Hans-Georg Häfner steht seit mehr als sieben Jahren an der Spitze der Kreishandwerkerschaft. Er gab in Zeil einen Bericht für die fünf Innungen (Fleischer, Friseure, Elektro, Schreiner und Maler). Die Kreishandwerkerschaft Haßberge umfasst 1134 Mitgliedsbetriebe mit 6000 Beschäftigten.
Häfner stellte die Bedeutung des Handwerks heraus, das im Landkreis im Jahr 2013 immerhin einen Umsatz von 624 Millionen Euro bewegt habe. Das seien pro Betrieb 474 525 Euro, wobei jeder Betrieb im Schnitt 4,6 Beschäftigte hatte.

Vor allem könne man bisher noch mit der Ausbildungsquote zufrieden sein. Häfner: "Ich habe Respekt und danke allen, die ausbilden. Einerseits nutzt dies unseren Handwerksbetrieben, andererseits ist damit aber oft auch ein hoher Aufwand verbunden. Die Auszubildenden sind nämlich durch die Blockschulung und überbetriebliche Ausbildung auch viel Zeit außerhalb des Betriebes." Auf Dauer könnten dies die Betriebe nicht aushalten. Auch die Schultage sollten besser abgestimmt sein. So wurde laut Häfner aus den Reihen der Friseure eingeworfen, dass es für manche Betriebe ein Problem sei, wenn ausgerechnet der Schultag auf den Freitag fällt und dann Mitarbeiter fehlten. "Ansonsten funktioniert in unserem Landkreis die Zusammenarbeit mit den Schulen sehr gut. Das gilt insbesondere für die Berufsschule und das Schulamt", merkte Hans-Georg Häfner an.
Der Kreishandwerksmeister brach eine Lanze für die jungen Schulabgänger.

"Wir dürfen in unseren Orten keinen Schüler mehr liegen lassen, sondern müssen sie alle ausbilden, damit sie später auch für sich sorgen können." Dabei wolle man natürlich darauf achten, dass die Qualität der Ausbildung nicht schlechter werde. Auf der anderen Seite stelle man aber durchaus fest, dass die jungen Leute mehr abgelenkt seien als früher. Die Auszubildenden kämen derzeit zu 58 Prozent aus der Mittelschule und zu 31 Prozent aus den Realschulen und sechs Prozent hätten sogar Abitur oder ein Fachabitur. Natürlich seien die Ausbildungszahlen in manchen Bereichen etwas rückgängig, wobei insbesondere die Fleischer genannt wurden. Dies liege an der Abnahme der Metzgereien und der Filialisierung der Läden.

In diesem Zusammenhang gab Hans-Georg Häfner seiner Freude Ausdruck, dass man es geschafft habe, mit dem Meistertitel die Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung zu erreichen. "Der Meistertitel ist jetzt nämlich gleichgestellt und gleichwertig mit dem Bachelor. Das ist ein vernünftiger Kompromiss, für den wir die Meisterprüfung auf hohem Niveau beibehalten wollen."

In seinem Bericht ging er auch auf eine neue Initiative ein, polnische Schüler im Landkreis Haßberge in Praxismaßnahmen einzubinden. Von der Sache her sei dies vielleicht auch in Ordnung, nur vom Fachlichen oder Können her sei dies natürlich etwas ganz anderes, und vor allem dürfe man die bürokratischen Hürden und Vorschriften für solch eine Beschäftigung nicht unter den Tisch kehren. Dies könne nur über die Arbeitsagentur erfolgen.

Eine weitere Besonderheit der Handwerkskammer Unterfranken sei es derzeit, Studienabbrecher aufzunehmen und sie zu einem Berufsabschluss zu führen. Dies könne natürlich nur überregional erfolgen, weswegen es derzeit drei Klassen in Würzburg und Schweinfurt gebe. Damit habe man auch großen Erfolg, dürfe die Probleme für die Betriebe aber nicht übersehen. Die meisten Abbrecher und neuen Auszubildenden verlassen nach seiner Darstellung gleich nach der Ausbildung meist ihren Ausbildungsbetrieb und suchen sich eine andere Aufgabe oder studieren dann auf dem neuen Gebiet. Damit seien sie natürlich für den Handwerksbetrieb verloren.

Der Kreishandwerksmeister Hans-Georg Häfner stellte heraus, dass die Kreishandwerkerschaft in diesem Jahr 60 Jahre besteht. 1953 ist sie als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet worden. 1954 folgten die Satzung und die ersten Wahlen. Zum Gründungsvorsitzenden wurde damals Karl Jüngling gewählt. Im November 1973 erfolgte der Zusammenschluss auf Landkreisebene Haßberge nach der Gebietsreform. Da ist Carl Rothermund aus Haßfurt zum Vorsitzenden bestimmt worden, dem später Karl Hauck aus Dippach folgte. Die Vorstandschaft sprach sich dafür aus, dieses Jubiläum im Zusammenhang mit dem nächsten Neujahrsempfang zu feiern.

Die Freisprechungsfeier findet am 13. September in der Heinrich-Thein-Berufsschule in Haßfurt statt, wobei über 55 Schülerinnen und Schüler ihre Zeugnisse und ihre Urkunden zur bestandenen Gesellenprüfung in Empfang nehmen.

Unter der juristischen Aufsicht von Sabrina Wolz von der Handwerkskammer Unterfranken fanden die Neuwahlen der Kreishandwerkerschaft statt. Einmütig wurde der Elektroinstallationsmeister Hans-Georg Häfner aus Eltmann wieder zum Kreishandwerksmeister gewählt. Sein Stellvertreter wurde Alfred Kaiser aus Aidhausen (Obermeister der Fleischer-Innung), und als weiteres Mitglied des Vorstands wurde Oliver Merkl aus Zeil (Obermeister der Friseur-Innung) bestimmt. Im Rechnungsprüfungsausschuss ist Erich Mock aus Humprechtshausen (Schreiner-Innung) vertreten.

Hans-Georg Häfner gab seiner Freude Ausdruck, dass seine Arbeit so einmütig gewürdigt wurde. "Wenn es mir nicht Spaß machen würde, würde ich dieses Amt auch nicht ausführen. Dabei ist dies kein Spaß, es macht aber Spaß und ist für mich ohne Zweifel eine Bereicherung. Mir wurde früher viel beim Aufbau meines Betriebes geholfen und diese Hilfe will ich nun auch anderen anbieten."

Die Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer und in der Vollversammlung sei hervorragend. Er machte den Kollegen im Kreis Mut, bei Problemen das Gespräch mit der Kreishandwerkerschaft zu suchen.
Der stellvertretende Leiter der Heinrich-Thein-Berufsschule Haßfurt, Jochen Brüggemann, bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und stellte die Bedeutung der Kreishandwerkerschaft heraus. Es sei wichtig, dass jemand für das Handwerk stehe, es nach außen vertrete und auch seine Meinung aus handwerklicher Sicht offen zum Ausdruck bringe.