliche Gesangsabend des Chore, damals "Produktion" genannt, fand schon am 17. April im Rathaus zu Altershausen statt. Man sieht, dass es dem Verein mit seiner Arbeit ernst war.

Es war auch damals schon ein Anliegen der Sänger nicht nur in der Heimatgemeinde an die Öffentlichkeit zu treten, sondern in den Nachbargemeinden gesanglich mitzuwirken. So wanderten die Sänger im August des Gründungsjahres nach Niederhellingen und bewiesen dort ihr Können.

Die Statuten beinhalteten sehr strenge Regeln und man handelte auch danach. Einige Mitglieder wurden ausgestoßen (wegen vereinsschädigenden Verhaltens), aber neue Mitglieder kamen immer wieder hinzu, sodass der Verein stets seine Mitgliederstärke halten konnte. Man muss sich vorstellen, dass die Bevölkerung damals nicht im Überfluss gelebt hat. Armut und Not waren weitverbreitet, die Pflichtbeiträge von zwölf Kreuzer waren für die Mitglieder ein echtes Opfer und dennoch wurden sie von jedem aufgebracht.

Die alljährlich gehaltenen Stiftungsfeste im Januar ließ man sich etwas kosten. Sie waren der kulturelle Höhepunkt im Leben der Gemeinden Altershausen und Sechsthal. 1905, zum 40. Stiftungsfest, spielte die Militärkapelle des 2. Infantrieregimentes Bamberg. Einen ersten Rückschlag brachte der Ausbruch des Weltkrieges 1914. Die Männer wurden Soldaten, alle Geselligkeit erlosch, erst 1920 fanden sich der Verein und Chor zu neuem Leben unter dem damaligen in Altershausen tätigen Lehrer Jäger wieder zusammen.

Ein Höhepunkt des Vereins war die Weihe der ersten Vereinsfahne am 15. Juli 1928. Altershausen hat wohl selten so viele Gäste willkommen heißen können. Über 20 Vereine, alle mit ihren Fahnen marschierten im Festzug durch das Dörfchen. In den 20er und 30er-Jahren entfaltete der Verein ein reges Leben. Den aktiven Sängern wurde nach den Protokollaufzeichnungen sehr viel abverlangt.

Kaum waren die Wunden des Ersten Weltkrieges vernarbt, brach 1939 der Zweite Weltkrieg aus. Wieder erlosch das Vereinsleben, sechs Sänger kehrten nicht zurück, viele gerieten in Kriegsgefangenschaft und kehrten erst spät nach Kriegsende heim.

Der Neubeginn bahnte sich 1949 an, der seit 1934 amtierende Vorsitzende Fritz Schirber organisierte ihn. Eine große Zahl junger Männer trat 1950 dem Verein als aktive Sänger bei. Lehrer Max Müller übernahm Weise die Chorleitung. Die folgenden Jahre waren eine Blütezeit für den Verein mit Theaterabenden, Vereinsausflügen und Stiftungsbällen.

Seit dem 125. Jubiläum 1990 hat sich viel getan. Viele treue Sänger haben aus gesundheitlichen oder anderweitigen Gründen den Verein verlassen, was den Verein gerade um die Jahrtausendwende vor eine große Herausforderung stellte. Durch einen Appell an die Dorfjugend konnten sehr viele neue junge Sänger gewonnen werden, was den Chor zu einem der jüngsten Männerchöre Deutschlands machte.

Der Verein zählt zurzeit 47 Mitglieder, davon sind 23 aktive Sänger im Chor. Dieser Chor wird seit 1997 mit viel Hingabe und Idealismus exzellent von Hans Schreiber geleitet.

Jubiläumsprogramm
Feiern Gefeiert wird das Jubiläum in der Haßberghalle an zwei Tagen. Am Samstag, 27. Juni, findet dort um um 19 Uhr der Festkommers statt mit dem MGV 1884 Altershausen-Abtsgreuth, der Chorgemeinschaft aus den Männerchören Harmonia 1903 Stadtlauringen und Ballinghausen, dem MGV Sängerlust Stöckach und dem MGV 1864 Sängerkranz Zeil.

Gottedienst Der Sonntag, 28. Juni, wird mit einem Gottesdienst und einem Sängertreffen an der Haßberghalle gestaltet. Der Festgottesdienst beginnt um 10.30 Uhr mit dem Posaunenchor Altershausen/Sechsthal und dem Kirchenchor Hellingen.

Gastchöre Um 13.30 Uhr beginnen die Liedvorträge der Gastchöre in der Haßberghalle. Es haben sich dazu neun Chöre angemeldet: GV 1862 Rügheim,
Chorgemeinschaft Wülflingen, Chorgemeinschaft Sängerlust Limbach/GV Liederkranz Zell a. E., GV 1864 Unfinden, GV "La Musica", GV 19892 Sängerlust Aidhausen, GV 1890 Sängerlust Prappach, GV 1862 Stettfeld ( Chor "In Takt" ) und GV 1951 Junkersdorf