Eigentlich haben sich die Kumpels Bastien Föllmer aus Eyrichshof und Timo Neumann aus Reckendorf schon immer gerne mit Musik beschäftigt. Sie hatten ihre eigene Musikrichtung und wollten sich irgendwann nicht mehr nur mit Musikhören als Hobby beschäftigen, sondern mit der Musik arbeiten. "Wir kennen uns schon von klein auf und haben uns oft gegenseitig Lieder geschickt, die wir gut fanden", erinnert sich Timo.

"Die meisten DJs, die in den Clubs und Diskotheken auflegen, halten sich an Top-100-Listen, und die Lieder dieser Listen werden dann in allen Clubs rauf und runter gespielt", erklärt der 19-jährige Bastien. Wie er meint, ist das langweilig. "Das hat uns immer gestört, wenn wir weggegangen sind. Und weil wir uns sowieso mehr mit Musik beschäftigen wollten, sind wir auf die Idee gekommen, selbst Lieder und Playlists zusammenzustellen. Wir wollten es einfach besser machen", erinnert sich Bastien. "Als wir mit 16 zum ersten Mal im Club waren und gesehen haben, wie die DJs das machen, haben wir uns gedacht: Ne, das können wir besser", erzählt auch der jetzt 18-jährige Timo.

Im Radio ein Lied...
Die beiden wollen Lieder, die nicht in Clubs und Diskotheken gespielt werden, so umgestalten, dass sie für Clubs tauglich sind. "Oft hört man ganz normal im Radio ein Lied und dann denkt man sich: Mensch, wenn wir das umgestalten würden, könnten wir es auch im Club spielen", erklärt Timo. So beschäftigen sie sich seit drei Jahren mit dem DJing und dem Produzieren von eigenen "Mashups", "Bootlegs" und "Tracks".

Letztes Jahr im Mai hat es so richtig angefangen. Timo und Bastien haben bei einem DJ-Contest mitgemacht. Erst fünf Tage vor Voting-Ende haben sie ihre Lieder eingereicht und trotzdem mit 800 Stimmen gewonnen. Sie haben auch namhafte DJs aus dem Rennen gekickt. Der Preis: Die Eberner durften zum ersten Mal auf einem Festival auflegen - dem Holi-Festival in Bamberg. "Wir haben dort mit anderen großen Künstlern aufgelegt, das war echt ein tolles Gefühl", erinnert sich Timo. Die Teilnahme beim Festival war auch der Grundstein zur Gründung des DJ-Duos Bastien & Timo.

"Wir haben klein angefangen, ein paar Remixe gemacht und hin und her überlegt, ob wir uns ein eigenes Mischpult und Equipment zum Produzieren anschaffen sollen. Dann standen wir mal in einem Elektro-Fachhandel und haben uns gedacht: Nein, dass ist zu teuer. Hinterher haben wir uns dann doch ein Mischpult gekauft", schmunzelt Bastien. Ein Rechner mit Keyboard zum Produzieren, Boxen, noch ein PC und Software folgen bald.

Die beiden haben sich bei Bastien im Dachgeschoss ein Tonstudio eingerichtet. Wie das alles funktioniert und wie die Programme arbeiten, das haben sie sich selbst beigebracht. So haben die Nachwuchs-DJs im vergangenen Winter viele Lieder so umgestaltet, dass sie zu ihrem Stil passen. Melodien können sie selbst über das Keyboard einspielen und durch die Programme Bässe, Beats und Sounds einfügen.

Die Leute sollen abtanzen können bei ihren Liedern
"Wir wollen, dass die Leute bei unseren Songs richtig abgehen und abtanzen. Sie sollen einfach Spaß haben und richtig feiern können. Dazu sollen unsere eigenen gestalteten Lieder beitragen. Das Publikum kennt unsere Songs in dieser Form noch nicht. Deswegen können sie besser feiern, als zu Liedern, die jeder DJ in jedem Club auflegt und die somit schon bekannt sind", weiß Bastien.

Heuer setzte sich die Erfolgsserie fort: Sie wurden für Holi-Festivals in Bamberg, Schweinfurt und Bad Kissingen gebucht. "Die Festivals waren wirklich der Hammer. Die Menschen sind zu unseren Songs richtig abgegangen, haben gefeiert und wirklich Spaß gehabt" (Bastien).

Ein bisschen gebremst werden sie: "Wir haben schon bei einigen Clubs nachgefragt, haben aber Absagen bekommen. Die kennen uns einfach noch nicht und wissen nicht, was wir drauf haben. Wenn wir uns nur wenigstens einmal beweisen dürften und einmal auflegen dürften, dann würden sie sehen, dass wir das wirklich gut machen. Sonst hätten wir ja auch bei den großen Festivals nicht mitmachen dürfen", sagt Bastien. Aber die Beiden haben sich in den Kopf gesetzt, auch regional besser bekannt zu werden. So haben sie die Facebook-Seite "Bastien und Timo" ins Leben gerufen.

Bastien und Timo finden es wichtig, das Publikum mit einzubeziehen, wenn sie auflegen. "Viele DJs stehen nur hinter ihrem Mischpult und spielen die Songs ab. Das ist langweilig. Man muss beim DJing auch ein Stück weit die Masse mobilisieren, mit den Leuten reden, sie zum Mitmachen animieren, man muss halt auch ein bisschen entertainen. Darauf legen wir sehr viel Wert", betont Bastien.

"Manchmal sitzen wir einen ganzen Tag lang hier in unserem Tonstudio und basteln an neuen Sounds und Liedern", beschreibt er weiter. Derzeit arbeiten die beiden an einem besonderen Projekt: Sie wollen ihr eigenes Lied herausbringen. "Wir haben schon angefangen, müssen aber sicher noch viel Zeit reinstecken, bis es fertig ist", sagt Timo. Doch einen ganzen Tag im Studio zu verbringen, geht auch nicht immer. Schließlich haben sie auch noch einen anderen Job: Bastien ist Schüler und macht bald sein Abitur, während Timo als Anlagenmechaniker arbeitet. "Wenn man dann einmal ein bisschen Zeit findet, verbringt man die halt hier im Studio und arbeitet an den Songs", weiß Bastien.