Der Bauausschuss hatte in seiner Juli-Sitzung bereits für die Erweiterung des Logistikzentrums Ebern im Baugebiet Sandhof III die Weichen gestellt, damit das Verfahren fortgeführt werden konnte. Damals hatte Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) angekündigt, in einer Bürgerversammlung für den Stadtteil Heubach, vor dem das Logistikzentrum liegt, zu informieren. Das geschah am Dienstagabend, wobei bei den Heubachern vor allem die Sorge wegen möglicher Lärmbelästigungen im Vordergrund stand.

Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) konnte neben Firmenchef Ralf Ebner zwei Planer willkommen heißen, die die Baumaßnahme begleiten werden. "Wir befinden uns noch ganz am Anfang. Uns als Stadt ist es wichtig, die Bürgerinnen und Bürger mit einzubinden", sagte der Bürgermeister.
Er brachte zum Ausdruck, dass es die Stadt Ebern begrüßt, dass Ralf Ebner mit seiner Firma in Ebern weiter investiert.

"Klar, jede Bebauung hat eine Veränderung zur Folge aber sowohl die Firma Ebner als auch die Stadt Ebern möchten allen Genüge tun, die Maßnahme soll verträglich sein", sagte Hennemann. Ralf Ebner selbst stellte sein Erweiterungsvorhaben für das Logistikzentrum im Baugebiet Sandhof III vor.

"Wir haben uns ganz bewusst für den Standort Ebern entschieden und wollen hier weiter unseren Weg gehen, unsere Firma und die Verwaltung sollen in Ebern bleiben", so der Unternehmer. In kurzen Worten erläuterte er seine Firmenphilosophie und die Geschäftsbereiche des Unternehmens. Fertige Ware kommt aus ganz Europa nach Ebern, wird im Logistikzentrum umgesetzt und von dort im europäischen Raum an die Endabnehmer verteilt. Mit den derzeitigen Gebäuden sei man an die Grenze der Belastbarkeit gelangt, weshalb eine Erweiterung spiegelbildlich zum bestehenden Gebäude geplant sei.

Ebner: "Einen Anstieg von Lärm wollen wir unter allen Umständen vermeiden, weshalb alle Andockstellen für Lkw in Richtung B 279 liegen." Der Anlieferverkehr, die Umsetzvorgänge und der Auslieferverkehr würden relativ ruhig ablaufen, sagte Ralf Ebner. Zurzeit beschäftige sein Unternehmen 52 Mitarbeiter, fünf bis zehn werden nach dem Anbau hinzukommen. "Derzeit kommen zu uns täglich 20 Lkw, nach dem Anbau werden es um die 30 sein", antwortete Ebner auf Anfrage.

Ulrich Kühnel vom Ingenieurbüro König & Kühnel in Weitramsdorf erläuterte den Weg des Antrags- und Genehmigungsverfahrens. "Bis zur Rechtskraft des Bebauungsplans dauert es noch und alle können im Auslegungs- und Anhörungsverfahren ihre Bedenken äußern", sagte der Diplomingenieur.

Matthias Hanstein von Archi-Vivia Architekten aus Coburg konnte Fragen von besorgten Heubachern - vor allem von denen, die am Ortsausgang in Richtung Sandhof, also zum Logistikzentrum hin wohnen - "zerstreuen." So habe ein bereits vorliegendes Lärmgutachten ergeben, dass die zulässigen Werte auch nach Fertigstellung der neuen Halle und des damit verbunden erhöhten Fahrzeug- und Umschlagverkehrs nicht überschritten würden.

Gegen den Vorwurf eines Heubachers, dass die Vermarktung des Kasernengeländes nicht gut gelaufen wäre, da man doch dort solche Projekte hätte unterbringen können, verwehrte sich Bürgermeister Jürgen Hennemann vehement. "Wir haben dort ein richtig gutes Gewerbegebiet mit Firmen, die viele gar nicht kennen, die aber weltweit im Geschäft sind", sagte er.

Probleme mit dem Grundwasser infolge der Baumaßnahme seien nicht zu erwarten, sagte Matthias Hanstein, ebenso keine Schäden infolge der Baumaßnahme an Anwesen.

Stadtrat Thomas Limpert (FWE) hatte am Vortag der Versammlung die Heubacher mit einem Flyer aufgerufen, zur Bürgerversammlung zu kommen, und sie waren diesem Aufruf in großer Anzahl gefolgt. Limpert sagte in der Versammlung, dass die Verbindungsstraße Heubach-Sandhof eventuell im Rahmen der Baumaßnahme Ebner mit gerichtet werden sollte und beantragte das beim Bürgermeister.

Auch eine Anwohnerin beklagte den schlechten Zustand. Hennemann erläuterte, dass im Straßenreparaturprogramm diese Straße nicht aufgenommen sei. "Wenn wir da was machen, kommen wir an einem Vollausbau nicht vorbei. Wir werden das im Auge behalten und es im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten baldmöglichst angehen."
Mit den Worten, das man sich nicht das letzte Mal zu Informationen getroffen habe, schloss Bürgermeister Hennemann die Versammlung.