Nach wie vor ist es für Betriebe von großer Bedeutung, Fachkräfte zu gewinnen und sie im Unternehmen zu halten. Die Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Privatleben, Familie, Pflege und Beruf zu unterstützen, ist dabei eine Komponente, deren hohe Wirksamkeit häufig unterschätzt wird, heißt es in einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit in Schweinfurt.

Familien müssten für Kinder und oft auch für pflegebedürftige Angehörige sorgen. Insbesondere Frauen reduzierten deshalb ihre Arbeitszeit, um diese Aufgaben mit der beruflichen Tätigkeit vereinbaren zu können.

Mit der neu aufgelegten Broschüre "Freiräume im Alltag" haben engagierte Unternehmensvertretende und Unternehmensvertreter im gleichnamigen Arbeitskreis der Initiative Familienorientierte Personalpolitik einen Leitfaden erstellt, der sowohl dem Unternehmen als auch den Beschäftigten als Handwerkszeug dienen kann, um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sicherstellen zu können. Die darin enthaltenen Informationen sind nach Lebensphasen gegliedert und geben einen Überblick über die - insbesondere auch nicht so bekannten - Unterstützungsmöglichkeiten und Entlastungsangebote bis hin zu den finanziellen und steuerlichen Möglichkeiten für Unternehmen und Beschäftigte.

Seit zehn Jahren

"Es ist bemerkenswert, dass die Initiative seit nunmehr über zehn Jahren Unternehmen eine Plattform zur Vernetzung und Austausch bietet, die rege genutzt wird und dazu beiträgt, dass Fachkräfte durch eine familienorientierte Personalpolitik gewonnen und gehalten werden können", erläutert Thomas Stelzer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, der gemeinsam mit dem Landrat des Landkreises Schweinfurt 2007 die Initiative Familienorientierte Personalpolitik ins Leben gerufen hat. Inzwischen haben sich die Landkreise Haßberge, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld angeschlossen. Durch familienorientierte Personalpolitik werde die Attraktivität der Region für die Ansiedlung von Familien und Fachkräften erheblich erhöht, wird Thomas Stelzer zitiert.

Vor allem Frauen

Bad Kissingens Landrat Thomas Bold betont laut Pressemeldung: "In unserer Region sind viele Unternehmen angesiedelt, deren Beschäftigte überwiegend Frauen sind, die mit hohem Einsatz versuchen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen."

"Wenn Unternehmen ihren Beschäftigten Unterstützung nicht nur bei der Kinderbetreuung, sondern auch bei der Bewältigung des Alltags bieten, schaffen sie attraktive, von allen geschätzte Arbeitsbedingungen", so Wilhelm Schneider, Landrat des Landkreises Haßberge. Die Region Main-Rhön solle auch in Zukunft eine Region sein, wo es sich gut leben und arbeiten lässt.

"Mit der Broschüre wird ein Produkt geschaffen, welches von Unternehmen aller Branchen und Größen und über Landkreisgrenzen hinweg genutzt werden kann. Freiräume im Alltag zu schaffen, bringt Entlastung für Beschäftigte und damit auch einen Gewinn für Unternehmen", ergänzt Thomas Habermann, Landrat des Landkreises Rhön-Grabfeld.

Die neue Broschüre kann von der Internetseite www.familienorientierte-personalpolitik.de heruntergeladen werden.

Die Initiative bietet darüber hinaus auch 2021 diverse Aktivitäten an, auch in digitaler Form. Virtuelle themenbezogene Austauschrunden, das digitale Seminar "Betrieblicher Pflegelotse" und vieles mehr sind aktuell in Planung. Mehr Informationen, aktuelle Termine und Kontaktdaten sowie alle übrigen Publikationen der Initiative sind ebenfalls auf dieser Website zu finden. red