Karl-Heinz Hofmann Überwiegend einstimmige Beschlüsse fasste der Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschuss in der Sitzung am Donnerstag im Rathaus. Erste Bürgermeisterin Angela Hofmann (CSU) begrüßte auch einige Bauwerber.

Ein erfreuliches Projekt am Krahenberg konnte mit einer Gegenstimme von Klaus Simon (SPD) positiv entschieden werden. Die Bürgermeisterin erklärte dazu, dass das Vorhaben schon einmal im Ausschuss vorgelegen habe und in der damaligen Sitzung dem Bauwerber empfohlen wurde, einige Veränderungen am Bauvorhaben vorzunehmen. Dies sei im Einklang mit Stadtplaner Daniel Gerber hervorragend gelungen, bescheinigten einige Räte in ihren Wortmeldungen, so dass man diesmal das gemeindliche Einvernehmen erteilen konnte.

Ihr Gefallen an dem nunmehr auf Intervention des Bauausschusses und des Stadtplaners erfolgten Veränderungen bekundeten Claudia Wellach (CSU). Tino Vetter (FW) lobte die Kompromissbereitschaft des Bauherrn, der mit Kreativität das Bauvorhaben abänderte, so dass er jetzt keine Einwände habe. "Das Gebäude passt gut in das Gebiet am Krahenberg", meinte Vetter.

Martina Zwosta (FL) gefiel die in vorangegangener Sitzung vorgelegte Baumaßnahme überhaupt nicht, aber die jetzige Version sei auch für sie machbar und sie könne mit einer Zustimmung leben. Winfried Lebok (CSU) fand die Ablehnung in einer vorherigen Sitzung gut: "Es hat sich viel in der Planung getan." Lebok dankte dem Bauherrn und dem Stadtplaner Daniel Gerber, die einen tragbaren, hervorragenden Kompromiss ausgearbeitet hätten.

Dem schloss sich Dritter Bürgermeister Bernd Liebhardt (CSU) an, der in dem Bauvorhaben eine schöne Fortsetzung zur Schwedenstraße sieht und diese Weiterentwicklung wahre auch den städtebaulichen Charakter. Liebhardt fand es für gut, in vorangegangener Sitzung eine Überarbeitung des Bauantrags empfohlen zu haben. Klaus Simon (SPD) konnte sich dagegen mit dem Bauvorhaben nach wie vor nicht anfreunden: "Das passt nicht in das Ortsbild, es ist eine Verschandelung", war seine Meinung der Landschaft.

Auf Baumbestand achten

Das Gremium erteilte mit 8:1 Stimmen das gemeindliche Einvernehmen mit dem Hinweis, dass die etwaige Beseitigung von Baumbestand, der der Baumschutz-Verordnung unterliegt, auf das notwendige Minimum zu beschränken und vorab mit der Stadtverwaltung abzustimmen ist.

Am Krahenberg in Nähe des Parkplatzes soll ein Neubau einer Wohnlage mit vier Wohneinheiten entstehen. Im Erdgeschoss sind sieben Pkw-Stellplätze vorgesehen, darüber vier Wohneinheiten und im Dachgeschoss ein Penthouse. Mehrheitlich Zustimmung fand auch ein Antrag auf denkmalpflegerische Erlaubnis zur Errichtung einer Garage mit funkmotorisierter Toröffnung. Allerdings ist der Garagenbau zu dicht an der ohnehin beengten Verkehrsfläche (in der Wolfsschlucht) geplant.

Stadtplaner Gerber schlug vor, den Garagenbau mittig auf einen Mindestabstand zur Grundstücksgrenze von zwei Metern (anstatt wie geplant 1,10 Meter) zu versetzen. Stadtplaner Gerber informierte, dass der Planer inständig darum gebeten habe, den Abstand bei 1,10 Meter zu genehmigen.

Mehrheitlich entschied sich das Gremium für die Version mit zwei Meter Abstand wie von Gerber vorgeschlagen. Unabhängig vom geringen Verkehrsaufkommen ist die Ein- beziehungsweise Ausfahrt übersichtlich zu gestalten. Davon unbenommen ist die bestehende, ortsbildprägende Hecke weitgehend zu erhalten.

Zur Verkehrssituation meinten Winfried Lebok und Daniel Götz (Zukunft Kronach), dass es in der Verantwortung des Verkehrsteilnehmers liege, sich aus dem Grundstück in die öffentliche Straße vorsichtig hinauszutasten. Für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Stellplätzen in Friesen wurde einstimmiges Einvernehmen erteilt. Es wurden einige Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplanes erteilt.

Dem Antrag auf Umnutzung des ehemaligen Sparkassengebäudes in Neuses zu neuer Tierarztpraxis wurde einstimmiges Votum erteilt.

Keine Werbetafel

Einem Antrag auf Errichtung einer doppelseitig beleuchteten Design-Werbetafel auf Monofuß in Ruppen wurde erneut eine Absage erteilt. Schon in der Sitzung am 12. März wurde der Antrag im Ausschuss abgelehnt, da eine Verschlechterung des Ortsbildes in unmittelbarer Nähe des "Ruppenwirtshaus" befürchtet wurde.

Das Landratsamt vertritt die Meinung, dass die Werbetafel in diesem Mischgebiet errichtet werden darf und bat die Stadt Kronach um nochmalige Prüfung. Die Räte waren sich aber einig, dass sich an der Sachlage nichts geändert habe und blieben daher konsequent bei ihrer Ablehnung. Bernd Liebhardt meinte aber, dass man wohl die Werbeanlagen-Satzung überarbeiten müsse.

Angesichts der Planungen für einen Hochschulcampus meinte Liebhardt, dass in Kronach in den nächsten fünf oder zehn Jahren ohnehin nichts mehr sein werde, wie es war.

Unter dem Punkt "Sonstiges" fragte Klaus Simon nach, ob die Stadt neue Erkenntnisse bezüglich eines Lagerplatzes in Wötzelsdorf hat. Laut Bürgermeisterin Hofmann liegen keine neuen Erkenntnisse vor.

Martina Zwosta sah im Stadtgraben eine Gefährdung für Kinder, weil vom Kinderspielplatz aus ein Trampelpfad zur Straße führt. Diese Gefahrenstelle sollte durch Absperrung oder Anpflanzung beseitigt werden.