Jede Menge Pferdestärken und Schwerlasten waren angesagt. Am Wochenende fand im Eberner Stadtteil Brünn ein Oldtimer-Bulldog- und -Lkw-Treffen statt. Neben dem alten Blech standen historische landwirtschaftliche Geräte sowie das Lkw-Ziehen im Mittelpunkt.

In der prallen Sonne strahlten die Oldtimertraktoren und auch einige Oldtimer-Lkws auf dem Festgelände in Brünn. Dort richteten die Oldtimerfreunde Oberer Haßgau ihr diesjähriges Treffen aus. Für die Besucher war einiges geboten. Vom Dreschflegel über Stiftendreschmaschinen, einem historischen Steinbrecher hin zum modernen Holzhäcksler und zum Lkw-Ziehen in verschiedenen Klassen.


Gekrönte Häupter

Neben der Vorführung einiger landwirtschaftlicher Geräte fand bereits am Vorabend des eigentlichen Festtags ein Probelauf im Lkw-Ziehen statt. Bei einer Fahrt mit einem Oldtimer-Deutz über das Festgelände wurden die verschiedenen Königinnen des Jahres vorgestellt: Bulldogkönigin ist Nancy Wolf, Dreschkönigin Carolin Sollmann, Binderkönigin Corinna Sollmann, Kartoffelkönigin Ruth Kaffer und Hofprinzessin Lea Wolf.
Der Festplatz konnte am nächsten Tag kaum verfehlt werden, denn schon von weitem sah man einen Oldtimer-Deutz an einem Kran hängen. In Brünn angekommen erwartete die Besucher und Traktoristen, die teils von weither kamen, ein deftiges Weißwurstfrühstück. Eine Attraktion war die historische Dämpfkolonne von Walter Lehnert, der das Fest mit ausrichtete. Hierin wurden Kartoffeln gegart, die dann mit Quark oder Heringen verzehrt werden konnten. Diese Delikatessen genossen viele Besucher.

Die Dämpfkolonne hatte auch noch einen guten Nebeneffekt. Direkt daneben stand ein großer Holzzuber, der mit Wasser gefüllt war. Der heiße Dampf der Kolonne wurde in den Zuber geleitet, sodass das Wasser eine angenehme Temperatur erreichte. Vor allem einige kleine Gäste haben sich dort austoben können. Für die Kinder stand zudem noch ein Kettenkarussell der besonderen Art bereit.


Landwirtschaft im Wandel

Nachmittags gab es Vorführungen mit verschiedenen historischen landwirtschaftlichen Geräten, die Walter und Matthias Lehnert zusammen mit einigen Helfern bedienten. Der Schwerpunkt lag darauf, wie man früher Getreide gedroschen hat und wie sich der Getreidedrusch mit der Zeit verändert hat. Die Vorführung fand regen Zuspruch bei den zahlreichen Gästen. Zuerst zeigte Walter Lehnert mit einigen Drescherinnen, wie der Flegeldrusch damals vor dem Zeitalter der Maschinen funktionierte. Bei der nächsten Station ging es schon etwas moderner zu. Ein Göpel, der von einem "Elfer- Deutz" in Bewegung gesetzt wurde, diente als Antrieb für einen kleinen Stiftendrescher. Neben zwei weiteren, etwas größeren Dreschmaschinen wurde auch eine Putzmaschine vorgeführt, mit der die Körner von der Spreu getrennt werden. Bei vielen damaligen Dreschmaschinen geschah dies nämlich noch nicht automatisch.

Um die Entwicklung komplett aufzuzeigen standen verschiedene Mähdrescher bereit. Unter anderem eines der ersten Modelle, die von der Firma Lanz gebaut wurden. Auch ein Mähdrescher von Claas, der von einem Traktor gezogen werden musste, konnte angeschaut werden.


Steinbrecher in Aktion

Eine Maschine, die es nicht überall zu sehen gibt, wurde ebenfalls in Betrieb genommen: Ein historischer Steinbrecher, der von einem Deutz-Motor über Flachriemen angetrieben wird. Der Steinbrecher zermahlt große Gesteinsbrocken, sodass am Ende Sand beziehungsweise kleinere Steine mit unterschiedlicher Körnung herauskommen.

Die größte Attraktion erwartete die Besucher dann am frühen Sonntagnachmittag: Das Lkw-Ziehen stand bevor, bei dem die Oldtimertraktoren und vor allem ihre Fahrer zeigen konnten, was sie drauf haben. Aufgabe war es, mit dem Oldtimertraktor einen Lkw 30 Meter weit eine Steigung hinaufzuziehen. Traktoren mit einer Leistung bis zu 25 PS mussten einen mit Sand beladenen Magirus-Lkw ziehen, dessen Gewicht auf rund elf Tonnen kam. In der zweiten Klasse traten die Traktoren mit 26 bis 55 PS an. Sie mussten einen Henschel-Lkw ziehen, der mit Schotter beladen rund 20 Tonnen wog. Schließlich bildeten Traktoren mit 56 bis 80 PS Leistung die letzte Klasse. Ihnen stand das Ziehen eines mit Kies gefüllten Betonmischers mit einem Gewicht von rund 32 Tonnen bevor.



Spannender Wettbewerb

Gespannt standen die Zuschauer an der Strecke und fieberten sichtlich mit, ob die alten Traktoren es wohl schaffen würden, die schweren Lkws zu ziehen. Da gab es schon mal durchdrehende Reifen und aufheulende Motoren. Nicht nur die Leistung der Traktoren, sondern auch das Geschick der Fahrer trug erheblich mit dazu bei, ob man es schaffte, den beladenen Lkw bis ins Ziel zu ziehen. Während es der ein oder andere im Stehen versuchte, probierten es andere gar mit dem Rückwärtsfahren. Jeder hatte seine ganz eigene Technik.

Schließlich gewann in der ersten Klasse ein 15er Deutz. In der zweiten Klasse erreichte Matthias Lehnert mit einem Lanz D 8506 die Bestwertung, während in der dritten Klasse Florian Kuhn mit seinem Schlüter Compact 750 V siegte.