In Kulmbach arbeiten Forscher an der Ernährung der Zukunft. Professorin Susanne Baldermann beschäftigt sich mit dem Stoffwechsel von Pflanzen und zieht daraus Schlüsse für eine künftige Landwirtschaft, die gar nicht mehr nur auf dem Land stattfinden muss: "Vertical Farming" in urbanen Räumen als Reaktion auf Klimawandel und Bodenknappheit ist ein Forschungsfeld der Professorin für Food Metabolom an der neuen Fakultät VII für Lebenswissenschaften: Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit der Universität Bayreuth in Kulmbach.

Die Versorgung der Menschen mit ausreichend gesunden Lebensmitteln kann nicht mehr nur auf traditionelle Landwirtschaft setzen: Zum einen stellt der Klimawandel Lebensmittelproduzenten vor große Probleme, zum anderen leben immer mehr Menschen in Städten und haben keinen Zugang zu regionalen, frischen Lebensmitteln.

Eine Alternative zu herrschenden Agrarsystemen kann die Indoor-Aufzucht von Lebensmittelpflanzen in Schränken, Regalen oder Fabrikhallen sein.Wer in Pflanzenfabriken auf mehreren Etagen rund um die Uhr Gemüse anbaut, hat dort bezogen auf den Quadratmeter ein Vielfaches an Ertrag.

Weil diese Methode bei gleichbleibenden Temperaturen und gleichmäßigem Licht gänzlich ohne Witterungseinflüsse und Jahreszeiten auskommt, wird ganzjährig in gleicher Qualität produziert und geerntet. Die Pflanzen wachsen nicht in Erde, sondern auf speziellen Untergründen. Dazu braucht es auch spezielle Pflanzen: "Wir versuchen, Pflanzen so exakt wie möglich zu analysieren, beurteilen ihre Inhaltsstoffe und treffen Aussagen über deren ernährungsphysiologische Eigenschaften."

Sobald die Labore in Kulmbach ausgestattet sind, wird Professorin Baldermann die Analyse von Inhaltsstoffen von "Indoor-Gemüse und -Kräutern" in ihre Forschungsarbeiten integrieren. red