Engagiert diskutiert wurde beim bildungspolitischen Stammtisch der SPD in Haßfurt. Mehrere Lehrkräfte sprachen mit den Landtagsabgeordneten Kathi Petersen und Martin Güll sowie dem Landtagskandidaten Rene van Eckert und Bezirksrat Bernhard Ruß über die Bildung.

Zu wenige Lehrer, zu viele Stundenausfälle - das ist ein Hauptproblem. Es präge den Schulalltag, sogar an den Berufsschulen, sagte Martin Güll, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Kultus im bayerischen Landtag. Petersen und Güll rechneten vor, dass es genügend Lehrer gäbe. "Auch Geld ist genügend da. Die Frage ist nur, welche Schwerpunkte man setzt", ergänzte Bernhard Ruß.

Beispiel Sand: Kommune zahlt

Er zeigte am Beispiel Sand auf, wie eine Kommune als reiner Sachaufwandsträger nun Kinderbildung und Kinderbetreuung organisiert und finanziert, "weil es der Staat nicht macht" - am Freitagnachmittag etwa, wenn die gebundene Ganztagsschule nur bis Mittag läuft. Der pädagogische Vorteil der Ganztagsschule verpuffe, wenn für die individuelle Förderung der Kinder die Stunden nicht mehr zur Verfügung stehen. "Die mobile Reserve ist doch kurz nach dem Schulanfang schon fest verplant durch Langzeit-Krankenfälle", sagte Kathi Petersen.

Lehrerberuf nicht mehr attraktiv

Diese Überlastung des Systems sei nur ein Grund dafür, warum der Lehrerberuf in Grund- und Mittelschulen nicht mehr attraktiv ist. Alle pädagogischen Berufe müssten dringend aufgewertet werden, sagte Ruß. Dazu müsse das gesamte System geändert werden.

2010 habe die SPD ein Konzept vorgelegt mit einer gemeinsamen zehnjährigen Schulzeit, das fast alle Schulstandorte gerettet hätte. Das sei in Bausch und Bogen abgelehnt worden. Dass das System der gemeinsamen Schulzeit funktioniert, zeige die Waldorfschule, erklärte deren Geschäftsführerin, Anette Achilles. sw