Königsberg in Bayern
Einsatz

Dramatische Rettungsaktion: Pferd ertrinkt beinahe in Jauchegrube

Weil ein Pferd in Unterfranken in eine Jauchegrube gestürzt war, musste die Feuerwehr volle Muskelkraft beweisen. Denn eine Rettungsaktion wie aus dem Lehrbuch war nicht möglich.
 
Mit dem Kran am Wechselladerfahrzeug der Feuerwehr Haßfurt wurde Hengst Hank aus der Grube gehoben. Foto: Christian Licha
Mit dem Kran am Wechselladerfahrzeug der Feuerwehr Haßfurt wurde Hengst Hank aus der Grube gehoben. Foto: Christian Licha
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Der Schreck war groß für eine Frau aus Königsberg (Landkreis Haßberge), als sie am Donnerstagmorgen (27. August 2020) ihr Pferd in einer sehr misslichen Lage vorfand. Der dreijährige Hengst namens Hank stand in einer rund zweieinhalb Meter tiefen Grube, in der ihm die darin befindliche Jauche bis zum Hals stand. In einer dramatischen Rettungsaktion, die drei Stunden andauerte, konnten die rund 25 Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehren aus Königsberg und Haßfurt das Pferd befreien.

Am Vorabend stand Hank noch friedlich auf der großen Weide, wie die Pferdebesitzerin erzählte. Im Laufe der Nacht war der Hengst wohl auf die Bretterabdeckung der Jauchegrube getreten, die dem knapp 500 Kilogramm schweren Tier nicht standhielt. Um 9.35 Uhr setzte die Frau über die Integrierte Leitstelle Schweinfurt (ILS) einen Notruf ab, die sofort die Rettungskräfte unter dem Alarmstichwort "Großtierrettung" zu dem Bauernhof am Stadtrand beorderte.

Pferd fällt in Jauchegrube: Schwierige Rettungsbedingungen

Die Rettung des Pferdes gestaltete sich äußerst schwierig. "Wir konnten das Großtierhebegeschirr, so wie es lehrbuchmäßig angelegt gehört, nicht anbringen, da das Pferd noch extrem unruhig war und drohte, zu ertrinken", sagte der Königsberger Kommandant und Einsatzleiter Peter Schüler.

Mit Hochleistungsschmutzwasserpumpen wurde die Jauche abgepumpt. Zusätzlich bildeten die Feuerwehrleute eine Eimerkette, um die Leerung zu beschleunigen. Die nachalarmierte Feuerwehr Haßfurt stand mit ihrem Wechselladerfahrzeug mit Kran bereit, um das Tier aus der Grube zu heben. Es wurde eine sogenannte Crash-Rettung durchgeführt, nachdem eine herbeigerufene Tierärztin das Pferd in Narkose gelegt hatte.

Mit purer Muskelkraft zogen die Feuerwehrleute schließlich das befreite Tier an Seilen auf die Weide, wo es sich vom Stress und der Sedierung erholen konnte. Etwa eine halbe Stunde später stand Hank zur Freude seiner Besitzerin wieder auf, die ihn dann ein paar Runden über die Weide führte. Augenscheinlich hatte der Hengst, der weiterhin tierärztlich behandelt wird, das Geschehen gut überstanden.