Zu einem Tagesausflug nach Weimar mit großer Stadtführung und Besichtigung der Gedenkstätte Buchenwald hatte die Vorstandschaft der Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Gleusdorf-Poppendorf eingeladen. Als Reiseleiter fungierte der Vorsitzende der SRK, Norbert Lohneiß.
Die thüringische Stadt ließen sich die Besucher aus dem Itzgrund von Städteführerin Ursula Plumbaum zeigen. Der Gedenkstättenbesuch begann, wie Peter Vietze berichtet, schon in Weimar. Hier waren damals die Häftlingstransporte angekommen, ehe sie nach Buchenwald weitergeleitet wurden.
In der Stadt sind, wie die Besucher erfuhren, zahlreiche Bauwerke erhalten, die dem nationalsozialistischen System dienten und auf Verbrechen hinweisen, die dort auf dem nahe gelegenen Ettersberg geschahen. Zu sehen waren unter anderem der Marstall-Sitz der geheimen Staatspolizei, das Landgericht, das ehemalige Gauforum - ab 1937 erbaut, nicht fertiggestellt, und Pfähle des Lagerzauns von Buchenwald, die heute als Einzäunung eines Gartens in der Bauhausstraße dienen.
Damals wie heute führt der Weg von der Stadt nach Buchenwald über die Ettersburger Straße. Etwa zwei Kilometer hinter dem Ortsschild Weimar zweigt die 1939 von Häftlingen ausgebaute Zufahrtsstraße, genannt Blutstraße, zum Lager ab. Sie ist teilweise noch original erhalten.
Von dort geht es weiter zum ehemaligen Bahnhof Buchenwald. Seit 1943 war er Umschlagplatz für Menschen aus ganz Europa, die in der Rüstungsfabrikation eingesetzt wurden, und Ausgangsort für Transporte von nicht mehr arbeitsfähigen Häftlingen in die Vernichtungslager.
Das Konzentrationslager wurde ab 1937 errichtet. Zuerst war es für politische Gegner des Naziregimes und sogenannte Asoziale, Juden, Zeugen Jehovas und Homosexuelle bestimmt, mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden zunehmend Menschen aus anderen Ländern eingeliefert. Vor allem nach 1943 wurden in Buchenwald und seinen insgesamt 136 Außenkommandos KZ-Häftlinge rücksichtslos in der Rüstungsindustrie und im dortigen Steinbruch ausgebeutet.


Tausende von Toten

Obwohl das Lager kein Ort des planmäßigen Völkermordes war, fanden Massentötungen von Kriegsgefangenen statt, kamen viele Häftlinge bei medizinischen Versuchen und durch die Willkür der SS ums Leben. Insgesamt waren von 1937 bis April 1945, als das Lager von US-Truppen befreit wurde, rund 280 000 Menschen inhaftiert, von denen 56 000 starben.
Von 1945 bis 1950 nutzte die sowjetische Besatzungsmacht das Gelände als Internierungslager. Es wurden Personen, die als Mitglieder der NSDAP oder in einer Funktion dem nationalsozialistischen Regime nahestanden, aber auch willkürlich Verhaftete eingeliefert. Von etwa 28 000 Internierten starben über 7000 vor allem an den Folgen von Vernachlässigung und Unterernährung. Die Toten wurden nördlich des Lagers und in der Nähe des Bahnhofs in Massengräbern beerdigt. pv