Wohnraum in der Innenstadt zu schaffen, ist eines der Ziele der Stadtplanung in Neustadt. Mit einem Projekt der Oberfränkischen Baugenossenschaft Kronach in der Schillerstraße kommt die Stadt diesem Ziel einen Schritt näher. Dort entstehen 27 Wohnungen. Für das Projekt hielt Katrin Mayer, Chefin der Zimmerei Konrad in Kulmbach, am Donnerstag den Aufrichtspruch.

Die Gesamtwohnfläche wird 1580 Quadratmeter betragen, sagte Architekt Uwe Döring. Die Nachfrage nach Wohnungen in dem Gebäude in der Schillerstraße übersteige schon jetzt bei weitem die Anzahl der Wohnungen. Wegen der stetig steigenden Miet- und Grundstückspreise in den Großstädten sieht er einen Trend hin zum Wohnen auf dem Land. Als Voraussetzung dafür sieht er eine leistungsstarke Breitbandversorgung. Die Corona-Pandemie zeige gerade jetzt, welche Möglichkeiten die Digitalisierung bietet.

Döring ist daher überzeugt, dass mit der Möglichkeit von Home-Office und Videokonferenzen bezahlbare moderne Wohnungen in unserer Region weiter an Attraktivität gewinnen werden. Gleichzeitig stelle auch die Oberfränkische Baugenossenschaft fest, dass es zunehmend schwieriger wird, geeignete Baugrundstücke für den Geschosswohnungsbau zu finden. Es gelte - auch mit Blick auf die Klimaziele der Bundesregierung - Brachflächen zu reaktivieren, Baulücken zu schließen und durch den Abriss von Leerständen freie Flächen zu schaffen.

Genau das war am Standort in der Schillerstraße geschehen. Das Grundstück, das jetzt von der Wohnungsbaugenossenschaft bebaut wird, war früher gewerblich genutzt worden. Durch eine städtische Abbruchmaßnahme sei es jetzt wieder nutzbar gemacht worden und die Genossenschaft bekam die Möglichkeit, hier rund fünf Millionen Euro zu investieren.

Alle Wohnungen sind barrierefrei und über einen Aufzug erreichbar. Sie werden mit bodengleichen Duschen ausgestattet und haben durchweg einen Balkon beziehungsweise im Erdgeschoss eine Terrasse. Für die Fahrzeuge der Mieter stehen überdachte Stellplätze zur Verfügung. Dorthin werden Leerrohre verlegt, die eine Möglichkeit schaffen, Ladesäulen für Elektrofahrzeuge zu installieren, falls Mieter solche Fahrzeuge anschaffen.

Es wurde laut Döring Wert auf eine gute Wärmeisolation der Gebäude gelegt. Dazu ist für die Dächer eine extensive Dachbegrünung vorgesehen. "Immer öfter gibt es Starkregenereignisse, die zur Überlastung der Kanalisation führen. Der Gründachaufbau wirkt wie ein Schwamm und nimmt das Regenwasser zunächst auf, um es dann zeitversetzt an die Entwässerungsleitungen weiterzugeben", sagt Uwe Döring. Weil das gespeicherte Regenwasser auch zum Teil verdunstet, würden die darunter liegenden Wohnungen auch weniger stark aufgeheizt. Dachbegrünungen filtern außerdem Staub aus der Luft.

Eine Heizzentrale mit einem 100 Kilowatt starken Pelletkessel versorgt nicht nur die neuen Wohnungen, sondern über eine Fernwärmeleitung auch die bereits vorhandenen Wohnungen der Baugenossenschaft in der Schillerstraße.

In den kommenden Monaten wird nun mit Hochdruck am Innenausbau und der Fertigstellung der 27 Wohnungen gearbeitet.