Bernhard Panzer Die Initiative "Herzogenaurach packt an" setzt sich für schutzsuchende Menschen auf den griechischen Inseln ein. Erst kürzlich traten die Akteure an die Öffentlichkeit, es gab eine Kundgebung mit einem kleinen Demonstrationszug zu Bürgermeister Hacker. Kurz darauf durften die Herzogenauracher im Rahmen der Interkulturellen Woche den Vorstand des eingetragenen Vereins "Wir packen's an" begrüßen.

In einem ergreifenden Vortrag über die aktuelle Situation in einem der größten Flüchtlingslager "Moria" auf der Insel Lesbos konnten interessierte Bürger einen Einblick erhalten, wie die Lage vor Ort aussieht und was mit den gesammelten Spenden, durch den von der Kampagne unterstützen Verein, tatsächlich passiert.

Das berichtet Thilo Schaufler, einer der Organisatoren von "Herzogenaurach packt an" in einer Pressemitteilung. Und kündigt gleich die nächste Aktion an: eine Sachspendensammlung zugunsten der Flüchtlinge aus Moria. Diese hat die Mutter-Organisation "Wir packen's an" ins Leben gerufen, die Herzogenauracher beteiligen sich. Anlass ist die Umsiedlung der geflüchteten Menschen in das neue Camp auf Lesbos nach dem verheerenden Brand vor einigen Wochen.

Bis zum 1. November werden hierfür Winterklamotten sowie grundlegende Hygieneartikel und Schlafsachen gesammelt, um sie über eine gemeinnützige Spedition auf direktem Weg zu den betroffenen Menschen zu bringen, berichtet Schaufler. Und weiter: "Im Zuge unserer Sammelaktion werden wir auch die Unterstützung der Schulen anfragen." Gemeinsam mit der Initiative "Erlangen packt an" wolle man ebenfalls eine Sammelstelle in Erlangen einrichten und schließlich in Kooperation mit dem Klimacamp in Nürnberg den gesamten Landkreis mit ins Boot holen.

Der Winter rückt näher

Während die jetzt beginnende kalte Jahreszeit für viele Menschen die Vorfreude auf Weihnachten und das Wiedersehen mit der ganzen Familie bedeutet, so heißt es in der Pressemitteilung, "stehen Zehntausende Menschen im Flüchtlingslager Moria vor viel Ungewissheit." Das betrifft alles mögliche: "Zelte ohne Boden, Kälte und Nässe, fehlende Verpflegung sowohl sanitär wie auch medizinisch."

Und deshalb müsse es jetzt heißen: "Herzogenaurach packt an, sagt, so kann es nicht weitergehen!" Zusammen mit der Mutter-Organisation wird daher eine Sachspendensammlung gestartet. Alle gespendeten Spenden werden Anfang November direkt zu den Menschen gebracht, die von der EU konsequent ignoriert würden, wird berichtet.

Mittwochs und am Wochenende

Für Herzogenaurach wurde eine Sammelstelle im Liebfrauenhaus in der Erlanger Straße 35 eingerichtet. Hier können Bürgerinnen und Bürger unter der Woche jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr sowie von 16 bis 18 Uhr ihre Sachspenden abgeben. Zusätzlich wird es am Wochenende von 10 bis 18 Uhr ebenfalls die Möglichkeit zur Abgabe geben. Die erste Annahme erfolgt bereits am heutigen Mittwoch, 14. Oktober.

Die freiwilligen Helferinnen und Helfer aus Herzogenaurach hoffen auf eine große Beteiligung der Bürger an der Sammelaktion. Laut Thilo Schaufler sind sie überzeugt, dass sich auch in Anbetracht der Kürze der Zeit noch ein wichtiger Beitrag zum Schutz der hilfsbedürftigen Menschen an den europäischen Außengrenzen leisten lasse. Schaufler: "Wir werden uns solange für diese Werte einsetzen, bis jeder Mensch ein Dach über dem Kopf hat und geltendes Recht durch Staat und Regierung für ein friedliches Zusammenleben durchgesetzt wird."

Infos im Internet

Eine Liste der benötigten Sachspenden (siehe auch Infobox) sowie alle Informationen können auch über die Social Media-Kanäle oder über die offizielle Website des Vereins "Wir packen's an" abgerufen werden.

Facebook: https://www.facebook.com/herzo.packt.an

Instagram: https://www.instagram.com/herzogenaurach.packt.an/

Website: https://wir-packens-an.info/der-winter-kommt-unsere-solidaritaet-ist-grenzenlos/