Hans-Georg Schneider hat ein Problem: Seine Fische sind weg. Er hat sie über Jahre in seiner Teichanlange bei Theinheim (Gemeinde Rauhenebrach) mühsam großgezüchtet. Am vergangenen Sonntag wollte er sie einem Sportangelverein verkaufen, der vorhatte, sie in einem Baggersee auszusetzen.

Laut Schneider waren sie gedacht für die Angel-Disziplin "Catch and Release", was bedeutet, dass Angler die Fische aus dem Wasser ziehen, sie vermessen und wiegen, ein Foto mit der Beute machen und die Tiere wieder im See aussetzen. Daraus wird nichts: Rund Amur-1000 Graskarpfen, zwischen eineinhalb und zweieinhalb Kilo schwer, sowie 500 Spiegelkarpfen, bis zu knapp sieben Kilogramm Lebendgewicht, wurden vermutlich von einer Diebesbande aus dem Teich geklaut.


Die Polizei ermittelt

Gesamtwert nach Schätzung der Polizei: 5000 Euro. Die Ermittlungen laufen. Die Tat soll sich laut Polizeibericht im Zeitraum vom 24. Februar bis 26. März ereignet haben. "Da der See im Tatzeitraum nicht abgelassen war, muss der unbekannte Fischdieb sehr viel Aufwand für seine Tat betrieben haben", schreibt die Polizei.

Hans-Georg Schneider zeigte dem Fränkischen Tag seine Teichanlage in Theinheim. Als er vergangene Woche begann, das Wasser aus dem hinteren Teich in den Schulterbach abzulassen, bemerkte er den Verlust der Tiere.
Der 60-Jährige geht davon aus, dass die Diebe seine Teichanlage irgendwo im Internet ausfindig gemacht und längere Zeit beobachtet und dann in einer Nacht gezielt zugeschlagen haben. Vermutlich haben sie angefüttert und Fangnetze eingesetzt oder die Fische mit leichten Stromimpulsen betäubt und händisch abgefischt, glaubt er. "Ich bin bereit, 500 Euro dafür zu bezahlen für einen entscheidenden Hinweis auf die Täter", sagt Schneider. Eine Versicherung gegen Fischdiebstahl gebe es leider nicht, bedauert er.


Vermehrt solche Diebstähle

"Das hat leider zugenommen. Etwa sechs bis acht Mal im Jahr wird uns so etwas gemeldet in den Kreisen Haßberge und Kitzingen", sagt Peter Gerstner, Obmann für Teichwirte beim Fischereiverband Unterfranken. Die Dunkelziffer vermutet er in etwa noch einmal so hoch. "Das sind Profis, die wissen genau, was sie tun." Schützen könne man sich nur bedingt. Da die Diebe oft mit Fangnetzen vorgehen und die Fische mit Ködern zu den Futterstellen locken, schlagen manche Teichwirte in diesem Bereich Eisenpfosten in den Untergrund, nennt Gerstner ein Beispiel. Das erschwere es den Dieben, die Fangnetze zu ziehen.

So wenig er die Methoden der Banden gutheißen kann, so sagt er fast anerkennend: "Die sind nicht dumm und passen sich an. Die Diebe sind meistens schneller als die Verteidiger."