Einen "zauberhaften" Erlebnismarkt veranstaltete die Königsberger Interessengemeinschaft zur Förderung von Tourismus und Gewerbe (kurz King) am Samstag in der Altstadt. An dem in überwiegend katholischen Gemeinden begangenen Feiertag "Mariä Himmelfahrt" hatten in der evangelisch geprägten Regiomontanusstadt Läden geöffnet, und zudem waren etliche Fieranten gekommen, um in der Altstadt ihre Waren anzubieten. Auch Petrus spielte mit, denn die Temperaturen waren gerade passend für einen gemütlichen Einkaufsbummel. So kamen im Laufe des Tages viele Besucher aus nah und fern zum Königsberger Erlebnismarkt. Von Schmuck, Bekleidung, kleinen Haushaltsgeräten über Korbwaren bis hin zu künstlerischen Objekten reichte das vielfältige Angebot. Besonders rund um den Kunsthandwerkerhof wurde speziell Handwerkliches angeboten. Ebenso war für die Unterhaltung von groß und klein gesorgt.


Am Kunsthandwerkerhof, wo sich viele Gäste zu einer Rast niederließen, unterhielten das Duo "Bioband Ladybirds" und Peter Kubala mit seiner Gitarre. In der Galerie im alten Sudhaus war die Ausstellung "Kunst für alle Fälle" zu sehen und Lisbeth Baier flocht, passend zum Kräutertag, wunderschöne Kräuterkränze in der "Alten Scheune" in der Wilhelmstraße. Im neu eröffneten "Haus der Geschichte" in der Marienstraße war die Ausstellung mit Bildern der Bürgerwehrauszüge in den Jahren 1951 bis 1960 zu sehen.

Eine besondere Attraktion des Königsberger Erlebnismarktes "Zauberhaftes Königsberg" war der aus dem Fernsehen bekannte Dr. Musikus. Wie in den beiden Vorjahren begeisterte er mit seiner Vorführung "Der zauberhafte Schwebeact" am frühen Nachmittag die zahlreichen Zuschauer, darunter besonders die Kinder. Für die etwa 30 Minuten dauernde Vorführung braucht der Musikus jeweils eine Vorbereitungszeit von rund zwei Stunden. Es muss schon gut abgestimmt sein, dass im richtigen Augenblick die richtige Musik ertönt, aus den kleinen Flammenwerfern auch Feuer austritt, Rauch die Zuschauer einnebelt oder Seifenblasen durch die Luft wirbeln. Eine ganze Maschinerie ist dafür notwendig, die von acht großen Akkus angetrieben wird. So auch das kleine Fahrzeug, das Dr. Musikus, der eigentlich Klemens Kopka heißt, 55 Jahre alt ist und aus Dettenheim bei Karlsruhe stammt, gleichsam über das Pflaster schweben lässt.

Wobei er auch gesteht, dass ihm gerade das Pflaster in Königsberg bei seinem Schweben größere Schwierigkeiten bereitet: "Das ist eine echte Herausforderung, das sieht man mir hoffentlich nicht an. Da pocht das Herz, wenn ich da fahre und mich drehe. Auf ebener Straße ist das kein Problem, aber hier muss ich doppelt und dreifach vorsichtig sein".

Doch Dr. Musikus schaffte diese gefährlichen Passagen in Königsberg bei seinem ersten Auftritt ohne Sturz und große Schwierigkeiten. Er zog das Publikum in seinen Bann.

Doch zum Ende des ersten Auftritts begann Dr. Musikus, die Technik einen Streich zu spielen. "Die Marienstraße hinunter, da ging alles noch gut, doch beim Zurückfahren bergaufwärts zum Marktplatz merkte ich schon, dass da etwas nicht stimmt", stellte er ernüchtert fest. Und trotz intensiver Reparaturbemühungen gelang es Klemens Kopka nicht mehr, seine Maschinerie wieder zum Laufen zu bringen, worüber er sich sehr enttäuscht zeigte. Sein zweiter Auftritt fiel aus.

Auch der Einsatz seiner großen Lautsprecheranlage, mit der das Publikum dafür am Marktplatz musikalisch unterhielt, konnte ihn nur wenig über die Enttäuschung hinweghelfen. Er wäre viel lieber noch einmal mit seiner Schwebeact-Nummer in Königsberg aufgetreten.

Begonnen hat Klemens Kopka vor 30 Jahren mit dem größten "Ein-Mann-Orchester" der Welt (Vorbereitungszeit darauf zirka fünf Stunden). Damit steht er sogar im Guinnesbuch der Rekorde. Bei dieser Nummer hat er er ein ganzes Orchester auf dem Rücken. "Nach dem Abitur war ich zwei Jahre im Ausland, habe viele Länder besucht und mir dabei als Straßenmusiker meinen Unterhalt verdient. Ich habe das ganze Leben auf mich zukommen lassen und gemerkt, dass den Menschen meine Vorführungen Spaß machen. Und so habe ich in diese Richtung weitergemacht."

Doch er fügt auch an: "Ein Großteil meines Berufes, 90 Prozent, ist zu Hause Schrauben, Basteln, Schweißen - und Experimentieren. Das mache ich alles daheim selbst."

Auf die Frage, wie lange er diese aufwendigen, einzigartigen Vorführungen noch zeigen will, antwortet Klemens Kopka kurz und bündig: "Bis mich keiner mehr haben will!"

Bleibt die Hoffnung, dass die Störungsquelle an seiner Maschine schnell gefunden wird und die Reparaturarbeiten baldmöglichst zum Erfolg führen.