85 Jahre besteht die Firma Ebner-Logistics in Ebern. Deshalb erhielt sie von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt eine Ehrenurkunde. IHK-Bereichsleiterin Katrin Siegmund übergab die Urkunde an den Firmeninhaber Ralf Ebner.

Das Familienunternehmen kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Gegründet wurde die Firma von Max Ebner, dem Großvater des jetzigen Firmeninhabers, im Jahr 1935. Das Unternehmen war zunächst auf Fuhrdienstleistungen und Busreisen ausgerichtet.

Der Firmengründer leitete das Unternehmen bis 1972 und übergab es dann an seine Söhne, Hans-Peter, der den Bereich Lkw erhielt, und Max Ebner junior, der den Bereich Busse übertragen bekam. Damals wurde ein Kohle- und Heizölhandel betrieben, es wurden regionale Transporte mit Kipperfahrzeugen ausgeführt, mit Bussen auch regionale Ausflugsfahrten.

Hans-Peter Ebner leitete das Unternehmen bis 1996, als er es an seinen Sohn, den jetzigen Inhaber Ralf Ebner, der im Jahr 1994 in die Firma eingetreten war, übergab. Ralf Ebner führte das Unternehmen zielstrebig weiter und baute es aus. Neue Leistungen kamen hinzu. So wurde eine Logistikhalle mit 19 Andockstationen errichtet. "Wir schlagen dort täglich 3000 Paletten um", erzählt der Firmenchef.

Schon längst hat sich das Unternehmen in vielen Ländern etabliert. Verstärkt fährt die Firma Transporte nach Osteuropa mit Rumänien, Polen, Tschechien, Mazedonien und nach Westeuropa mit Portugal, Spanien, Frankreich, Italien, England, Österreich sowie nach Finnland und Schweden - und natürlich in Deutschland. Das passiert mit derzeit 70 Mitarbeitern, 20 eigenen Fahrzeugen im internationalen Fernverkehr und mit 50 Subunternehmern. Der Jahresumsatz des Unternehmens beträgt nach Auskunft von Ralf Ebner 13 Millionen Euro.

Bisher wurden am Standort Ebern rund zehn Millionen Euro investiert, an eine Erweiterung denkt man derzeit nicht. Allerdings, so der Firmeninhaber, kann er sich eine Expansion in Polen und Mazedonien sehr gut vorstellen. "Wir haben das aktuell geprüft und uns Grundstücke in den jeweiligen Ländern angesehen und stehen dort bereits in Verhandlung", erklärt Ralf Ebner. Dass 18 Prozent des Bruttoinlandproduktes von Mazedonien an die Lieferadresse Ebern gehen, mochte Ralf Ebner so nicht bestätigen, weil das Land stark wachse. Allerdings: "Ein beträchtlicher Teil von Mazedonien geht tatsächlich nach Ebern."

Derzeit arbeitet die Firma allerdings nur am Standort Ebern, wo sie sehr zufrieden sei, auch mit der Verkehrsanbindung zur nächsten Autobahn. Ebern lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt Ebern; sie sei durch eine faire Partnerschaft geprägt.

Der Unternehmer freut sich, die Firma in Ebern führen zu können. Hier gebe es Mitarbeiter, die benötigt werden und auf die man sich verlassen könne. "Zeitkritische Transporte durch Europa planen und durchzuführen, ist nicht immer einfach. Aber das ist, was die Firma ausmacht, wofür sie steht: für eine absolut korrekte und zuverlässige Abwicklung", betont Ralf Ebner.

Die riesige Logistikhalle des Spediteurs vermittelt einen sauberen und aufgeräumten Eindruck. "Darauf hat schon mein Vater besonderen Wert gelegt", sagt Ralf Ebner. Die Hochregallager, quasi als Umschlagplatz, sind gut gefüllt mit Waren von Firmen aus vielen Ländern. Zahlreiche Gabelstapler stehen in der weitläufigen Halle bereit, um Waren umzusetzen, um angelieferte Produkte einzulagern oder auch um Bestellungen schnell zur Abholung bereitzustellen. Besonders stolz ist Ralf Ebner auf den geschmackvoll gestalteten Aufenthaltsraum seiner Mitarbeiter, die an eine Alm- oder Berghütte erinnert. Dem Chef kommt es auf ein gutes Betriebsklima an.

Der Spediteur weist darauf hin, dass alle Fahrzeuge des Unternehmens per GPS geortet werden können. "Sowohl die Zugmaschinen als auch die Auflieger. Wenn zum Beispiel eine Zugmaschine an einen Auflieger andockt, die nicht zu unseren Fahrzeugen gehört, gehen sofort Alarmmeldungen ein", erläutert Ebner. Für die Logistik ist es wichtig, immer zu wissen, wo sich die Fahrzeuge befinden, um besser planen zu können.