Als Wohlfahrtsverband ist das Bayerische Rote Kreuz (BRK) ein anerkannter Dienstleister, wenn es um soziale Themen und Projekte im Landkreis Haßberge geht. Das sagte BRK-Kreisgeschäftsführer Dieter Greger beim Sommerfest an der Rettungswache in Hofheim.

Während ehrenamtliche Helfer bisher in den Bereitschaften, der Wasserwacht und dem Jugendrotkreuz wirkten, wolle der BRK-Kreisverband mit der neuen Gemeinschaft "Wohlfahrt- und Sozialarbeit" die soziale Arbeit bündeln. "Dieses Engagement wird im Mehrgenerationenhaus Haßfurt am deutlichsten sichtbar", unterstrich Greger. Er listete auf: 52 Bildungspatenschaften, 15 Projekte für alle Altersstufen, elf Kreativ-Samstage, zehn Kinderhotel-Übernachtungen, sieben Ferienprogramme und 17 Baby- und Kleinkindgruppen.


"Mittelständischer Betrieb"

Laut Dieter Greger ist der Kreisverband mit 342 Beschäftigten, 23 Bundesfreiwilligendienstleistenden und 16 Auszubildenden und Praktikanten ein Arbeitgeber in der Größe eines mittelständischen Betriebs. Zusätzlich engagierten sich in den ehrenamtlichen vier Gemeinschaften 1407 Helfer. "Insgesamt beschäftigen sich damit nahezu 1800 Menschen aus dem Landkreis mit Aufgaben des BRK", so der Redner.

Der gesellschaftspolitische Wandel, die ständige Änderung von Vorschriften und Förderrichtlinien sowie die steigende Technisierung beschäftigten das Rote Kreuz zunehmend und bedeuteten neue Herausforderungen. Als Beispiele führte Greger den neuen Notfallsanitäter, die Regelausbildung von drei Jahren, das Pflegestärkungsgesetz, die Erste-Hilfe-Ausbildung und den Digitalfunk an. Digitalisierung mache sich überall breit und bringe enormen Schulungs- und Eingewöhnungsaufwand.

Die Angebote des BRK-Kreisverbands reichen laut Geschäftsführer weit über die Pflege, das Mehrgenerationenhaus und den Rettungsdienst hinaus. Hier nannte Greger die Produktionsschule, die Migrationsberatung, den Suchdienst, die Jugendsozialarbeit an Schulen oder die Mittagsbetreuung. Auch das Gehört zur Bilanz: Angeschafft wurden zwei neue Einsatzfahrzeuge im Katastrophenschutz.


Treue Mitglieder geehrt

Anschließend zeichneten Dieter Greger und Vorsitzender Rudolf Handwerker treue Mitglieder aus. Eine der höchsten Ehrungen im Roten Kreuz, die Henry-Dunant-Gedenkmedaille, erhielt Jürgen Sieber. Der Rettungsassistent ist Leiter der Rettungswache in Hofheim. Seinen langjährigen ehrenamtlichen Dienst als "Einsatzleiter Rettungsdienst und Organisatorischer Einsatzleiter" hat er Ende 2015 aufgegeben. Dieter Greger bezeichnete Sieber als "ein Unikat in der Rotkreuzfamilie".

In den Ruhestand verabschiedet wurde Wolfgang Streng aus Ebern. Er war seit 1969 in der BRK-Bereitschaft Untermerzbach ehrenamtlich tätig und unterstützte den Rettungsdienst in Ebern. Das Hobby zum Beruf machte der gelernte Baufachwerker 1992. 1994 legte er die Prüfung zum Rettungssanitäter ab. Seitdem war er hauptamtlich an der Rettungswache Ebern tätig. Auch als Rentner übernimmt Streng ab und zu das Notarztfahrzeug in Ebern.


Beachtliche Verdienste

Seit 25 Jahren sind Ernestine Wagner, Markus Roth und Wolfgang Brühl beim Roten Kreuz in den Haßbergen tätig. Helmut Rehm ist seit 40 Jahren treu.
Ernestine Wagner aus Zeil kümmerte sich ab 1991 um die Mobilen Sozialen Hilfsdienste, die Vermittlung von Kur- und Erholungsmaßnahmen sowie die Behindertenarbeit. 2005 wechselte sie in die Produktionsschule als Anleiterin und Bürokraft.

Markus Roth aus Haßfurt trat 1982 ins Jugendrotkreuz ein, wechselte später als Ehrenamtlicher in die Bereitschaften von Knetzgau und Haßfurt. Nach seinem Zivildienst beim BRK wurde Roth Rettungsassistent und arbeitete an der Rettungswache Hofheim; seit Oktober 1992 ist er in Haßfurt tätig.
Wolfgang Brühl aus Eltmann absolvierte den Zivildienst im BRK. Im Juli 1991 übernahm der Kreisverband den gelernten Krankenpfleger hauptamtlich in den Rettungsdienst. Dort arbeitet er als Rettungsassistent an der Rettungswache Haßfurt.

Auch Helmut Rehm aus Wülflingen war im Jugendrotkreuz, leistete beim BRK Zivildienst und wurde 1976 als hauptamtlicher Rettungssanitäter eingestellt und 1990 zum Rettungsassistenten ernannt. Seit März 1995 ist er an der Rettungswache Eltmann tätig.


556 000 Kilometer und 14 069 Einsätze

Leistungsbilanz 2015 wurden im Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes 14 069 Einsätze abgearbeitet, davon 5780 Krankentransporte, 1263 Notfalleinsätze, 2800 Notarzteinsätze und 4226 sonstige Einsätze. Die Rettungsfahrzeuge fuhren 556 000 Kilometer, Die ehrenamtlichen Helfer leisteten über 21 000 Stunden.

Gruppierungen Ehrenamtliche wirkten in acht Schnelleinsatzgruppen, in zehn Bereitschaften (527 Mitglieder/ 59 400 Einsatzstunden), in fünf Wasserwacht-Ortsgruppen (848 Mitglieder/33 000 Einsatzstunden) und drei Jugendrotkreuzgruppen (32 Mitglieder/1300 Einsatzstunden). Gehalten wurden im Rotkreuz-Kreisverband 214 Erste-Hilfe-Kurse (2778 Bürger geschult).

Pflege Mit fünf Pflegestützpunkten im Landkreis betreute die Sozialstation 533 Patienten, die Fachstelle für pflegende Angehörige führte 291 Beratungen durch. Gut angenommen wird "Essen auf Rädern" mit rund 500 Kunden. Den Hausnotrufservice nutzten 207 Teilnehmer. Beim Individualfahrdienst listet das BRK 10 460 Fahrten mit 231 000 Kilometern, beim Linienfahrdienst 1057 beförderte Personen mit 1,18 Millionen Kilometern auf (61 eingesetzte Fahrzeuge; 151 gefahrene Linien).

Ehrenamt Die fünf Gemeinschaften sind die ehrenamtliche Basis. Die meisten aktiven Mitglieder des Roten Kreuzes sind in diesen Gruppen organisiert. Als Gemeinschaften gelten die Bereitschaften, die Bergwacht, das Jugendrotkreuz, die Wasserwacht, die Wohlfahrts- und Sozialarbeit. red