Ein Unrechtsbewusstsein verspürte eine 49-jährige Autofahrerin aus dem Maintal offensichtlich nicht. Im Januar war nicht weniger als drei Mal von der Polizei kontrolliert worden, und jedes Mal saß sie alkolisiert am Steuer. Den Spitzenwert erreichte sie mit 2,35 Promille bei der ersten Kontrolle in Hofheim. Jetzt musste sie sich vor dem Amtsgericht in Haßfurt verantworten.


Ohne Führerschein erneut erwischt


Dass ihr Führerschein damals in Hofheim von der Polizei sichergestellt worden war, hielt die 49-Jährige laut Anklagevertreter Ilker Özalp nicht davon ab, sich fünf Tage später erneut an das Steuer ihres Autos zu setzen. Prompt wurde sie wieder erwischt, diesmal in Königsberg, diesmal mit gut 0,8 Promille Alkohol im Blut. Gut drei Wochen später wurde sie von der Polizei erneut in Königsberg aus dem Verkehr gezogen.
1,27 Promille hatte sie damals im Blut.

"Das ist schon recht erheblich, und ihr Führerschein war bei der zweiten und dritten Fahrt ja auch schon sichergestellt", hielt Ilker Özalp der Angeklagten vor.


"Bereue, dass ich gefahren bin"


"Das stimmt schon", räumte die 49-Jährige ein, die ohne Verteidiger vor dem Amtsgericht erschienen war. Jedoch warf sie ein, einmal nicht gefahren zu sein, sondern ihr Auto "nur angemacht" zu haben. Auf die Frage von Richterin Ilona Cover, ob sie denn ein Alkoholproblem habe, meinte die Angeklagte: "Ein bisschen, aber ich bereue es auch, dass ich gefahren bin."

Eine Polizeihauptmeisterin aus Haßfurt sagte als Zeugin aus, dass sie die Angeklagte in Königsberg einer Kontrolle unterzogen habe, weil diese "sehr schnell" von Hofheim Richtung Königsberg gefahren sei. Obwohl sie häufiger auf die Gegenfahrbahn geraten sei, habe die 49-Jährige niemanden direkt gefährdet.


Mal aggressiv, mal reumütig


Zum Verhalten der Angeklagten bei den Kontrollen sagte die Beamtin: "Sie meinte, dass sie alles im Griff hätte, mal war sie uneinsichtig und teilweise aggressiv, dann wieder reumütig." Ob es stimmt, dass in einem Fall die Angeklagte nicht gefahren sei, wollte die Vorsitzende von der Beamtin wissen. Diese erklärte, dass sie ein Stück aus einer Parkbucht herausgefahren sei. Als sie die Polizei erkannte, habe sie sofort wieder rückwärts eingeparkt. "Ich bin der Meinung, dass sie fahren wollte", so die Polizeihauptmeisterin.

Bei der letzten Fahrt mit 1,27 Promille kam die Angeklagte der Polizeistreife entgegen. "Wir wussten, dass sie keinen Führerschein mehr hat und haben sie deshalb angehalten", so die Zeugin. Richterin Cover stellte fest, dass das Bundeszentralregister für die Angeklagte schon einen aus dem Jahr 2012 stammenden Eintrag wegen Trunkenheit im Verkehr aufweise. "Das zeigt doch, dass sie mit dem Alkohol Probleme haben", meinte die Richterin und regte an, dass sie sich einer Suchtberatung unterziehen sollte.


"Ich habe große Fehler gemacht"


Der Anklagevertreter forderte eine Freiheitsstrafe von vier Monaten zur Bewährung und 18 Monate Führerscheinentzug sowie ein zusätzliches Fahrverbot von drei Monaten und eine Geldbuße von 300 Euro für eine gemeinnützige Organisation.

In ihrem letzten Wort sagte die Angeklagte: "Ich bin zufrieden mit dem was der Staatsanwalt beantragt hat, ich habe große Fehler gemacht."

Das Urteil des Gerichts lautete auf vier Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung. Vor Ablauf von 14 Monaten darf ihr keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden, außerdem hat sie 270 Euro Geldbuße an die Caritas zu zahlen. Weiter muss die 49-Jährige dem Gericht fünf Termine bei einer Suchtberatung nachweisen.

"Ich sag' es mal auf gut Fränkisch: Sie sind sturzbesoffen gefahren und danach wieder ohne Erlaubnis und erneut unter Alkoholeinfluss, sagte die Richterin." Sehr drastisch machte sie der Frau klar, was ein Verstoß gegen die Bewährung bedeuten würde: "Dann müssen sie die 14 Monate absitzen, ich hoffe, dass Ihnen das eine Lehre ist."