Informationen rund um die Feuerwehr gab es zuhauf am Kreisfeuerwehrtag am Sonntagvormittag in der Aula der Mittelschule in Ebern. Landrat Wilhelm Schneider, Kreisbrandrat Ralf Dressel und weitere Bereichsverantwortliche brachten die zahlreich erschienen Wehrleute auf dem neuesten Stand, vor allem beim Digitalfunk.
Kritisch zeigte sich in seinem Grußwort Bürgermeister Jürgen Hennemann aus Ebern. Mit Blick auf den Tagungsraum in der Mittelschule Ebern nahm er den Brandschutz ins Visier. "Wenn wir den derzeitigen Anforderungen des Brandschutzes gerecht werden wollen, müssen wir nur für den Brandschutz in diesem Gebäude 1, 9 Millionen investierten. Da frage ich mich, ob die Vorschriften, die das fordern noch zeitgemäß sind", sagte der Eberner Bürgermeister.
Man müsse auf dem Boden der Tatsachen bleiben, womit er ausdrückte, dass Forderungen nicht überzogen werden sollten.

Der Landrat gab ihm in seiner Rede indirekt Recht mit dem Hinweis auf den Brandschutz im Krankenhaus Ebern. Beide waren sich einig, dass man sich den Herausforderungen stellen müsse, aber die Kirche müsse im Dorf bleiben. Auch das Nachwuchsproblem wurde angesprochen, im Stadtbereich Ebern fehlten Kommandanten, sagte Hennemann. "Die übliche Hilfsfrist", so Hennemann der auch Feuerwehrmann ist, "wird auch bei bester Ausstattung der Feuerwehren nicht immer gewährleistet werden können."

"Bei allen Bildern die die Welt bewegen darf man nicht vergessen, dass auch im Landkreis Haßberge täglich Dinge passieren, die ohne der Mithilfe bestimmter Gruppen schnell zu einer Katastrophe führen können", sagte Landrat Wilhelm Schneider und spannte so den Bogen zur Feuerwehr. Deren Arbeit schätze er sehr. "Mitglieder unserer Feuerwehren sind unverzichtbarer Bestandteil unseres Rettungswesens." Das Atemschutzzentrum in Knetzgau habe die Grenze der Leistungsfähigkeit erreicht. Voraussichtlich im Herbst werde deshalb der Umbau beginnen.

Als wichtiges Thema bezeichnete der Landkreischef das Drumherum beim Digitalfunk. Ein lokales Management müsse auf Landkreisebene eingerichtet werden, um einen geordneten Funkbetrieb gewährleisten zu können. Die Aufgaben wird die "Technisch-Taktische Betriebsstelle der Kreisverwaltungsbehörde" (TTB-KVB) leisten. "Ich bin zuversichtlich, dass wir spätestens Ende des Jahres 2017 digital funken." Ein digitales Funkgerät übergab der Landrat an Kreisbrandrat Ralf Dressel.

770 Geräte für den Kreis

Dass es noch viel zu tun gibt, bis beim Digitalfunk alles in "trockenen Tüchern" ist, machte Kreisbrandinspektor Andreas Franz deutlich. Er erläutere das gesamte Prozedere von der Einrichtung über die umfassende Ausbildung bis zum Einsatz der neuen "Digi-Funkgeräte." 770 solcher Geräte werden im Landkreis angeschafft, sagte Franz. "Wir sind hier schon auf der Zielgeraden", sagte er.

Landrat Schneider sprach noch den Einsatz von Luftbeobachtern an, die sich aus Feuerwehrleuten, Bediensteten der Forstverwaltung und geeignetem Personal rekrutierten. "Gerade bei der derzeit herrschenden Hochsommerlage ist das sehr wichtig." Ein Brand wurde bereits von den Luftbeobachtern entdeckt und konnte rechtzeitig eingedämmt werden. Sinnvoll ist es nach Einschätzung der Kreisbrandinspektion auch für den Landkreis, Sandsäcke und entsprechende Sandsackschaufeln anzuschaffen", sagte Schneider. Diese seien individuell einsetzbar.

Einen Abriss über die Arbeit mit den Jugendfeuerwehren gab der Jugendbeauftragte im Landkreis, KBM Johannes Krines. Erst einen Tag zuvor hatte in Ebern für den Nachwuchs ein kameradschaftlicher Wettstreit stattgefunden. Mit dem Ausblick auf das Jugendzeltlager bedauerte Krines, dass manche Kommandanten den Termin hierfür nicht an ihre Jugendbeauftragten weiter geben. "Das finde ich traurig", so Krines.

Wert auf Atemschutz legen

Eindringlich wies Michael Diehm darauf hin, dem Atemschutz die nötige Aufmerksamkeit einzuräumen. Immer wieder müsse bei Überprüfungen festgestellt werden, dass manche Wehren dem zu wenig Beachtung schenkten, was die Überprüfung und Verfügbarkeit der Gerätschaften des Atemschutzes betreffe. Detailliert schilderte er auf was hier zu achten ist.

Wichtige Informationen zur Feuerwehrbedarfsplanung gab es vom Kreisbrandrat hinsichtlich Personal, Standorten von Feuerwehrgerätehäusern, Material- und Fahrzeugausstattung.


Auszeichnung für Rudi Lübke