Seitdem die Sporthalle am Ketschenanger abgerissen worden ist, bekommt die Alexandrinenstraße mehr Lärm vom Ketschenanger ab. Die abschirmende Wirkung der Sporthalle beispielsweise gegen den Lärm, der beim Frühlings- und Schützenfest entsteht, ist entfallen.

"Kaum wahrnehmbar"

Aber das Mehr an Lärm ist nach den Worten von Stefan Rohleder, Nürnberger Ingenieurbüro für Bauphysik Wolfgang Sorge, in der Größenordnung von ein bis zwei Dezibel und "damit subjektiv kaum wahrnehmbar". Allerdings sei auch die Schallreflexion durch den Abriss verschwunden. "Woanders gibt es daher weniger Lärm", erklärte Rohleder.

Der Bau und Umweltsenat nahm am Mittwoch die "schallimmissionsschutztechnische Untersuchung der Auswirkungen verschiedener Hotelstandorte im Bereich Anger/Rosengarten", wie der Tagesordnungspunkt formuliert war, zur Kenntnis. Berechnet wurden mögliche Lärmeinwirkungen bei folgenden Szenarien: • Der Ketschenanger wird als Festplatz um die Fläche der abgerissenen Sporthalle erweitert oder • ein Hotel steht parallel zur Ketschendorfer Straße oder • ein Hotel steht entlang der Alexandrinenstraße im Anschluss an das Kongresshaus.

Einerlei, ob auf dem Ketschenanger oder im Rosengarten ein Neubau kommt, der Lärm der Volksfeste würde nicht wesentlich deutlicher abgeschirmt. Ein Neubau anstelle der Sporthalle hätte die größte abschirmende Wirkung.

Ungeachtet dessen werden die nachts zugelassenen maximalen Lärmwerte für ein Wohn- und Mischgebiet in der Alexandrinenstraße schon jetzt "deutlich überschritten", wenn auf dem Anger ein Volksfest stattfindet, so Stefan Rohleder.

Im Frühjahr nächsten Jahres, so kündigte Stadtplaner Karl Baier an, werde ein neuer Bebauungsplan für das Gebiet Ketschenanger/Rosengarten aufgestellt, der den aktuellen Vorhaben entsprechen werde. In diesen Bebauungsplan werde die schalltechnische Untersuchung mit einfließen. cw