Einen spaßig gemeinten "Fitnesstest" hat die neue Schulleiterin spielend gemeistert. Manuela Küfner, neue Direktorin an der Wallburg-Realschule ist für ihre neue Aufgabe bestens gerüstet. Und ihr eilt ein guter Ruf voraus, wie Landrat Wilhelm Schneider (CSU) bei der offiziellen Amtseinführung feststellte. Den "Eignungstest" nahmen die Lehrkräfte Corinna Hartwich-Beck und Kirsten Christiansen mit ihrer neuen Schulleiterin vor, indem sie ihr Können mit einem Hula-Hoop-Reifen, einem Golfschlag und einem Schokoladentest beweisen musste.

Landrat Schneider bezeichnete die Wallburg-Realschule als eine "ausgezeichnete Schule", denn sie haben erst vor Kurzem die Prädikate "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" erhalten und sei in Unterfranken die erste Schule mit dem Prädikat "Fair-Trade-School". An der Schule sei wirklich viel los und sie helfe ihren Schülern vor allem dabei, den richtigen Weg ins Leben zu finden.

Im Jahr 2015 fertig

Ab sofort werde Direktorin Manuela Küfner an dieser Schule den Takt angeben und das Schulorchester im übertragenen Sinne dirigieren. Sie werde die Schulentwicklung vorantreiben und für ständige Erneuerung und Verbesserung sorgen. "Das werden sie schaffen, denn sie haben Durchsetzungskraft und sind zielstrebig. Sie sind eine Powerfrau und immer aktiv. Sie sind kreativ und offen für Initiativen und Innovationen", lobte Schneider.
Die Sanierung und Erweiterung der Wallburg-Realschule sei dem Landkreis seit Jahren ein großes Anliegen. Zug um Zug werde das Schulgebäude von Grund auf für rund 6,5 Millionen Euro saniert. Der Landkreis Haßberge nehme also viel Geld in die Hand, um die Schule und die Ausstattung auf Vordermann zu bringen. Dieses Gebäude solle dann 2015 fertig sein und 2016 würden noch die Außenanlagen erneuert.

Schon viel bewegt

Der Ministerialbeauftragte für die Realschulen in Unterfranken, Horst Karch, sagte Manuela Küfner: "Ihre Vision, eine Schule zu leiten, in der Kooperation und Motivation mehr als Worte sind, können sie unter ihrem Motto ,Wir erleben Schule gemeinsam' nun weiter umsetzen." Karch stellte fest, dass es Manuela Küfner in kurzer Zeit schon gelungen sei, Ideen und Fähigkeiten im Kollegium aufzuspüren und zu verstärken, so dass alle motiviert seien, ein bisschen mehr zu leisten als sie eigentlich müssten. Dabei bedankte er sich insbesondere bei den Lehrkräften Kirsten Christiansen, Ralf Schlotthauer und Peter Lotter, die mit großem Engagement auch im letzten Halbjahr in der Schulleitung mitgearbeitet hätten. Zum neuen Schuljahr würden diese Positionen mit der neuen Konrektorin Tabinda Plischke und Zweitem Konrektor Frank Cybulski ausgefüllt.

Elternbeiratsvorsitzender Jürgen Malinowski sagte: "Wir haben uns echt gefreut, dass sie neue Schulleiterin sind. Zu ihrem Verständnis gehört die Politik der offenen Tür. Das ist gut so, denn der Erfolg einer guten Schule liegt in der gemeinsamen Verantwortung aller Beteiligten." Auch die Schülersprecher warteten mir sehr freundlichen Worten und Geschenken auf, und die Sprecher der einzelnen Klassen überreichten ihrer neuen Rektorin Rosen. Dem schlossen sich die Lehrkräfte an, die symbolische Geschenke überreichten.

Von der Herzlichkeit bewegt

Rektorin Manuela Küfner zeigte sich gerührt von so viel Herzlichkeit und war sich der Herausforderung ihrer Antrittsrede bewusst. So wie das immer in ihrem Yogakurs geschehe, versetzte sie ihre Zuhörer auch in eine Traum- und Entspannungsreise mit beruhigender Musik im Hintergrund. Da bei forderte sie alle dazu auf, sich aufrecht hinzusetzen, Schultern fallen zu lassen und Hände auf die Oberschenkeln zu legen sowie Daumen und Zeigefinder zu verbinden, damit Energie fließen könne.

Keinen Zweifel ließ sie an der Aussage, dass klassische Wissensvermittlung und erzieherischer Auftrag die Aufgabenfelder jeder Schule seien und die Wallburg-Realschule diese seit Jahren überaus gut erfülle. "Ein gutes Schulklima, methodenreicher, guter Unterricht mit engagierten Lehrerinnen und Lehrern und eine Vielfalt im schulischen Alltag, welche die Kräfte der jungen Menschen weckt und sie zu mündigen Persönlichkeiten werden lässt - kurz Bildung und Kultur: das sind die Ziele, die für mich als Schulleiterin oberste Priorität haben."
Als Beispiele nannte sie die Schülerfirma, welche in diesem Jahr selbständig ein Kochbuch herausgegeben habe. Weitere Schwerpunkte seien der musisch-künstlerische, aber auch der sportliche Bereich. Dazu werde über Wertevermittlung in den letzten Jahren an der Wallburg-Realschule viel diskutiert. "Das Konzept der eigenverantwortlichen Schule gibt mir als neuer Schulleiterin mehr Eigenverantwortung, um meine Schule zu gestalten. Dies kann aber nicht in Eigenregie geschehen, sondern die ganze Schulfamilie ist hier gefragt und muss noch enger als bisher zusammen arbeiten." So wolle sie im nächsten Jahr ein verbessertes Konzept zur Zusammenarbeit mit den Eltern erstellen, damit diese sich noch intensiver an der Schularbeit beteiligen könnten. Auch das Ganztageskonzept gelte es noch zu optimieren.

Ihr Dank galt allen, welche die Amtseinführung so kurzatmig organisiert hatten. Die Mädchen der Klassen 6a und 6c zeigten auf der Bühne "Slow Motion - Jump Style und mehr" unter der Leitung von Katja Weber. Der Chor mit Sebastian Franz sang Ohrwürmer wie "Only you", "Heal the world" und das afrikanische Stück "Siyahamba" und die Schulband wartete unter Begleitung von Antje Ziegler mit "Counting Stars" auf. Der Chor aus Schülern und Lehrern überraschte schließlich die neue Schulleiterin mit dem Schlager "Manuela" den man natürlich auf die zukünftige "Chefin" umgedichtet hatte in "du bist alles für uns, du regierst uns mit Kunst, Manuela. Das Regiment ist nun streng, doch auch Spaß gibt's a wenig. Warst unser heimlicher Traum, nun könn wir auf dich baun, Manuela".

Interview

Mit Manuela Küfner hat die Wallburg-Realschule Eltmann eine neue Direktorin. Die Oberfränkin hat dort bereits etliche Jahre als Zweite und Erste Konrektorin gewirkt. Wir sprachen mit der Pädagogin über die eltmanner Schule und ihre neue Aufgabe.

Frau Küfner, sie sind eine echte Bambergerin. Was hat sie nach Eltmann gezogen?
Manuela Küfner: Die Wallburg-Realschule ist für mich eine Schule mit einem hoch motivierten und tollen Kollegium sowie freundlichen und fleißigen Schülern. Das Schulhaus ist zwar teilweise noch alt, aber die Räume, die bereits saniert wurden, sind optimal für einen guten Unterricht.

Die Wallburg-Realschule befindet sich in einer Generalsanierung und Sie arbeiten derzeit mitten auf einer Baustelle. Hat Sie das nicht abgeschreckt?
Ganz und gar nicht. Zum einen ist mein Mann im Bauwesen tätig und deswegen kenne ich mich auch von dieser Seite aus. Zum anderen bin ich schon etwas praktisch begabt. Als wir unser Haus gebaut haben, entwarf ich vieles selber, eben so, wie ich es für mich haben wollte. Auf unserer Schulbaustelle treffe ich mich jeden Tag mit Vertretern des Architekturbüros und spreche alles mit ihnen verlässlich ab. Trotz Umbau ist der Schulbetrieb nicht zu hoch belastet, da wir sukzessive vorgehen und der Baulärm auf ein Minimum beschränkt wird.

Ist bei der Umsetzung und dem Innenausbau auch ihre Handschrift zu spüren?
Ich denke schon, dass das der Fall ist. Natürlich ist das mit dem Architekten abgesprochen. Ein Beispiel dafür ist die Farbgebung, durch welche die Räume, die Klassenzimmer und auch das Lehrerzimmer viel heller und freundlicher werden. In solchen Räume unterrichten die Lehrer und lernen die Schüler ja viel lieber.

Welche Visionen hat eine neue Schulleiterin für ihre Schule?
Ich bin ja schon seit drei Jahren hier und möchte eigentlich am Schulentwicklungsprogramm weiter arbeiten. Die Teambesprechungen, Kurzkonferenzen und Schulversammlungen mit allen Schülern sind mir dabei wichtig. Darüber will ich weiter an der Werteerziehung arbeiten, die genauso bedeutsam ist wie die Bildung. Dabei geht es mir um Werte wie Respekt, Freundlichkeit oder auch Sauberkeit, zu der wir vor kurzem auch eine Umfrage unter den Schülern gestartet haben. Wir haben aber einen guten Stand, sind "Schule mit Courage" und als einzige Schule in Unterfranken auch "Fair-Trade-School". Außerdem muss ein Schüler auch wissen, wie man sich verhält, wenn man in den Beruf geht und muss teamfähig arbeiten und respektvoll mit dem anderen umgehen können.
Die Wallburg-Realschule hat einen sehr guten Ruf und ist in weitem Umkreis sehr beliebt. Worauf führen Sie das zurück?
Das motivierte Lehrerkollegium und auch die Begeisterungsfähigkeit der Schüler habe ich ja schon erwähnt. Aber auch mit anderen Aktivitäten wie Schulband, Marionettentheater, Schulspiel, Chor- und Musicalaufführungen, sportlichen Erfolgen, Engagement in Schülerfirmen und vielen sozialen Aktivitäten tragen die Schüler den Namen unserer Schule nach außen. Die sehr guten Leistungen, welche unsere Schüler in den Abschlussklassen in den letzten Jahren erbrachten haben, sind dabei das Tüpfelchen auf dem berühmten i.

Am "Schulberg" in Eltmann sind Sie ja nicht allein, sondern in enger Nachbarschaft mit der "Johann-Baptist-Graser-Grundschule" und der "Georg-Göpfert-Mittelschule". Vor allem Sporthalle und Mensa werden ja von allen genutzt. Wie stellt sich die Zusammenarbeit dar?
Die Zusammenarbeit mit den anderen Schulen ist mir sehr wichtig und vielleicht erfolgte die sogar bisher zu wenig und meist nur situativ. Mir wäre es lieber, wenn sie nicht nur über das Telefon erfolgt, sondern sich die Schulleiter regelmäßig zu einem Meinungsaustausch treffen. Mit der Grundschule haben wir ja das Soft-Step-Programm und das Lotsenprinzip. Im Hinblick auf die Mittelschule könnte ich mir noch mehr Gemeinsamkeiten bei sportlichen Aktivitäten oder auch im Hinblick auf Raumaustausch vorstellen. Außerdem möchten alle drei Schulen zusammen die Schulbus-Situation entschärfen.

Bisher waren Sie Fachlehrerin in Englisch und Sport. Findet man sie ab jetzt kaum mehr im Klassenzimmer und sind sie nur noch Managerin und in der Verwaltung ihrer Schule beschäftigt?
Natürlich fordert eine Schule wie die Wallburg-Realschule mit 595 Schülern, von denen sogar ¼ aus dem oberfränkischen Raum kommt, sowie 45 Lehrkräften auch eine starke Verwaltung. Zum Glück werde ich dabei ja unterstützt von zwei Stellvertretern und den Sekretärinnen. Viele Aktivitäten an der Schule erfolgen außerdem über Teams, mit denen ich gerne zusammenarbeite und auf die ich mich verlassen kann. Dennoch werde ich auch zukünftig noch eine Klasse in Englisch unterrichten und ich werde auch Sportstunden geben. Das möchte ich nicht vermissen.

Apropos Sport. Wie ich weiß, gibt es an der Schule auch eine Arbeitsgemeinschaft Golf und die Lehrerin dafür ist ausgerechnet Manuela Küfner. Wie kommen sie dazu und ist diese Sportart doch eher für eine exclusive Schicht, um den Begriff "Reiche" zu vermeiden?
Letzteres ist ein Trugschluss. Ich habe in diesem Jahr diese Sportgemeinschaft mit 13 Buben von der 5.-8.Klasse. Das sind alles Anfänger, aber sie sind äußerst motiviert und das Golfen bereitet ihnen sehr viel Spaß. Einige zeigen sogar großes Talent. Gerade heute nehmen sie an einem Wettbewerb "Jugend trainiert für Olympia" in Würzburg teil und wollen sich mit ihrer Mannschaft für die Ausscheidung "Nordwest" qualifizieren. Wir haben für die Jugendlichen sogar einen Trainer und wenn der Trainer einmal nicht kann, mache ich es. Nur nebenbei will ich bemerken, dass ich dazu auch den C-Trainerschein habe und vor 2 Jahren sogar Clubmeisterin beim "Golfclub Hauptsmoorwald" in Bamberg geworden bin. Golf ist eben auch mein Hobby.

Bleibt Ihnen bei all dem noch Zeit für andere Hobbys und Freizeitbeschäftigungen?
Natürlich. Dabei ist mir meine Familie sehr wichtig, die mich schon immer in meinem Beruf unterstützte. Außerdem betreibe ich noch ein wenig Yoga, denn diese Sportart bringt Körper, Geist und Seele in Einklang und hilft außerdem Stress abzubauen und neue Energie zu wecken. Diese brauche ich sicherlich in meiner neuen Funktion.

Die Fragen stellte Günther Geiling