Eine besondere Ehrung aus der Hand der SPD-Landtagsabgeordneten Alexandra Hiersemann und der Vorsitzenden der SPD Herzogenaurach, Renate Schroff, erhielt der bekannte Herzogenauracher Willi Mehler. Für 50 Jahre aktiver Mitgliedschaft in "seiner" SPD händigten die beiden Honoratioren die Willy-Brandt-Medaille aus. Die SPD ehrt damit Mitglieder, die sich um die Sozialdemokratie in besonderer Weise verdient gemacht haben. Beim Ehrenabend in der HerzoBar wurden weitere Mitglieder für 10 und 25 sowie 40 Jahre Parteizugehörigkeit geehrt.
In ihrer Laudatio zeichnete die Landtagsabgeordnete Willi Mehlers ehrenamtliches Engagement nach. Es begann 1967, als Mehler der SPD in Herzogenaurach beitrat. "Es war die Zeit als viele junge Menschen politisiert wurden. Es war eine unruhige Zeit und damals war die studentische Protestbewegung, dann die APO die Antwort auf die Große Koalition von 1966 bis 1969", erinnerte die Landtagsabgeordnete an die Zeit als Benno Ohnesorg in Berlin bei einer Demonstration erschossen wurde. Aus der APO entwickelte sich in den Folgejahren die RAF und wenn man die Entwicklung der Proteste mit dem heutigen Blick betrachtet, mache das nachdenklich, erklärte Hiersemann.
Willi Mehler wurde 1978 in den Stadtrat gewählt und war in der langen Zeit bis 2002 Mitglied in fast allen Ausschüssen, pflegte intensiv die Städtepartnerschaften zu Wolfsberg, Sainte-Luce-sur Loire und Kaya. Für sein ehrenamtliches Engagement wurde Mehler sowohl von der Stadt, als auch vom Ministerpräsidenten ausgezeichnet.


In vielen Ehrenämtern vertreten

Von 1974 bis 1978 war er Personalratsvorsitzender der Stadt, 1986 Vorsitzender des ASV Herzogenaurach, engagierte sich aktiv bei der Stadtjugendkapelle und pflegt zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr immer noch intensiv die Städtepartnerschaft mit Wolfsberg. "Willi Mehler, den in Herzogenaurach nahezu jeder kennt, nimmt die Stimmungen der Bevölkerung auf und gibt den Stadträten die Sorgen und Probleme weiter", lobte die Laudatorin den Jubilar.
So wie bei Willi Mehler hatte Alexandra Hiersemann viele persönliche Worte für die anwesenden Jubilare und erinnerte an wichtige politische Ereignisse, als sie in die Partei eintraten. In ihrer Ansprache rief die Abgeordnete dazu auf, sich zum Rechtsstaat und zur Demokratie zu bekennen: "Wir alle müssen und können als Demokraten gegen eine weitere Spaltung der Gesellschaft arbeiten und unseren Rechtsstaat bewahren - das ist heutzutage keine Floskel mehr." Hiersemann verteidigte auch den Gang der SPD in die Opposition. "Eine Demokratie braucht eine starke Opposition", erklärte die Landtagsabgeordnete. Denn eine Demokratie muss aufpassen, wenn es im Parlament keine Opposition mehr gibt!