Der Landkreis plant bereits. Was die Anlieger in Alarmbereitschaft versetzt, denn das geht an den Geldbeutel. In der Bürgerversammlung am Mittwoch machte sich die angestaute Anspannung Luft. Rosi Dressel protestierte - im Sinne etlicher Anwesender: "Ich brauch' keine luxussanierte Straße!"


Abrechnung erfolgt nach Grundstücksgröße

Wie oft auf dem Land haben die Anlieger nämlich große Grundstücke, und da die Beiträge nach den Grundstücksgrößen bemessen werden, fürchtet man, dass "die Leute in den Ruin getrieben" würden. Dressel berichtete, dass ihr 14 bis 17 Euro pro Quadratmeter mitgeteilt worden seien, "wer soll das bezahlen?"

Auch Werner Brandenburger untermauerte an anderer Stelle: "Die Gemeinde muss doch sagen, wie und wo wird geplant."

Bürgermeister Hermann Niediek hatte da erst einmal keinen leichten Stand, erklärte aber klipp und klar: "Wenn ihr das nicht wollt, wird nichts gemacht." Er gab zu bedenken, dass für Hohnhausen Zuschussmöglichkeiten bestünden, die andere nicht haben. Grundsätzlich machte er klar, dass der Landkreis einen Teil der Durchfahrtsstraße finanziert. Kanal- und Wasserleitungen sind teilweise erneuert.

Für die Randbereiche - und das ist laut Niediek das extreme Glück für Hohnhausen, sitzt das Amt für ländliche Entwicklung als Zuschussgeber mit im Boot; das hätten die Üschersdorfer nicht gehabt. Ferner zahle die Gemeinde 45 Prozent. Und abzüglich alles dessen dann erst die Anlieger den Rest.


Einspurig mit Ampel?

Dass bereits gedanklich viele Modelle für die Gestaltung der an manchen Stellen sehr schmalen Kreisstraße durchgespielt wurden bis hin zum einspurigen Ausbau mit Ampel rief in der Versammlung ein lautstarkes Echo hervor. Man wollte Genaueres wissen. Ortssprecher Ralf Gleichmann schaltete sich ein und unterstrich, dass noch nichts zu den Kosten gesagt werden könne: Man müsse "erst mal planen und durchrechnen und dann über die Kosten reden".

Hermann Niediek rief den Hauptgrund für diese Teilbürgerversammlung ins Gedächtnis: Gründung einer Interessengemeinschaft für die weitere Dorfentwicklung; ein wichtiger Baustein, um mittels dieser Bürgerbeteiligung überhaupt an die Zuschüsse das Landwirtschaftsamts gelangen zu können.


Fünf Ziele für Hohnhausen

Diese Interessengemeinschaft müsse entscheiden, was an den im Gemeindeentwicklungskonzept festgelegten markanten Punkten in den nächsten Jahren tatsächlich gemacht werden solle. Niediek zählte fünf Punkte auf: Neugestaltung der Ortsdurchfahrt (Gehbereiche/Randflächen), Gestaltung des Kastanienplatzes, des Feuerwehrplatzes, des Schwimmbeckens (Feuerlöschteich) mit Umfeld sowie des Feuerwehrhauses selbst.

In der Versammlung sammelte Ortssprecher Gleichmann dann die Namen von über 15 Bürgern ein, die künftig in der Interessengemeinschaft mitwirken und die Weichen stellen. Niediek unterstrich abschließend: "Wir wollen euch nichts überstülpen. Ihr müsst euch auch Gedanken machen, wo die Reise hingehen soll."

Der weitere Fahrplan: Das Landwirtschaftsamt wird die Zuschussgelder für die Orte im Gemeindeentwicklungskonzept (Burgpreppach, Ibind, Hohnhausen) im Juli/August je Ort budgetieren, im September ist eine Aufklärungsversammlung mit Vertretern des Landwirtschaftsamts und eventuell des Kreises geplant. Im Spätherbst erfolgt die Anordnung für das Zuschussverfahren des Landwirtschaftsamts.