Einst besiedelten zahlreiche Wirtshäuser die Herzogenauracher Innenstadt.Berühmt sind das Weiße Roß und der Schwarze Bär, die beide abgerissen worden sind.
Bernhard Panzer
"Getrunken und gegessen wird immer." Diese aus vielen vergangenen Jahrhunderten überlieferte Erkenntnis gilt nach wie vor. Nur heute hat sich die Anzahl der Gasthäuser in der Innenstadt reduziert - im Vergleich zu den zahlreichen Wirtschaften, die einst allein die Hauptstraße besiedelten.
Der Denkmaltag des Jahres 2009 galt den Wirtshäusern in Herzogenaurach. Damals wurden "Historische Stätten des Genusses" in Führungen präsentiert. Vier Jahre zuvor, im Januar 2005, berichtete der FT über eine neue Rubrik auf der Homepage der Stadt, die von dem damaligen Stadtarchivar Ernst Dittrich betreut wurde. "Herzogenaurach einst und jetzt" hieß es da, und keinen unbedeutenden Platz nahmen auch da schon die Darstellungen der einstigen gastronomischen Stätten ein.
Vor allem die Verwandlung der historischen Gebäude in der Hauptstraße 25 und 27, in denen die mittelalterlichen Gasthäuser "Zum Schwarzen Bären" und "Weißes Roß" beheimatet waren, wurde da aufgriffen. Diese wurden in der Neuzeit durch einen modernen, optisch auf alt getrimmten Geschäftsbau ersetzt. Jeder Herzogenauracher kennt es, das Domizil der Sparkasse in der Hauptstraße.
Den Abbruch der ehemaligen prächtigen Fachwerkgebäude bezeichnete Kreisheimatpfleger Welker bei einem Vortrag 2005 als "eine der größten Bausünden, die es in Herzogenaurach gegeben hat". "Heute", so fuhr er damals fort, " würde das nicht mehr gehen, nachdem die Bausubstanz ja noch gut war."
Heimatverein-Kalender
Drei einstigen Wirtshäusern hat jetzt der Heimatverein in seinem Jahreskalender einen Platz eingeräumt. Jahresübergreifend sind im Dezember 2016 und Januar 2017 zwei Blicke in die Hauptstraße aufgenommen worden. Eine Aufnahme aus dem Jahr 1928 zeigt das "Weiße Ross" und den "Schwarzen Bären" (Dezember), während der Januar mit einem Foto aus dem Jahr 1963 aufwartet: der Fehnturm mit angrenzenden Gebäuden der heutigen östlichen Hauptstraße, darunter die einstige Gastwirtschaft Fröhlich.