"Solche Töne hat der Drucktopf noch nie gemacht", ausgerechnet bei der Prüfung pfeift er jetzt in den höchsten Tönen. Annika Nürnberger bleibt trotzdem gelassen und strahlt, als wieder Ruhe einkehrt. Sie stand beim Besuch unserer Zeitung am Donnerstag in der Schlussphase der Praktischen Prüfung an der Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung. Am Montag noch 300 Minuten schriftliche Prüfung, und dann haben sie und ihre Mitschülerinnen zwei Abschlüsse in der Tasche: Hauswirtschafterin und Assistentin für Ernährung und Versorgung.

Annika und ihre Mitschülerinnen sind der erste Absolventen-Jahrgang der neu formierten Berufsfachschule.
In den vergangenen drei Jahren haben sie viel gelernt über nachhaltiges Wirtschaften, Gastronomie, aber auch über die Pflege von Kindern oder alten Menschen.

In der Praktischen Prüfung zeigten sie am Donnerstag, was sie drauf haben: Wäschepflege, absolut faltenfreies Bügeln und Mangeln, ein mehrgängiges Essen auf den Tisch bringen - zeitgerecht, lecker und der Saison entsprechend natürlich - und schließlich galt es auch noch, eine ansprechende Tischdekoration zu zaubern. Das Ganze unter den kritischen Augen der Prüfungsausschuss-Vorsitzenden Judith Lang. Die ist aber beim Stand der Dinge sehr zufrieden mit dem, was sie sieht.

"Die Absolventinnen verfügen über eine hervorragende Basisausbildung für viele spätere Berufsbilder", erklärte Beatrix Weber-Hilpert vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten am Rande der Prüfung. Als Hauswirtschafterin sei man gewappnet für die Arbeit in einem Privathaushalt ebenso wie in einer Pflegeeinrichtung oder einem Gastronomiebetrieb. Dazu kommen in der neuen Berufsfachschule Wahlpflichtfächer etwa zum Thema Gastronomie oder Großhaushalte, Betreuung Älterer und Kinderpflege.

Auch die Leiterin der BFS, Edeltrud Spiegel, zeigt ihren Schülerinnen gerne die vielfältigen Möglichkeiten auf, die sich direkt anschließend an die Schule, aber auch durch Weiterbildungen eröffnen. So können die staatlich geprüfte Wirtschafterin, die Meisterin oder der Betriebswirt für Ernährungs- und Versorgungsmanagement folgen.
Edeltrud Spiegel jedenfalls ist stolz auf ihre Schülerinnen - und auf das Profil dieser Berufsfachschule, die so viele Möglichkeiten eröffnet. Das Interesse ist zunehmend, für das kommende Schuljahr können noch Schülerinnen - und natürlich auch Schüler - aufgenommen werden. Nähere Informationen gibt es auf der Homepage der Heinrich-Thein-Berufsschule www.bs-hassfurt.de.