Stephan Herbert Fuchs Bodenvergifter, Giftspritzer, Tierquäler: Das Image der Landwirtschaft in weiten Teilen der Bevölkerung ist nicht gerade das Beste. Andreas Wolfrum aus Döberlitz im Landkreis Hof hat bereits 2017 eine umfassende Social-Media-Kampagne gestartet, um das zu ändern. Beim Infotreff Milch des Verbands der Bayerischen Milcherzeuger (VMB) in Bayreuth ermunterte der 29-jährige Landwirt die Berufskollegen, aktiv zu werden: "Wir müssen selbst agieren und nicht immer nur reagieren."

Über 11 000 "Freunde" hat allein seine Facebook-Seite, seine Bilder und Kurzvideos sehen regelmäßig viele Tausend User. Auch auf Instagram und You Tube ist Andreas Wolfrum unterwegs. Er bewirtschaftet im nördlichsten Teil Oberfrankens einen konventionellen Milchviehbetrieb mit rund 100 Kühen und betreibt mit einem Nachbarn eine Biogasanlage.

"Nutztierhaltung wird in Zukunft nur noch funktionieren, wenn wir die Landwirtschaft der Öffentlichkeit und der Politik erklären", so Wolfrum. Man müsse nach außen kommunizieren, dass Tierwohl entgegen mancher Meinung für die Bauern ganz oben auf der Agenda steht. Größtes Problem dabei sei es, dass es immer weniger Landwirte gibt und dadurch auch der Bezug der Gesellschaft zur Landwirtschaft immer mehr abnimmt. Dazu komme, dass viele Verbraucher idyllische Vorstellungen von der Landwirtschaft haben und dass sie empfänglich für Negativschlagzeilen sind. Dabei entstehe so manche Diskrepanz: "Jeder will regionale Lebensmittel, aber keinen will einen Stallneubau."

Mit Vorurteilen aufräumen

Dieses Phänomen gelte auch für andere Bereiche: "Jeder will erneuerbare Energien, aber keiner will Windräder."

Mit seinen Facebook-, Instagram- und You-Tube-Aktivitäten könne er mit einer realistischen Darstellung auch mit so manchen Vorurteil aufräumen. Viele Menschen glaubten immer noch, dass Landwirte den ganzen Tag mit zerrissenen Hosen und verdreckten Hemden herumlaufen.

Geschäftsstellenleiter Jürgen Geyer aus Kempten zog eine gemischte Bilanz über den Milchmarkt der zurückliegenden Monate. Corona habe alles kräftig durcheinandergewirbelt, so sein Fazit. Eigentlich sei man gut ins Frühjahr gestartet.

Doch mit Corona seien die Absätze im globalen Handel binnen kürzester Zeit eingebrochen. Immerhin seien inzwischen Zeichen der Entspannung erkennbar, der Warentransfer werde sich wieder normalisieren, so Geyer.