Das ist das Perfide am Terror dieser Tage: Es ist zwar höchst unwahrscheinlich, dass in einer ländlichen Region wie dem Kreis Haßberge ein Anschlag auf einen Faschingsumzug verübt wird. Indes: Die Gefahr, dass so etwa doch passieren könnte, sitzt in den Köpfen.

Die Menschen im Landkreis Haßberge haben auf ihre eigene Weise auf diese abstrakte Gefahr reagiert. Sie sind in Scharen zu den Umzügen geströmt. Zehntausende standen am Straßenrand und schauten sich am Sonntag die bunten Züge an. Die Menschen lassen sich nicht von Extremisten vorschreiben, was sie zu tun oder zu lassen haben.

Gleichwohl war die Sicherheit ein Thema vor den Umzügen und auch während der Veranstaltungen. Die Polizei führte im Vorfeld sogenannte Sicherheitsgespräche mit den Veranstaltern. Am gestrigen Sonntag waren mehr Beamte im Einsatz als sonst. Die Haßfurter Polizei hatte "Leute noch zusätzlich im Dienst", wie ein Sprecher der Inspektion in der Kreisstadt auf Anfrage bestätigte. Außerdem seien vor dem Hintergrund der Terrorgefahr weitere Vorkehrungen getroffen worden, hieß es.


Schwerpunkt Sand

Das Hauptaugenmerk legte die Polizei auf Sand. Dort fand der größte Fasenachtsumzug statt. Die Beamten achteten auf Personen, die irgendwie verdächtig erschienen, auf Gepäck, das Besucher dabei hatten, und auf Rucksäcke. Außerdem waren teilweise auch Hundeführer mit ihren Tieren im Einsatz.

Zufahrtsstraßen zu den Umzügen wurden mit Fahrzeugen blockiert, damit niemand mit einem Auto oder gar einem Lastwagen in die Menschenmenge rasen konnte. Allerdings: Jede kleine Straße ließ sich auf diese Weise nicht absperren.

In Sand haben die Veranstalter auf der Zufahrtsstraße zum Festzelt am Altmain Betonblöcke auf die Fahrbahn gelegt. In Zeil stellte die Feuerwehr ihre Autos quer auf die Straßen, und am Ort der Zugaufstellung in der Goethe-/Krumer Straße reihten sich die schweren Traktoren mit den Faschingswagen versetzt auf, so dass ein anderes Fahrzeug maximal im Slalom durchfahren konnte. Bei der anschließenden Party sicherten größere Faschingsgespanne den Marktplatz in Zeil ab.

Auch in Ebern und Oberaurach blockierten Fahrzeuge die Zufahrtsstraßen. Ebern stellte Löschzüge auf große Wege.

Bei aller abstrakten Gefahr für die Sicherheit versuchten die Veranstalter gelassen zu bleiben. Schließlich ist Fasching. In Zeil wie auch an den anderen Orten blieb alles ruhig.

Ein bisschen ein flaues Gefühl hatte Klaus Oppelt, der Zunftmeister der Zeiler Narrenzunft, gestern noch vor dem Zug. Weniger wegen der abstrakten Terrorgefahr, sondern eher deswegen, weil die Narrenzunft erstmals den Zeiler Faschingsumzug veranstaltete.