Einen gelungenen Start hatte der Bürgertreff in Oberaurach, der am Freitag mit der Segnung und einem geselligen Abend offiziell eröffnet wurde. Die frühere Gaststätte im Oberaurach-Zentrum in Trossenfurt steht jetzt als Treff für alle Generationen zur Verfügung.

Strahlende Gesichter gab es bei den Verantwortlichen der Pilotgruppe "Bürger helfen Bürgern", vor allem bei der Seniorenbeauftragten der Gemeinde, Anita Amend, weil so viele die Einladung annahmen und bei der Eröffnung dabei sein wollten. Genauso freute sich Bürgermeister Thomas Sechser (CSU).

Die Initiative ergriffen

Er blickte auf die Entwicklung des Bürgernetzwerks zurück.
Als der Landkreis Haßberge 2010 begann, das Seniorenpolitische Gesamtkonzept zu erarbeiten, bildete sich im Gemeinderat Oberaurach eine "Pilotgruppe", die sich damit beschäftigte, wie Oberaurach mit dem demographischen Wandel umgehen kann und soll. Das erste Augenmerk lag darauf, die Besuchs-, Fahr- und Einkaufsdienste zu intensivieren und zu koordinieren. In jedem Gemeindeteil fanden sich Ansprechpartnerinnen und schnell erweiterte sich der Kreis der ehrenamtlichen Helfer - "Bürger helfen Bürgern" (BhB) war geboren.

Viel Herzblut und Engagement habe Anita Amend, unterstützt von Thomas Karg, in dieses Projekt gesteckt, das so erfolgreich läuft, dankte Bürgermeister Sechser. "Bürger helfen Bürgern" sei ein Vorzeigeprojekt im Landkreis Haßberge.

Ein großes Anliegen der Pilotgruppe ist außerdem ein Bürgertreff gewesen, für den verschiedene örtliche Alternativen geprüft wurden. Schließlich fiel die Entscheidung auf die ehemalige Gaststätte im Oberaurach-Zentrum. Nach einer Renovierung, in die zahlreiche ehrenamtliche Stunden flossen, konnten nun die Pfarrer Ewald Thoma und Thomas Klemm dem Bürgertreff den kirchlichen Segen spenden. Die Pfarrer freuten sich über diese Möglichkeit, dass Menschen sich treffen, "miteinander und füreinander da sind".

Veränderungen

Der stellvertretende Landrat Michael Ziegler (CSU) machte anhand einiger Zahlen deutlich, wie sich die Gesellschaft in den nächsten 15 Jahren verändern wird. 2030 wird im Landkreis Haßberge jeder dritte Bürger über 60 Jahre alt sein. "Vieles müssen wir neu organisieren, es geht um die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen", so Ziegler. Das Miteinander werde in Oberaurach intensiv gepflegt, das könne er als Nachbar-Bürgermeister (Eltmann) beobachten. Es gehe darum, dass sich die Menschen in ihren Dörfern wohlfühlen, dass sie zusammenkommen können, um sich auch gegenseitig zu unterstützen. Das Zusammenspiel derer, die sich darum bemühen, werde durch "Bürger helfen Bürgern" noch verbessert und das Landratsamt unterstütze dieses Ehrenamt.

Dass aus dem Bürgerdienst mit 19 Aktiven inzwischen ein Netzwerk mit über 60 Ehrenamtlichen angewachsen ist, beeindruckte den stellvertretenden Landrat. Mit dem Bürgertreff gebe es jetzt zudem einen festen Ort der Begegnung. "Sie sind mutige Kümmerer. Sie haben alles richtig gemacht, sich informiert, sich beraten lassen und den Dialog gesucht", lobte der stellvertretende Landrat, und so ein Netzwerk für die Zukunft geknüpft.
Anita Amend erläuterte die Konzeption. Bei "Bürger helfen Bürgern" gehe es um die Vermittlung unbürokratischer Hilfe und um die Förderung der Geselligkeit. "Unser oberstes Ziel ist es, die Lebensqualität für unsere Bevölkerung zu steigern", sagte Amend. Unter den Ehrenamtlichen von BhB finden sich Lesepaten für die Grundschule ebenso wie Menschen, die für andere einkaufen, sie zum Arzt bringen oder sogar beim Sterben begleiten. Den Bürgertreff sieht sie als Ort der Begegnung und auch als Chance für die Oberauracher Gemeindeteile, näher zusammen zu wachsen.

Vorgesehen sind zunächst drei Nutzungen. Immer montags ist ein offener Treff geplant, zu dem jedermann kommen kann, beispielsweise um sich in der Lese-Ecke niederzulassen oder die Bücher-Tauschbörse in Anspruch zu nehmen. Auch Gruppen können sich hier treffen. Bereits etabliert im Oberaurach-Zentrum ist der Tanzkreis, der seit fünf Jahren jeden zweiten Dienstag tanzt. Dazu kommen bisher der Strickkreis und die Schola. Außerdem sieht das bisherige Programm monatlich einen Vortrag oder eine unterhaltsame Veranstaltung vor.
Wie so ein Abend aussehen kann, das zeigten nach dem offiziellen Teil die "Oldtimer", die im Stile des "Wirtshaussingens" zum Mitsingen einluden.