Aktuell betroffen von positiven Corona-Fällen sind das Friedrich-Rückert-Gymnasium Ebern, das Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt und die Waldorfschule Haßfurt. Ebenso treffen positive Testergebnisse sechs Kindergärten im Landkreis, nämlich Goßmannsdorf, Prölsdorf, Westheim, Knetzgau, Maroldsweisach und Theres.

Brennpunkt Gymnasien

Wir hakten bei den beiden Gymnasien in Haßfurt und Ebern nach. Martin Pöhner nimmt die Sache sportlich. Drei Corona-Fälle gab es, berichtet er, in den letzten zweieinhalb Wochen am Friedrich-Rückert-Gymnasium in Ebern. Während bei den ersten beiden Fällen die positiv getesteten Gymnasiasten schon vorher eine längere Zeit zuhause waren und so keine Kontaktpersonen in der Schule vorhanden waren, gab es bei dem Fall am Freitag dann den Plopp an der 660-Schüler-Einrichtung: Von den 72 Kollegiaten in der elften Jahrgangsstufe wurden 70 als Kontaktpersonen ausgemacht. "Ich hab natürlich alle nach Hause geschickt", berichtet Schulleiter Martin Pöhner, und kann aber ein bisschen auftrumpfen. Denn jeder Schüler geht im Prinzip wie bisher in den Unterricht.

Halt von Zuhause aus in Teams-Konferenzen. Ganz wie manches Elternteil im Home-Office jetzt auch. Das hat die Schule mittlerweile schon organisiert, neun Lehrkräfte geben diesen Unterricht per Videoschalte. Ebenfalls in Quarantäne von zuhause aus.

Wechselnde Besetzungen

Denn es war nicht etwa der Pausenclown, der die Jugendlichen alle besucht hat. Nein, die hohe Zahl der Kontaktpersonen kommt dadurch zustande, dass die Kollegstufe in wechselnd zusammengesetzten Kursen beschult wird und dementsprechend der Infizierte unterm Strich mit fast allen anderen in einem Raum zusammengekommen war. Bei den Lehrern gilt, wie Pöhner auch erst erfuhr, dass sie nicht mehr wie bisher mit Mundschutz Kontaktpersonen zweiten Grades sind.

Vielmehr werden sie jetzt als Kontaktpersonen ersten Grades eingestuft - "falls sie nicht einen FFP2-Mundschutz getragen haben", und das habe in Ebern keiner, sagt Martin Pöhner.

Für ihn stellt die Quarantäne der neun Lehrer das größere Problem dar. Denn diese müssten auch Präsenzunterricht in den Jahrgangsstufen fünf bis zehn und zwölf halten, was momentan wegen ihrer Quarantäne aber nicht geht.

Die neun Lehrer geben stattdessen jetzt Arbeitsaufträge an ihre Klassen. Freilich werden jetzt trotzdem einzelne Stunden ausfallen, denn die Klassen müssten ja betreut werden. So bilanziert Pöhner: "Im Großen und Ganzen schaffen wir es, den Unterricht aufrecht zu erhalten, aber das ist natürlich eine große Herausforderung."

Er lobt Eltern und Schülermitverantwortung sehr. "Es ist eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus, die Eltern sind alle sehr konstruktiv und denken mit." Man spüre, dass alle an einem Strang ziehen. Grundsätzlich sieht Pöhner das Positive: "Diese Teams-Konferenzen sind ja super. Da lernen wir alle im Moment dazu."

Lage in Haßfurt

Ein wenig atemlos antwortet die Schulleiterin des Haßfurter Regiomontanus-Gymnasiums Maria Eirich auf unsere Anfrage. Kein Wunder: "Ich bin seit 8 Uhr nur am Organisieren." Nach Schülern im elften Jahrgang letzte Woche hat es jetzt am Dienstag welche im sechsten Jahrgang erwischt. Das Gute sei zwar, das unter dem Strich meist nur Fehlzeiten zwischen einem Tag und einer guten Woche entstünden, jedoch gebe es eben verschiedene Fälle: Zuhause beschulen mit Konferenzen, Video, Streamen, Präsenzunterricht. An einem Gymnasium mit über 1000 Schülern ist die Planung gewaltig. Vor allem technisch kommt man nach den Worten der Schulleiterin an die Grenzen. Die Leitungskapazitäten erlauben gleichzeitigen virtuellen Unterricht von ein oder zwei Klassen. In Haßfurt aber finden parallel 50 bis 60 Schulveranstaltungen statt, Klassen- und Kursunterricht. "Wir können nicht alles möglich machen", bedauert Eirich. Sie ist allerdings sehr froh über ihr tolles Kollegium.

Gemeinschaftswerk

"Die Lehrer ziehen wirklich alle mit an einem Strang. Das ist eine tolle Entwicklung, in den letzten Wochen passiert da unglaublich viel." Die Lehrer lernen voneinander. "Es gibt jeden Tag kleine Fortbildungen", sagt Maria Eirich. Da zeigt man sich gegenseitig, wie gestreamt wird oder wie man ein Video macht. Und da ist sie, die vielbeschworene starke Schulgemeinschaft.