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Haßfurt
Konzert

Achtsam und mit Sinn für die feinen Töne

Das Duo "Carolin No", ein Stammgast beim Kulturamt in Haßfurt, begeisterte einmal mehr mit seiner außergewöhnlichen eigenen Musik und charmantem Auftreten.
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Die Singer-Songwriter Caro (rechts) und Andres Obieglo vom Duo "Carolin No" gaben beim Kulturamt Haßfurt live ein begeisterndes Konzert.Ulrike Langer
Die Singer-Songwriter Caro (rechts) und Andres Obieglo vom Duo "Carolin No" gaben beim Kulturamt Haßfurt live ein begeisterndes Konzert.Ulrike Langer
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Das Konzert des Duos "Carolin No" beim Kulturamt Haßfurt live in der Stadthalle in Haßfurt war geprägt von Gegensätzen. Auf der einen Seite die intensiven, leisen Lieder von Carolin und Andreas Obieglo, auf der anderen Seite der ebenso intensive, aber laute Beifall der Zuhörer, die das Künstlerehepaar am Ende auch wieder mit stehenden Ovationen bedachten.

Seit zehn Jahren beehren die Singer-Songwriter Haßfurt mit ihren Auftritten, bei denen sie ihr Publikum mit außergewöhnlichen Eigenkompositionen beglücken. Aus den ehemaligen befreundeten Studenten wurden 2008 Eheleute und ein Jahr später Profimusiker, die sich nun ausschließlich ihrer Musik widmen. Einer Musik, die gekennzeichnet ist durch poetische, tiefsinnige Liedtexte und einen Musikstil, der Elemente aus Jazz, Rock, Blues, Country oder Electro aufnimmt und daraus einen eigenständigen Sound entwickelt.


Hinreißende Musik

Bescheiden im Auftreten, humorvoll in den Ansagen und hinreißend beim Singen und Musizieren, faszinierten Caro und Andi Obieglo auch dieses Mal wieder. Caro, im schwarzen Kleid, strahlte im Rampenlicht mit ihren hellblonden Haaren und dem englischen Teint fast wie eine überirdische, elfengleiche Schönheit. Mit ihrer sinnlichen Stimme sang sie berührende Lieder auf Deutsch, Englisch und Italienisch und verzauberte ihre Zuhörer.

Was so viel Spaß macht, ihr zuzuhören, ist ihre überlegte Betonung der Silben, ihre Kunst, jedes Wort mit einer großen Achtsamkeit zu behandeln und ihm einen explizierten Platz in den Versen zu geben. Daneben beeindruckt ihre dynamische Bandbreite und ihre Ausdruckskraft.


Bilder aus Tönen

Als Zuhörer ist man gefangen in dem Gespinst aus Wort und Ton, eingenommen von der Ausstrahlung der Sängerin und begeistert von ihrem Partner. Denn Andi legt am Flügel und an der Gitarre einen Klangteppich aus, malt Bilder mit Tönen, jazzt, rockt und brilliert, setzt mit seinen Improvisationen musikalische Akzente und vereint seine schöne Stimme mit der Stimme seiner Frau zu hinreißenden Duetten. Auch die Zuhörer kamen in den Genuss, zwischendurch aufzustehen und kräftig mitzusingen - hat doch das Haßfurter Publikum den Ruf "wahnsinnig gerne zu singen".


Eine Patenschaft und Haindling

Zwischen den Songs erzählten die Musiker von ihren Erlebnissen oder von der Entstehung so mancher Lieder. Außerdem berichteten sie, dass sie die Patenschaft für das Projekt "Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage" für die Maria-Stern-Schule in Würzburg übernommen haben und stimmten ihren Patenschafts-Titelsong "Hände" an.
Andi Obieglo, der sich als "Haindling"-Fan outete, erzählte, wie er sein großes Vorbild Hans-Jürgen Buchner kennengelernt und ihm ein paar eigene CDs überreicht hatte und wie dieser ihm später berichtete, dass er die Musik von "Carolin No" wunderbar finde.


Ein "Text der Romantik"

"Darauf bin ich ganz stolz", so Andi, der auf "Goldene Schallplatten" anderer Künstler nicht neidisch ist. "Andere bekommen solche Auszeichnungen, doch wir haben einen Eintrag im Schulbuch", verkündete er stolz. Denn immerhin steht der Text ihres Liedes "Lovesong" im Deutschbuch der neunten Realschul-Klassen in der Rubrik "Texte der Romantik".

Caro und Andi Obieglo stehen derzeit am Ende ihrer Tour "Ehrlich gesagt" und haben gerade ihr Album "You and I" sowie zusammen mit Rainer Oberthür das Buch inklusive CD mit dem Titel "Was glaubst du - Briefe und Lieder zwischen Himmel und Erde" herausgegeben. Wie sie mitteilten, gehen sie ab März 2018 unter dem Titel "11 Years of November" auf große Jubiläumstour und so verabschiedeten sie sich bis dahin noch mit zwei Zugaben, darunter das Lied "Abend wird es wieder" auf einen Text von Hoffmann von Fallersleben, zu dem das Publikum gerne den Refrain mitsang.