Jetzt finden den Tegut auf einmal alle gut

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Die Öffnungszeiten werden Mitte Oktober von einer dauerhaften Schließung abgelöst. Foto: Ralf Kestel
Die Öffnungszeiten werden Mitte Oktober von einer dauerhaften Schließung abgelöst. Foto: Ralf Kestel
Arnold Deininger
Arnold Deininger
 
Maria Müller
Maria Müller
 
Anneliese Friedrich
Anneliese Friedrich
 

Es war n das Stadtgespräch in Ebern am Dienstag: Nachdem unser Portale exklusiv über die schon bald bevorstehende Schließung des Tegut-Marktes berichtet hatte, zerbrachen sich sogar Männer auf dem Parkplatzes des Marktes den Kopf darüber, was die Gründe für das plötzliche Ende sein könnten.

"Unsere Kunden reagierten größtenteils schockiert", hat eine Verkäuferin beobachtet. "Besonders die Stammkunden", aber davon habe es leider zu wenige gegeben. "Gemischte Gefühle" umtreiben die Beschäftigten, so unsere Gesprächspartnerin. "Uns wurde vergangene Woche die Entscheidung der Geschäftsleitung mitgeteilt. Laut Betriebsvereinbarung werden wir aber alle übernommen und in anderen Filialen eingesetzt." Solche gibt es in Coburg, Hallstadt, in Bamberg und im Schweinfurter Raum. Betroffen sind 17 Mitarbeiter und Auszubildende. "Es wird keine Kündigungen geben, sondern eine Weiterbeschäftigung in umliegenden Märkten", bestätigte auch Firmensprecherin Andrea Rehnert aus der Firmenzentrale in Fulda. 1#googleAds#100x100

Zu wenig Umsatz


"Die Schließung tut uns leid, doch das Umsatzvolumen des Marktes reicht mittlerweile nicht mehr aus, ihn wirtschaftlich führen zu können. Die Wettbewerbsentwicklung in den letzten fünf, sechs Jahren in Ebern entspricht nicht dem Bedarf, inzwischen gibt es eine deutliche Überkapazität. Unser Mietvertrag läuft bis 2015, von daher suchen wir, nach der kompletten Räumung des Marktes, ab Dezember 2012 einen Nachmieter", schaut die Unternehmenssprecherin zurück und voraus.

Über die künftige Nutzung der Immobilie, die einem Privatmann gehört, der außerhalb von Ebern ansässig ist, gibt es noch keine Angaben. Lage und Parkplatzsituation sind sicherlich interessant. So war Aldi noch zu Zeiten der Grenzöffnung der Mieter vor Tegut, ehe die Firma Gutberlet im Mai 1999 nach einer Zeit des Leerstandes eröffnete. "Jetzt sind wir wenigstens wieder einmal Gesprächsthema", zieht die Verkäuferin verbittert ihr persönliches Fazit zur aktuellen Entwicklung, die einhergeht mit Bedauern und Mitleid.

Ein Grund für den Umsatzrückgang liegt sicher in der Eröffnung eines Edeka-Marktes zu Beginn des Jahres in unmittelbarer Nachbarschaft, der viel Laufkundschaft abgezogen hat. Schüler ebenso wie die Tagschichtler von FTE, die ihre Mittagspause häufig zum Schlemmen und/oder Einkauf nutzten und sich nunmehr auch anders orientieren.

Einige Stimmen, die wir vor dem Markt gesammelt haben:

Anneliese Friedrich:
"Ich finde das sehr schade. Wir haben neu in Gleußen gebaut und fahren immer extra hierher zum Einkaufen. Tegut hat Qualität, die andere nicht haben."

Gudrun Ullmann: "Das ist nicht so gut. Wieder gibt es einen Markt weniger in der Stadt. An Tegut schätze ich besonders das frische Obst und Gemüse."

Arnold Deininger: "Sehr schade! Da ist wieder eine stadtnahe Einkaufsmöglichkeit weg. Ich komme fast täglich, da ich hier Einkaufen und die Geschäfte bei der Post direkt verbinden kann. Ich mag die Vielfalt und Frische der Waren und die Freundlichkeit der Mitarbeiter. Außerdem ist der Tegut sehr gut anzufahren, man kann schön parken und Sachen in der Stadt erledigen."

Paul Dannard
: "Ich komme zwar nicht oft zum Tegut, aber gut ist es natürlich nicht, dass er schließt. Es ist immer besser wenn es ein Geschäft mehr gibt, allerdings merkt man hier halt die Konkurrenz. "

Maria Müller: "Das ist total bescheuert! Tegut ist ein Markt, der Sachen hat, die man nicht überall bekommt. Außerdem sind die Mitarbeiter hier alle sehr freundlich."

Andreas Haubner: "Das wird sich schlecht auf die Versorgung der älteren Leute auswirken, weil der Tegut so zentral liegt und die andren Märkte alle draußen im Industriegebiet. Ich kaufe hier immer für meine Mutter ein, weil sie das Bio-Obst-Angebot so schätzt."

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