Sind Kirchturmuhren eine profane Angelegenheit der Gemeinde oder eine kirchliche? Diese Frage stellte sich in der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend. Die Antwort darauf muss noch gefunden werden, die Räte vertagten das Thema auf die nächste Sitzung.

Konkret ging es um die Sanierung der Ziffernblätter am Turm der katholischen Kirche im Ortteil Wartenfels. Sankt Bartholomäus wird derzeit außen renoviert und Pfarrvikar Rüdiger Feulner hatte bei der Gemeinde um einen Zuschuss zur Uhrensanierung angefragt. Dabei geht es um 6100 Euro. Der Monsignore kann sich an eine Vereinbarung erinnern, nach der die Uhrzeit am Turm des Gotteshauses Aufgabe der Kommune sei; nach einem konkreten Vertrag muss allerdings noch gesucht werden.

Die bayerische Gemeindeordnung sagt dazu nichts, berichtete Geschäftsstellenleiter Frank Wunner. Allerdings gebe es im Hessischen entsprechende Absprachen, so dass Bürgermeister Christian Ruppert (CSU) vorschlug, den Antrag zu vertagen, bis konkrete Unterlagen vorliegen. Die gleiche Frage würde sich gegebenenfalls auch im Zug der derzeitigen Sanierung der evangelischen Kirche stellen - wobei es auch möglich sei, dass es historisch unterschiedliche Abmachungen in den verschiedenen Orten mit der jeweiligen Konfession gab.

Überhaupt ging es in der Sitzung darum, was eine kommunale Pflichtaufgabe sei, ob diese noch zeitgemäß und wie dringlich sie umsetzbar ist. Der Feuerwehr im Hauptort Presseck gab der Gemeinderat zumindest ein positives Signal: Sie bekommt ein neues Gerätehaus, dies allerdings nicht sofort. Darüber könne man erst in den Jahren 2028 bis 2030 reden. Die Gemeinde hat laut Bürgermeister Ruppert in den vergangenen vier Jahren allein aus eigenen Finanzen mehr als eine halbe Million Euro in die Ortsfeuerwehren investiert und beweise damit ihre Unterstützung für die Brandbekämpfung.

Kurzfristig nicht machbar

Allerdings habe Presseck derzeit zwei Großprojekte laufen, die den kommunalen Haushalt bis an dessen Grenze belasten: die Sanierung des Schulhauses und das Leaderprojekt für eine positive Bevölkerungsentwicklung. Dass das jetzige Feuerwehrhaus aus dem Jahr 1954 mitten im Ort nicht mehr den Anforderungen genüge, sei klar. Es ist mit jetzt zwei Einsatzfahrzeugen zu klein. Die Feuerwehrleute haben neben den Fahrzeugen viel zu wenig Platz zum Umziehen und auch zu wenig Stellplätze für ihre Autos bei akuten Einsätzen. Dennoch sei der Bau eines neuen Hauses für überschlagsweise zwei Millionen Euro kurzfristig einfach nicht machbar.

In diesem Sinn argumentierten auch alle Fraktionen im Gemeinderat, sagten aber einen Neubau "in naher Zukunft" (so Raimund Graß für die CSU) zu. In jedem Fall solle die Feuerwehr jetzt schon ihre Vorstellungen planen. klk