Lisa Kieslinger

Der Angeklagten wird vorgeworfen, zwei Arbeiter, die zwischen März 2015 und Mai 2016 für ihre Umzugsfirma tätig waren, nicht versichert zu haben. Im Laufe der Zeit ist für die beiden Arbeiter ein Gesamtbeitragsschaden von 1015,28 Euro entstanden. Die Staatsanwaltschaft warf bei der Verhandlung am Amtsgericht der Angeklagten Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt in fünf Fällen vor.
Die beiden Arbeiter, um die es geht, seien gute Bekannte von ihr und selbstständig tätig, entgegnete die Angeklagte. Sie habe bei einem großen Umzug in Bamberg Unterstützung von außerhalb gebraucht und sei deshalb auf die beiden Selbstständigen zugegangen. Diese hätten selbst bestimmt, was sie wann gemacht haben und wie lange sie geblieben sind.
Richterin Breith hat daran große Zweifel: "Nach Aktenlage und den Aussagen der Arbeiter beim Zoll sieht das nach einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis aus. Sie wussten nur durch Sie und ihre Mitarbeiter, was sie tun sollen."


Zeugen werden doch angehört

"Von zwei Arbeitern waren Rechnungen dabei. Da sind wir hellhörig geworden", sagte der Zollbeamte, der die Umzugsfirma der Angeklagten überprüfte. Die beiden Arbeiter, die der Angeklagten ihre Arbeit in Rechnung stellten, hätten ausgesagt, dass die Angeklagte Zeiten und Arbeiten vorgegeben habe. "Das Gesamtbild zeigt, dass ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis vorlag."
Dies bestätigte auch der zweite Zeuge, der bei der Deutschen Rentenversicherung in Würzburg arbeitet und für den Zoll nachgerechnet hat, wie viel die Angeklagte an die Krankenkassen nachzahlen muss.
Die Arbeiterin, um die es bei der Anklage auch geht, erklärte, manche Sachen habe sie alleine erledigt, bei anderen habe sie die Hilfe von den Angestellten der Angeklagten gebraucht. Ihre Arbeitszeit habe sie jedoch immer selbst bestimmt.
Der zweite Arbeiter erschien nicht. Die Anwältin der Angeklagten will aber nicht auf dessen Aussage verzichten. Zum Fortsetzungstermin am 21. November wird der Zeuge deshalb erneut geladen.