Ebern ist am Samstagvormittag von jungen Feuerwehrleuten "besetzt." Im Altstadtbereich messen sich beim Aktionstag der Feuerwehrjugend rund um den Marktplatz elf Gruppen zu je fünf jungen Feuerwehrleuten im fairen Wettstreit in verschiedenen Disziplinen. Die Einsatzleitung liegt bei dem Kreisjugendwart, Kreisbrandmeister (KBM) Johannes Krines aus Sand, unterstützt von seinem Vertreter Ralf Schlinke.

Wert liegt auf der sachgerechten Ausrüstung der angehenden Feuerwehrleute, sie treten in voller Montur an. Da die Sonne vom Himmel brennt, sind verschiedene "Marscherleichterungen" gestattet, auch wenn die Stationen meist im Schattenbereichen liegen.

Die Ziele sind gesteckt

Zwölf Jahre ist Henri Reinwand aus Breitbrunn, seit knapp einem Jahr bei der Jugendfeuerwehr. "Unser Gruppenführer erwartet von uns mindestens den dritten Platz", sagt Henri und man sieht ihm die Anspannung ein wenig an.
Sein Vater ist in Breitbrunn Zweiter Kommandant. Musste er deshalb zur Jugendfeuerwehr? "Nein", kommt die spontane Antwort, "das wollte ich selber, weil es mir Spaß macht. Bisher haben wir schon viel mit Schläuchen geübt." Den Wettbewerb der ansteht, findet Henri klasse und er hofft, dass er mit seinen Kameraden die Erwartungen seines Gruppenführers annähernd erfüllen kann.

Am Neptunbrunnen am Marktplatz ist die erste Station. Hier gilt es, immer unter der Wacht der Stoppuhr, eine Kübelspritze mit Wasser zu füllen, den Schlauch auszurollen, das Strahlrohr aufzusetzen und dann gezielt Figuren umzuspritzen. In der prallen Sonne gönnen sich die Akteure nach ihrer Aktion am Wasserbehälter schon gerne eine Abkühlung. Der 14-jährige Johannes Klee aus Gereuth von der Jugendwehr Untermerzbach spritzt sich gerade das Wasser mit beiden Händen ins Gesicht: "Uj", sagt er, "ganz schön schweißtreibend. Da tut die Handvoll Wasser im Gesicht gut!" Dass es ihm Spaß macht, hier zu sein, sieht man Johannes an.

Diffizil und auch noch schnell...

Im Fadenkreuz. Bei dieser Station vor der Stadtpfarrkirche muss eine lange Schnur schnell durch Kleidungsstücke gezogen werden. Luftige Schockoküsse, die gar nicht so leicht zu schnappen sind, hängen wiederum an einem Faden beim Wohnmobilstellplatz - sie müssen ohne Hilfe mit dem Mund geschnappt werden.

Insel-Wasser-Hüpfer nennt sich das Spiel, bei dem jeder Spieler mit zwei vollen Wasserbechern in den Händen über mehrere Kästen hüpfen. Das schaffen nur die ganz Geschickten, mit wenig Wasserverlust anzukommen. Der "Rettungszylinder" liegt in der Walk-Strasser-Anlage nahe dem Grauturm einsatzbereit. Wie geht man mit dem "Spreizer" um, und vor allem, wie kriegt man ihn auf, so weit wie gefordert? Wer dem vorgegebenen am nächsten kommt, bekommt Punkte.

Und dann etwas Angenehmes, weil bei der "Bruthitze" mitunter abkühlend: Erwischt man den Ballon, zwischen Grauturm und Heimatmuseum, bekommt man eine Dusche. Aber erst mal die Dinger erwischen, wenn man in einer Schubkarre sitzt und die Augen verbunden hat! Da musste der Schubkarrenfahrer der Gruppe Kraft und Feingefühl beweisen.

Mit dabei sind die Jungfeuerwehrleute aus Ebern, Untermerzbach (zwei Gruppen), Rentweinsdorf, Breitbrunn, Eltmann (zwei Gruppen), Sand, Prappach, Knetzgau und Ermershausen.

Die Rentweinsdorfer haben die Nase vorn

Die Siegerehrung findet dann in der schattigen Rathaushalle in Ebern statt. Kreisjugendwart Johannes Krines und Kreisbrandinspektor Thomas Habermann zeigen ihre Anerkennung für die Leistung. "Bei diesen heißen Temperaturen war das heute schon eine Herausforderung für euch", sagt Krines, und Habermann ergänzt: "Ihr habt heute mitten in der Stadt eure Leistungen erbracht und das hat eine öffentliche Wirksamkeit. Leute in Ebern konnten sehen, was ihr als Jungfeuerwehrleute schon leisten könnt."

Johannes Krines, sein Vertreter Ralf Schlinke und Habermann übergeben die Preise. Ganz oben auf dem Podest stehen die Rentweinsdorfer mit ihrem Gruppenführer Roland Bock. Auf Platz 2 folgen die Knetzgauer und "Bronze" holt sich Untermerzbach 1, gefolgt von Eltmann 1, Sand, Breitbrunn, Prappach, Eltmann 2, Ermershausen, Ebern und Untermerzbach 2.