Der Zirkus Henry steht in den Startlöchern und will auf Tour gehen. Doch es finden sich keine Städte, die dem größten Mittelzirkus Deutschlands ein Gelände zur Verfügung stellen.

"Wir sind wunschlos glücklich, nur wir suchen Orte, in denen wir gastieren und die Leute mit unserem anspruchsvollen Programm begeistern können", sagt Zirkusdirektor Georg Frank. Seit der coronabedingten "Strandung" in der Gemeinde Dörfles-Esbach sucht der Zirkus nach Gastspielorten. Die Truppe sei verzweifelt, da keine Stadt oder Gemeinde einen Festplatz zur Verfügung stellen wolle, bedauert Georg Frank. "Egal wo wir anrufen, werden wir vertröstet. Oder hören wir: Fragen sie im nächsten Jahr noch einmal nach." Oder es heißt, dass es in der Gemeinde am Festplatz keinen Strom- oder Wasseranschluss gibt. Dabei wäre der Zirkus sogar in der Lage, sich mit einem Stromaggregat und "Wasserwagen" selbst versorgen zu können.

Auch die Frage nach dem Tierbestand werde immer gestellt, erzählt der Direktor. Dabei hat der Zirkus Henry keine Wildtiere und gestaltet sein Programm mit dressierten Ponys und Hunden. Kamele, Lamas und Alpakas ergänzen den Tierbestand. Davon könne sich jeder überzeugen, der dem Zirkus in Dörfles-Esbach einmal einen Besuch abstattet, erklärt er.

Ja, mit Pferden habe es schon einmal Ärger gegeben, war eine weitere Absage begründet, wie Georg Frank schildert. Er selbst werde oft auch offensichtlich angelogen, weiß der Zirkusdirektor.

Dennoch stellt er immer wieder auch schriftliche Anfragen und hofft nun doch, in der Bierstadt Kulmbach eine Genehmigung für ein Gastspiel zu bekommen. Auch die Korbstadt Lichtenfels habe ihr Entgegenkommen signalisiert, ist der Direktor zuversichtlich.

Schon viel erlebt

Nach einer Winterpause, so Georg Frank, brauche der größte Mittelzirkus Deutschlands zwischen zehn und 13 Spielorte. Er wäre schon froh, fünf bis sechs solcher Orte in nächster Zeit zu finden. Der Zirkusdirektor spielt sogar mit dem Gedanken, bei noch weniger Gastspielorten das gesamte Equipment zu verladen und alle 24 Fahrzeuge und Anhänger zu verlegen, wenn er die Garantie bekäme, dann wieder nach Dörfles-Esbach zurückkehren zu dürfen.

Im Laufe der Jahre habe er bereits viel erlebt, so der Zirkusdirektor. Neben der Pandemie habe es heftige Sturmschäden und auch einen Brandfall gegeben.

Georg Frank weiß wohl, dass es auch bei den Zirkusleuten "schwarze Schafe" gibt. Oft würden sie mit dem "fahrenden Volk" gleichgestellt und nur selten willkommen geheißen. Der Zirkus Henry hat keinen festen Standort und auch kein Winterquartier. Es existiert nur eine Postadresse in Hof. Deswegen komme es, so Frank, auch immer wieder zu Problemen mit den Zulassungsstellen, die bei einem Standortwechsel gleichzeitig einen Wohnungswechsel sehen.

Lobende Worte findet Georg Frank für die Gemeinde Dörfles-Esbach und die Wohnungsbaugesellschaft, die das Gelände zur Verfügung stellt. "Wir wollen der Gemeinde und auch den Bürgern des Landkreises etwas zurückgeben."

Benefizveranstaltung

Deshalb startet der Zirkus Henry sein Programm 2021 auf dem Festgelände in der Passchendaeler Straße. Ab Samstag, 31. Juli, findet eine Benefizveranstaltung statt. Der Eintritt ist frei. Freiwillige Spenden sind hier erwünscht. Ab Sonntag, 29. August, finden jeweils an den Wochenenden am Samstag und Sonntag um 17 Uhr Vorstellungen statt. Weitere Informationen und Spartickets im Internet unter www.circus-henry.de. Täglich ab 10 Uhr ist eine Tierschau möglich. des