von unserem Mitarbeiter Lothar Weidner

Rödental — Der Stadtrat bekundete Interesse an einer Städtebauförderung - wie andere Landkreisgemeinden auch - und informierte sich im Rahmen einer zusätzlichen Sitzung über die Erstellung eines integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK). Die Räte erhoffen sich Fördermittel von 60 Prozent oder auch mehr bei gewissen Voraussetzungen.

Nachhaltige Entwicklung

Zur Sitzung wurde Isabel Strehle von der Regierung von Oberfranken geladen, die über Grundlagen und das Antragsverfahren ausführlich informierte. Es ging um die nachhaltige Entwicklung der Stadt für die nächsten zehn bis 15 Jahre, wobei ein gemeinsames Leitbild zu entwickeln sei. Nicht nur Investitionen stehen im Vordergrund, sondern auch die Daseinsvorsorge, so Strehle, die meinte: "Das wird eine schweißtreibende Arbeit."
Im Verfahren selbst ist eine Beteiligung der Bevölkerung eingeplant, ihre Wünsche und Bedürfnisse müssen erfragt und in Arbeitsgruppen untersucht werden. Dies mündet in einen Rahmenplan, beziehungsweise in einem Konzept. Über eine Dauer von einem Jahr wurde dabei gesprochen. Dann kommt die Phase der Umsetzung, über deren Einzelmaßnahmen der Stadtrat entscheiden muss, wobei die Regierung fachlich begleiten wird.
In der Regel werden öffentliche Vorhaben gefördert. Dabei sollten öffentliche und private Beteiligte kooperieren, was von der Regierung als wünschenswert angesehen wird. Dazu Strehle: "Es besteht ein erheblicher Sanierungsstau, wir wollen hier aufräumen und Angebote schaffen."
Da ein dringender Wohnungsbedarf für junge und alleinstehende Bürger besteht, sollte es eines der Ziele sein, die bestehende Bausubstanz in Ortskernen auszubauen, um den Wert der Häuser zu erhalten.

Defizitförderung

Auf die Frage des Bürgermeisters Marco Steiner (FW), ob auch der private Bereich eine Unterstützung erfährt, antwortete Strehle, dass zum einen lediglich Defizitförderung unter Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse erfolgen kann und zum zweiten die Stadt ein Förderprogramm auflegen könnte. Stadtrat Thomas Lesch (SPD) fragte nach Vorgaben. Eine davon sei die Bürgerbeteiligung sowie das Setzen von Prioritäten und die Steuerung durch eine Lenkungsgruppe, so Strehle, die die Frage von Stadtrat Jürgen Faber (Grüne), ob auch dem ärztlichen Praxissterben Einhalt geboten werden kann, dahingehend beantwortete, dass die Ausstattung einer Praxis nicht zu den Fördermöglichkeiten zählt. Grundsätzlich meinte sie: "Wir fördern nur dort, wenn keine anderweitige Förderung erfolgen kann." Stadtrat Elmar Palauneck wollte wissen, ob Private mit Förderung bei energetischen Sanierungen rechnen können. Klare Antwort von Strehle: "Nein."