Den Ausruf "Holz" gab es sowohl bei Bürgermeister Walter Ziegler als auch seinem Kontrahenten, Pfarrer Matthias Rusin, zwar nicht zu hören, denn alle Neun auf einmal traf keiner von ihnen. Doch dafür gab es zwei mit "Hossa" gefeierte "Achter", fünf "Siebener" und jede Menge "Sechser". Beim erstmals ausgetragenen Bürgerkegeln in Ebelsbach hatten der Politiker und sein geistlicher Gegner bei der offiziellen Eröffnung deshalb trotzdem viel Spaß bei immerhin 103 (Ziegler) und 84 Holz nach jeweils 25 Schub in die Vollen.

Drei Tage lang rollten auf den zwei Bahnen des SV Rapid im Ebelsbach-Zentrum am Wochenende insgesamt 1250 Kugeln. 50 Kinder, Jugendliche sowie Erwachsene und auch ältere Mitbürger beteiligten sich am Aufruf der Kegelabteilung für das neue Event, dass die frühere Dorfmeisterschaft ablösen soll.

"Zu geringe Resonanz"

"Es hat einfach nicht mehr funktioniert, die Resonanz war zu gering", begründete Roland Benkert, der zusammen mit seinem Teamkollegen Dieter Göppner sowie Günter Steppert hauptverantwortlich für das neue Bürgerkegeln war und den Anfängern mit Rat und Tat zur Seite stand.

Und Kegeln ist laut seiner Meinung gar nicht schwer: "Die richtige Körperhaltung ist wichtig, der Wurfarm muss gerade sein, man macht drei, vier Schritte und legt die Kugel nach einem kontrolliertem Schwung auf dem Brett in der Mitte auf. Das ist schon alles", sagte der 62-Jährige, der selbst seit knapp 25 Jahren den Sport ausübt.
Früher spielte Benkert Fußball; bis er sich eine schwerere Verletzung zuzog. Sein damaliger Ausbilder stellte ihn daraufhin vor die Wahl: "Was ist dir wichtiger: Dein Beruf oder Fußball?" Da hängte er seine Schuhe an den Nagel und begann mit dem "leichten" Kegeln. "Da sind auch noch Leute im hohen Alter aktiv."

Spaß auf der Bahn

Natürlich war einer der Hauptgründe für die Ausrichtung eines Kegelwettbewerbes für alle Bürger in der Gemeinde Ebelsbach mit seinen Ortsteilen Gleisenau, Steinbach, Schönbach, Schönbrunn und Rudendorf die Hoffnung auf Nachwuchs für die schrumpfende und ältere werdende Kegelabteilung.

Schon seit geraumer Zeit arbeiten Roland Benkert und seine Teamkollegen deshalb auch mit der Ganztagesklasse der Ebelsbacher Mittelschule zusammen. Alle 14 Tage kommen bis zu acht Jugendliche mit ihrem Betreuer in die Kegelbahn und können dort Spaß haben. Bei den Schülern setzte sich derweil Jonas Mahr mit 73 Holz durch, während bei den Jugendlichen Alexander Reh mit 116 Holz die Oberhand behielt. Die Damenkonkurrenz entschied Birgit Häfner (138 Holz) für sich und bei den Herren stand Georg Greb mit 143 Holz ganz oben.