von unserem Mitarbeiter 
karl-heinz Hofmann

Stockheim — Auf Einladung des Elternbeirats drückten die Eltern der Grundschüler von Stockheim in den Abendstunden die Schulbank. In einem Vortrag "Der Junge - ein Geheimnis an sich" ging es um typische Verhaltensweisen von Jungs.
Väter und Mütter, aber auch das Lehrerkollegium, an der Spitze Rektorin Astrid Kestel, nahmen diesen Vortrag als kleine Fortbildung gerne mit.
Florian Ernst verstand es, das durchaus ernste Thema immer wieder durch lustige Randbemerkungen aufzulockern. Der verheiratete Erzieher und Vater von drei Kindern ging der Frage nach, warum das Verhalten von Jungs scheinbar schwer zu durchschauen ist. Sie gelten oft als laut, aufbrausend und schwierig in der Erziehung. Und tatsächlich, so informierte der Referent, stellten Jungs zwei Drittel aller Klienten von Erziehungsberatungsstellen und sozialpädagogischen Einrichtungen dar. Aber machen Jungen wirklich mehr Probleme? Das Verhalten der Jungs, ihre Sichtweisen und Beurteilungen müssen differenziert und erklärt werden. Die Medienerziehung und das Spiel mit Waffen wurden dabei genauso thematisiert wie konkrete Hilfestellungen zu Fragen der Eltern.
Immer wieder ging der Referent mit Beispielen aus der Praxis auf spezifische Verhaltensweisen von Jungs ein und ermöglichte den Zuhörern faszinierende Einblicke in die männliche Psyche.

Autorität statt Strafe

Eine wichtige Aussage war, dass Strafen für Jungs nicht beeindruckend seien, im Gegenteil, sie würden nicht beachtet und führten zu Trotzreaktionen. Besser sei eine fürsorgliche Autorität, die statt Strafe immer mit einer Aufgabe für Jungen verbunden sein sollte. Damit könne sich der Junge an der Wiedergutmachung messen und sehe darin eine neue Herausforderung, denn Jungs wollten gefordert werden.