"Jede Skulptur braucht ihren Raum, damit sie gut wirken kann", sagt Thomas Röthel. Für jede seiner mittlerweile elf Arbeiten, die den Wild- nun auch zum Kunstpark machen, wollte daher zusammen mit Annette Gräfin zu Ortenburg sorgfältig der optimale Standort gefunden werden. Im Ergebnis erschließt sich dem Betrachter tatsächlich selbst meist auch ohne Ausführungen des Künstlers, was ihn bewegt hat, das jeweilige Objekt an eben diesem Ort zu platzieren.

Hier korrespondiert eine hoch aufragende Stahlsäule mit dem Baum im Hirschgehege dahinter, dort nimmt eine flach installierte Formation den Schwung des Weges auf, der den Besucher zu dem Kunstwerk führt. Daneben wirkt eine Stele wie ein vom Blitz gespaltener Baum und erlaubt so einen Durchblick, der eine völlig veränderte Perspektive auf den Park erschließt.

Lange gehegter Wunsch

Die Idee eines Skulpturenparks hatte Annette Gräfin zu Ortenburg schon lange gehegt. Die Frage war nur, welcher Künstler dafür gewonnen werden sollte: "Ich wollte einen fränkischen Künstler. Es sollte nur einer sein, der alle Arbeiten installiert. Ich finde, der Betrachter erfährt mehr über den Künstler, wenn die Ausstellung die gesamte Bandbreite seines Schaffens abdeckt, als wenn mehrere Künstler jeweils nur eines ihrer Werke ausstellen." So, findet sie, entstehe eine bessere Beziehung zu den einzelnen Kunstobjekten. Wichtig war auch das Material. "Die Skulpturen stehen ja zum Teil in den Gehegen. Holz wäre da nicht das geeignete gewesen." Im Kontakt mit den Tieren hätten die Kunstwerke womöglich Schaden genommen.

Wenn sie jetzt durch den Park geht und die Skulpturen betrachtet, die sich je nach Standort immer wieder anders als regelrechte Sichtachsen präsentieren, dann steht für Annette Gräfin zu Ortenburg fest: "Ich finde, die Arbeiten sind perfekt für den Park." Thomas Röthel könnte sich kaum einen besseren Raum für eine solche Präsentation wünschen. "Es ist ja ein natürliches Materjal, das in einer natürlichen Umgebung gezeigt wird", sagt er. Einerseits sorgt das mit der Tageszeit wandernde Sonnenlicht dafür, dass die tonnenschweren Kolosse, die doch so leicht wirken, ständig anders erscheinen. Harte Schatten eines sonnigen Nachmittags, flaches Licht am frühen Morgen oder späten Abend - selbst die kontrastarme Beleuchtung an einem wolkenverhangenen Tag gibt den Objekten immer wieder ein anderes Aussehen. Andererseits gibt die Natur rund herum ständig einen neuen Rahmen. Frisches Frühlingsgrün wie gerade jetzt lässt die Arbeiten anders wirken als buntes Herbstlaub oder der schneeweiße Kontrast im Winter. Kein Wunder also, dass der Künstler selbst kaum erwarten kann, immer wieder zwischen seinen Werken zu sein, zu schauen, zu fotografieren. "Das wird spannend", sagt er "auch für die Besucher."

Mit Test und Maske

Die dürfen übrigens kommen. Auch jetzt. Ein negativer Corona-Test ist nötig und es muss eine Maske getragen werden. Trotzdem sind selbst an einem Wochentag mit sehr durchwachsenem Wetter einige Gäste da. An Wochenenden und Feiertagen ist ein kostenloser Test auch auf dem Parkplatz des Schlossparks in einem Zelt möglich. Dafür empfiehlt sich eine Anmeldung unter https://novida-test.de/standorte/tambach. Vollständig Geimpfte brauchen keinen Test, nur ihren Impfausweis. Alle aktuellen Regelungen für den Besuch des Parks finden sich auf der Homepage unter www.wildpark-tambach.de. Sie können sich je nach Inzidenz im Landkreis ständig ändern.