"An der Süd- und Westfassade des Rathauses sind die Anstriche der Fenster wieder stark ausgewittert und offen", sagte Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) bei der Sitzung des Gemeinderates Untermerzbach am Montagabend. Dadurch dringe Feuchtigkeit in das Holz ein und der Verwitterungsprozess verstärke sich. Die letzte Überarbeitung war im Jahr 2015. Um die Außenfläche der Fenster zu schützen, sei es notwendig, die Farbanstriche zu erneuern. Hierfür lag ein Angebot in Höhe von knapp 4900 Euro vor. Das Gremium beschloss, den Auftrag für die Fensterrenovierung am Rathaus an eine ortsansässige Firma zu vergeben.

Beraten und beschlossen wurde in der Sitzung des Gemeinderates am Montagabend über ein Kanal- und Wasserleitungskataster mit Übernahme in ein grafisches Informationssystem (GIS) zur Nutzung durch Verwaltung und Bauhof. Diplomingenieur Tobias Blum vom Stromlieferanten Überlandzentrale (ÜZ) Mainfranken (vorher Lülsfeld) stellte dem Gemeinderat das Ganze vor.

Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) erwartet sich davon einen großen Vorteil für die zukünftige digitale Handhabung durch Verwaltung und Bauhof. "Das Kanal- und Wasserleitungskataster benötigen wir sowieso", sagte er, denn es gebe Vorgaben des Wasserhaushaltsgesetzes zum Unterhalt der Leitungssysteme. "Zudem ist es Voraussetzung für künftige Fördermittel in den beiden Infrastrukturbereichen", sagte Dietz.

Weiterhin könnten durch das System die Daten aus der Straßenbefahrung der Jahre 2014/15 übernommen werden. Der Bürgermeister bezifferte die Kosten auf etwa 37 000 Euro.

Tobias Blum stellte die ÜZ Mainfranken vor, die ein Netz mit 3800 Kilometer Gesamtlänge in Bayern betreue. Auch Vermessungsdienstleistungen seien nah an GIS gekoppelt. "Für die Kommune soll GIS ein Werkzeug sein für zentrale Verwaltungsgänge", sagte der Referent. Web-GIS sei zukunftsweisende Technologie. Der Abruf der Daten von Gemeinden könne über das Internet erfolgen, und der Zugriff sei von überall möglich über Tablet oder Smartphone, erklärte er.

Dritter Bürgermeister Dieter Reisenweber zeigte sich überzeugt: "Es steht für mich außer Frage, dass wir so was brauchen". Der Gemeinderat schloss sich dem einstimmig an und erteilte den Auftrag.

"Der vorhabenbezogene Bebauungsplan ,Industriegebiet Rösler' ist fertiggestellt", sagte Dietz. Für die Bebauung und das Umfeld mussten Flächen aus dem Landschaftsschutzgebiet des Naturparks herausgenommen werden. Da ein Ausgleich dieser Flächen von etwa acht Hektar erforderlich war, wurden entsprechende Flächen in der Flur Memmelsdorf und der Gemarkung Untermerzbach gemeinsam mit dem Naturschutz und dem Landratsamt festgelegt. Diese lägen allesamt an den Grenzen des Schutzgebiets, teilweise, wie an der Alster, schon auf den Schutzzonen des FFH-Gebietes oder in Grün- und Biotopbereichen, aber auch auf Flächen der Firma Rösler, erläuterte Dietz.

Acht Hektar Ausgleichsflächen

Um eine Herausnahme von Flächen aus dem Schutzgebiet und damit die Streichung in den Gremien leichter zu diskutieren, sei es von Vorteil, wenn für die Herausnahme Ersatz oder Ausgleich angeboten werden könne. Nach Darstellung durch das Gemeindeoberhaupt anhand von Plänen wurde der Änderung der Grenzen des Landschaftsschutzgebietes des Naturparks Haßberge, wie vom Landschaftsplaner ausgearbeitet, zugestimmt.

Es lag eine Eingabeplanung der Firma Rösler für den Neubau eines "Rösler Restaurants" vor. Der Gemeinderat erteilte sein Einvernehmen, ebenso für einen Tekturplan der Firma Rösler auf Neubau einer Keramikhalle und den Ausbau von Sozialräumen.

Am Kindergarten in Memmelsdorf soll aus Platzgründen eine Mobilraumanlage aufgestellt werden. Der Mobilraum, eine Art Container, kostet 103 000 Euro und wurde bereits bestellt.

Weiter wies Dietz darauf hin, dass Gemeindestraßen in verschiedenen Bereichen Risse im Asphalt aufweisen. Um diese im Heißverfahren durch den Bauhof verschließen zu lassen, würden vier Mann gebunden. "Da wir momentan, vermutlich bis ins Frühjahr, unterbesetzt sind und durch die vielen anderen anfallenden Arbeiten kein kontinuierliches Abarbeiten des Rissevergusses möglich wird, sollten wir das Angebot der Verguss-Firma BST, die bereits 2107 für uns tätig war, annehmen", schlug der Bürgermeister vor. Die Kosten schätzte er für 5000 Meter Risse auf 3000 bis 4000 Euro netto, wobei er sagte, dass möglicherweise "einige Meter mehr" anfallen könnten.

In Auftrag gegeben wurden bereits bei einer früheren Sitzung für die Synagoge und die Judenschule in Gleusdorf Elektro-, Fliesen- und Sanitärarbeiten für rund 20 000 Euro. Neu vergeben wurden jetzt Trockenbau- und Malerarbeiten in Höhe von 6300 Euro an eine ortsansässige Firma.

Einem Antrag auf Aufnahme der Kirchweihmusikanten unter die förderfähigen Vereine wurde zugestimmt. Dietz sagte: "Ich denke, wir können dem Antrag zustimmen, die sind immer flott unterwegs und sie bringen sich auch mit Spenden sozial ein."