Leserbrief zum Thema Steigerwald: Der Naturpark Steigerwald umfasst eine Fläche von gut 129 000 Hektar. Durch glückliche Umstände konnte sich rund um den Markt Ebrach ein in Europa einzigartiger Buche...
Leserbrief zum Thema Steigerwald: Der Naturpark Steigerwald umfasst eine Fläche von gut 129 000 Hektar. Durch glückliche Umstände konnte sich rund um den Markt Ebrach ein in Europa einzigartiger Buchenwald mit einer Vielzahl sogenannter "Mammutbäume" entwickeln. Zu verdanken ist dies in erster Linie den Zisterzienser-Mönchen, die in Abgeschiedenheit leben wollten, sowie den Fürstbischöfen, die als Hauptzweck die Jagd betrieben, und nicht zuletzt dem früheren Forstamtsleiter Dr. Sperber, der entgegen dem damaligen Trend zu Fichtenplantagen und trotz Anfeindungen und beharrlicher Missachtung von Weisungen die Ursprünglichkeit weitestgehend erhalten konnte.
Dieses Gebiet, der "Hohe Buchene Wald" - auch "Klosterwald" genannt -, erstreckt sich auf einer Fläche von nicht einmal 800 Hektar. Das sind gerade mal 0,6 Prozent des Steigerwaldes. Und hier entbrennt ein erbitterter Widerstreit darüber, ob Buchen ab 80 Zentimetern oder schon ab 60 Zentimetern Durchmesser als Mammutbäume zu schützen sind oder aber gewinnbringend in einem Wirtschaftswald "geerntet" werden können. Warum kann man eine derart kleine Fläche nicht einfach vollständig aus der Nutzung nehmen und sich als Naturschutzgebiet selbst überlassen? Trittsteinkonzept hin oder her.
Wir sind es nachfolgenden Generationen schuldig, unser Naturerbe zu bewahren.
Wenn extrem ärmere Staaten wie zum Beispiel in Afrika (Serengeti) oder Südamerika (Amazonas-Regenwald) schon weitaus größere Flächen aus der Nutzung nehmen und diese als Unesco-Weltnaturerbe geschützt werden, müsste sich das wirtschaftlich starke Bayern auch im Hinblick auf einen dritten Nationalpark (10 000 Hektar = etwa neun Prozent des Steigerwaldes) eigentlich für ein solches Verhalten schämen.
Artur Geheeb
Fatschenbrunn
Das Naturparkgebiet umfasst vor allem landwirtschaftliche Flächen und bewohnte Gebiete. Der Wald im nördlichen Steigerwald hat eine Fläche von 21.000 ha. Ihre Prozentrechnungen sind Augenwischerei.
Die Zisterzienser-Mönche haben den Wald gerodet und intensiv genutzt, Naturschutz war für die ein Fremdwort.
Das Wirken des Herrn Sperber im Staatsforst war ein Wimpernschlag in der Entstehungsgeschichte des Waldes.
Wenn man Bäume unter 80 cm Durchmesser (gemessen in Brusthöhe) nicht mehr schlagen soll, kann man kein Wertholz für Möbel und andere Inneneinrichtungen mehr gewinnen, weil die holzverarbeitenden Betriebe auf solche Stämme angewiesen sind. Sollten diese Betriebe kein Holz mehr aus dem nahen Steigerwald erhalten, werden sie sich das woanders besorgen. Auch aus entfernten Regionen wo Raubbau getrieben und Regenwälder nieder gemacht werden.
Ja, wir sind es unseren Kindern schuldig, unsere Natur und Umwelt zu erhalten. Deshalb ist es das Vernünftigste, heimisches Holz, das in einem ökologisch bewirtschafteten Wald geerntet wird, nachhaltig zu nutzen.
In Bayern müssen wir uns weiß Gott nicht für unsere Forstwirtschaft schämen, sie gehört zu den vorbildlichsten weltweit. Wieso gibt es sonst einen ökologisch so hochwertigen Wald wie im Steigerwald? Holznutzung bei uns ist der beste Schutz der Tropenwälder.
Und fangen sie jetzt nicht wieder mit Herrn Sperber an, er war als Forstmann für nur 17 tha zuständig und in den nur 30 Jahren wo er im Steigerwald aktiv war, ist selbst dort keine kleine Buche 80 cm dick geworden.