Den geeigneten Ort für ein Zusammentreffen hatte sich der "Verein zur Förderung der Fränkischen Braukultur" beim 11. Tag der Erlanger Altstadt mit dem Rathausinnenhof ausgewählt. Denn der Martin-Luther-Platz, an dem sich auch das Stadtmuseum befindet, war ehemals das Zentrum der lokalen Bierproduktion.
Bereits vor dem großen Altstadtbrand im Jahr 1706 befanden sich fünf der sieben Brauereien am Martin-Luther-Platz, darunter Niklas und Ott. Von den späteren Neugründungen konnte sich lediglich die Brauerei Erich auf dem Markt behaupten. Sie war von 1869 bis 1874 der größte Exportbetrieb in Erlangen.
Eine weitere Sudstätte war die Brauerei Stahl bis Mitte der 1870er, aber auch Windisch, später Vierzigmann, dann Fischer bis 1902. Bis zum Jahr 1902 braute auch die Familie Kretschmann, die auf Johann Ammon überging, am Martin-Luther-Platz. Ammon setzte 1911 seinen letzten Sud an.


Treffen einmal im Jahr

Im Innenhof des Stadtmuseums hatten die Aktiven des Vereins ihre Zentrale aufgeschlagen. Kurt-Maria Adler, 1. Vorsitzender, aus Möhrendorf und seine Mitstreiter schätzen es, sich einmal im Jahr auszutauschen und eine wichtige Lokalität in der Region anzusehen, die mit dem fränkischen Brauwesen in Verbindung steht.
Zur Erinnerung an die Erlanger Brautradition hatten Vereinsmitglieder alte Fahnen der Erichbräu und Henninger-Reifbräu im Innenhof aufgehängt. Die Brauerei Erich hatte ihren Sitz unweit davon, am Altstädter Kirchenplatz 6. Sie gehörte ab 1972 zur Patrizier-Bräu und musste 1975 den Betrieb einstellen.
Die Henninger-Reifbräu war in der Hauptstraße 55-57 zu finden und exportierte mit Hilfe von Bahnwaggons an Fernkunden. Auch diese Brauerei wurde 1972 von Patrizier-Bräu übernommen und im November 1974 verließ das letzte Bier die Sudstätte. maw