"Unruhig" wird es in diesem Jahr im Rathaus Untermerzbach werden. Umfassende Umbau- und Sanierungsarbeiten stehen bevor, welche den Verwaltungsbetrieb erheblich beeinträchtigen werden. "Das wird sich wohl über das ganze Jahr 2015 hinziehen", sagte Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) bei der Sitzung des Gemeinderates am Montagabend im Rathaus.

"Wir werden versuchen besonders störende Umgestaltungsmaßnahmen in die Urlaubszeit zu verlegen", versprach der Bürgermeister. Diese sollen stattfinden, wenn die Verwaltung "auf Sparflamme" fährt.

Vom Erdgeschoss bis unter das Dach werden Arbeiten vorgenommen, das Gebäude energetisch saniert. Dietz stellte in groben Zügen den gedachten Bauablauf und die Vergabemodalitäten vor. "Hier, wo wir sitzen, wird sich auch einiges ändern.
Zum Beispiel ist daran gedacht das dunkelbraune Gebälk in einem hellen Grauton zu streichen, was das Ganze heller und freundlicher erscheinen lässt", sagte der Bürgermeister.

Befugnis für den Bauausschuss

Umgestaltet werden der Eingangsbereich und Büros im Erdgeschoss . Auch WCs und Böden werden erneuert. Um flexibel, dem Baufortschritt entsprechend, reagieren zu können, ermächtigte der Gemeinderat den Bauausschuss, bei der Vergabe von Aufträgen eigenständig zu handeln. "Im Gesamtgremium werden wir dann nochmals auf die Angelegenheiten zu sprechen kommen", so Dietz.

Die Idee des Zweiten Bürgermeister Siegfried Kirchner (FW), dem Bauausschuss eventuell eine höhere Kompetenz hinsichtlich der Auftragssummen für das Projekt Rathaus zu erteilen, die Grenze liegt gegenwärtig bei 10.000 Euro, wurde nicht gefolgt.

Ende März, Anfang April soll es nach den Worten des Bürgermeisters mit den Bauarbeiten losgehen. Die Gemeinderatsitzungen werden während der Umbauphase im Feuerwehrgerätehaus stattfinden.

Neues Schutzgebiet

Überarbeitet wurde nach Fertigstellung des Brunnens in Memmelsdorf das dortige Wasserschutzgebiet. "Ursprünglich reichte sie über die Alster hinweg; die neue Wasserschutzzone wurde etwas breiter als bisher angelegt", sagte der Bürgermeister. Auf die Frage von Gemeinderätin Birgit Finzel (CSU), warum eine Verlegung überhaupt notwendig wurde, antwortete Dietz, dass diese Forderung des Wasserwirtschaftsamtes schon länger bestehe. Mit Abschluss der Brunnenbaumaßnahme wurde das jetzt entsprechend angepasst.

"Das passt so", befand Gemeinderat Heinrich Döhler (SPD), weil sich nun alles klarer an bestehenden Flurgrenzen orientiere. Ob Landwirte mit Flächen im Wasserschutzgebiet Ausgleichszahlungen erhalten, fragte Gemeinderat Gerald Karl (FW) aus Wüstenwelsberg. Der Bürgermeister bejahte dies, sofern bestimmte Voraussetzungen und vereinbarte Punkte eingehalten werden.

Zweifel an den Proben

In diesem Zusammenhang bemängelte Gemeinderat Heinrich Döhler (SPD) Untersuchungen von Bodenproben. "Da kamen Ergebnisse zustande die nie und nimmer stimmen können, wenn man weiß, was auf den Flächen angebaut wird und wie diese gedüngt wurden", sagte der Landwirt aus Memmelsdorf. Das Problem der seiner Meinung nach fehlerhaften Ergebnisse könne an unsachgemäßer Behandlung der entnommenen Proben liegen. Die Fehler müssten auf dem Weg vom Feld bis ins Labor passiert sein, meint er. "Vor allem denke ich, dass es an der unzureichenden Kühlung liegt", so Heinrich Döhler. Jedenfalls seien die Proben "in die Tonne zu klopfen" und es müssten neue entnommen werden.

"Wenn wir schon viel Geld hierfür ausgeben, müssen wir uns auch darauf verlassen können, dass richtige Ergebnisse rauskommen. Es müssen neue Proben genommen werden", forderte Döhler. Bürgermeister Dietz zeigte sich über diese Feststellung überrascht und will der Sache nachgehen. Gemeinderat Robert Bohla (CSU), Landwirt aus Obermerzbach, meinte: "Da kann ich dem Heinrich nur beipflichten. Auch ich habe Ergebnisse gesehen, die so nicht stimmen können."

Neue "Schustergasse"

In Memmelsdorf wurde eine Straße zur "Schustergasse" gewidmet. Diese wurde neu erschlossen und wird teilweise bebaut. Sie zweigt von der Judengasse in Richtung Kindergarten ab. Die Bewohner des Ortes haben sich nach einer Abfrage für "Schustergasse" ausgesprochen, da dort in früheren Jahren mal ein Schuster tätig gewesen ist.
Im Feuerwehrgerätehaus und im Bürgerzentrum "Komm", werden Räume für Trauungen gewidmet. Trauungen mit wenigen Personen können im "Komm", solche mit einer größeren Personenzahl im Feuerwehrgerätehaus abgehalten werden, hieß es. Von der Standesamtsaufsicht bestehen hiergegen keine Einwände.

Energiekonzept

330 Seiten umfasst der Bericht über das "Engergiekonzept Rodachtal", welchen Bürgermeister Helmut Dietz an Gemeinderat Robert Bohla als Engergiebeauftragten der Gemeinde überreichte. Das Förderprogramm, mit dem junge Familien animiert werden sollen im Gemeindegebiet zu bauen, lief 2014 ab. Über eine Verlängerung wird man, nach nochmaliger Diskussion, bei einer weiteren Gemeinderatsitzung entscheiden, wenn es auf der Tagesordnung steht.

Angesprochen wurde von Gemeinderätin Birgit Finzel (CSU), dass im Bereich der Firma Rösler in Memmelsdorf ein Seitenstreifen durch Befahren mit schweren Lieferfahrzeugen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Bauhof wird sich die Sache ansehen, versprach der Bürgermeister.