von unserer Mitarbeiterin Petra Malbrich

Gräfenberg — Die Hitze der vergangenen Wochen hat auf der Strecke zwischen Gräfenberg und Nürnberg Schäden verursacht. Ein Schienenersatzverkehr wurde zwar eingerichtet, er war aber gerade am Anfang schlecht organisiert. Regelmäßig wurde deshalb in Heroldsberg der Anschluss zwischen Schienenersatzverkehr und Zug um wenige Minuten versäumt. Das hatte zur Folge, dass Fahrgäste fast eine Stunde auf ihren Anschluss warten mussten.
"Zehn Züge pro Tag entfallen und werden durch Busse ersetzt.
Ursache sind mehrere Gleislagefehler nach der Hitzewelle der vergangenen Tage. An insgesamt fünf Stellen dehnten sich die Schienen in Folge der heißen
Temperaturen stark aus, sodass sie nicht mehr in der optimalen Lage liegen", sagte eine Bahn-Sprecherin. Als eher unangenehm empfindet es deshalb derzeit auch Heinz Meier, mit der Bahn zu fahren. Der Zug, der morgens kurz vor sieben Uhr am Bahnhof in Gräfenberg einfahren soll, kommt dort erst um 7.04 Uhr an. Pendler wie er beobachten, dass der Zug recht gemächlich die Seite wechselt.

20 Minuten Verspätung

Die Anschlussbusse in Eschenau fahren aber pünktlich weg. "Es ist mir zwei Mal passiert, dass ich dann 20 Minuten auf den nächsten Bus warten musste", ärgert sich Meier. Als Ingenieur arbeitet er Gleitzeit, insofern gibt es für ihn bei der Firma in Erlangen keine Probleme. Eine Angestellte, die pünktlich zu Ladenbeginn eine Geschäft aufschließen müsse, hätte aber durchaus Probleme.

Runter bis auf 20 km/h

"Früher hätten wir den Bus angefunkt, dass er noch einige Minuten warten soll", sagt ein Lokführer. Das "Früher", das war vor der Privatisierung. Abends hingegen funktioniere es gut. "Die Kleinbusse warten", sagt Meier, als er kurz nach 18 Uhr in einem dieser Kleinbusse, die die Ortschaften um Gräfenberg und Hiltpoltstein anfahren, sitzt.
Bedenken, dass aufgrund der Zugverspätungen und den verpassten Anschlussbussen einige Leute abspringen und aufs Auto umsteigen, hat der Gräfenberger Stadtrat Matthias Striebich (Grüne): "Das wäre schade." Warum das so ist und wann welcher Zug oder Bus genau fährt - mehr Informationen darüber würde sich Bernd Reinfelder wünschen. "Manche Zugfahrer gaben keine Auskunft", klagt Reinfelder. Er ist auf den Zug angewiesen, denn er besitzt keinen Führerschein. Seine Arbeitsstelle liegt in Fürth. "Jedes Jahr ist etwas mit dem Zug", seufzt er.
In der die Kurve in Weißenohe zum Beispiel drosselt der Zug sein Tempo auf 20 km/h; auch bei Eschenau an der Weiche und bei Großgeschaidt ist dies der Fall. Manchmal haben Passagiere das Gefühl, der Zug bleibe stehen. Und an manchen Stellen wackele es außerdem während der Fahrt. Passagiere wie Reinfelder müssen sich wohl auf weitere Unannehmlichkeiten einstellen. "Da die Reparaturarbeiten erst vollständig ausgeführt werden können, wenn sich die Temperaturen im Gleisbereich spürbar abkühlen, ist davon auszugehen, dass die Beeinträchtigungen andauern werden", sagt eine Bahn-Sprecherin.