Was die Wasserversorgung betrifft ist das Stadtsteinacher "Oberland" um die Stadtteile Triebenreuth, Bergleshof und Schwärzleinsdorf sowie Vogtendorf, das teilweise zu Guttenberg gehört, eine eigene Welt. Die beiden Anwesen in Bergleshof haben eigene Brunnen, die drei anderen Dörfer werden über einen Hochbehälter neben der Verbindungsstraße Bergleshof-Triebenreuth versorgt. Der wird durch zwei Quellen gespeist: Eine nördlich etwas unterhalb von Triebenreuth, die andere zwischen dem Hochbehälter und Vogtendorf.

Im Rekord-Sommer des vergangenen Jahres war ein Hausbrunnen in Bergleshof ganz versiegt, der andere reichte gerade so aus, ebenso die Schüttung der beiden Quellen. Die Stadtwerke Stadtsteinach mussten in dieser Zeit Wasser per Tankwagen zu den Dörfern oberhalb des Steinbruchs fahren.

Laut Wasserwart Andre Dütsch haben sich die Quellen bis heute nicht ausreichend "erholt." Die Stadt Stadtsteinach sieht sich deshalb gezwungen, nun etwas zu unternehmen. Zur Erstellung von Konzepten, die Wasserversorgung künftig zu sichern, hatte die Stadt das Ingenieurbüro für Bauplanung (IBP) in Kulmbach beauftragt. Die Entwürfe stellte Christian Heiß den betroffenen Bürgern bei einer Ortsteilversammlung im Triebenreuther Feuerwehrhaus vor.

Laut Bürgermeister Roland Wolfrum wollte die Stadt die Ansichten der Beteiligten zu den verschiedenen Möglichkeiten der künftigen sicheren Versorgung erfahren, noch bevor sich der Stadtrat eingehend mit diesem Thema befassen wird. "Jetzt macht mal, und wenn es fertig ist, war es sowieso falsch. Das wollen wir nicht", sagte Wolfrum.

Die Kosten schätzt IBP je nach Art der Maßnahmen auf zwischen 1,3 und zwei Millionen Euro. Die würden jedoch nicht allein den Betroffenen auferlegt, sondern werden langfristig auf alle Stadtsteinacher Bürger plus die Vogtendorfer über den Wasserpreis umgelegt, betonte Wolfrum. Generell sei die Wasserver- und Abwasserentsorgung eine gemeinschaftliche Angelegenheit; die Stadtsteinacher sind an den Kosten für Maßnahmen zum Beispiel in Triebenreuth genauso beteiligt wie die Triebenreuther an den Kosten für Maßnahmen in Stadtsteinach. Der erstmalige Anschluss der Bergleshofer an die öffentliche Wasserversorgung trifft die beiden Anwesen allerdings ausschließlich selbst.

Laut Christian Heiß vom Planer IBP gibt es vier Möglichkeiten, die Wasserversorgung im Oberland zu sichern: Zum einen könne man die beiden Brunnen ertüchtigen und Bergleshof über den bestehenden Hochbehälter versorgen, alternativ an den Stadtsteinacher Hochbehälter am Hainberg anschließen, was wegen des Höhenunterschieds teuer und wegen des langen Verbleibs des Wassers in der Druckleitung hygienisch nicht mehr einwandfrei sei. Zum anderen könne man einen neuen Hochbehälter auf der Höhe bauen und alle Orte anschließen. Dies wäre mit 1,3 beziehungsweise 1,5 Millionen Euro die günstigere Variante, würde aber die Versorgung nicht unbedingt auf Dauer sicherstellen.

Förderungen bis zu 50 Prozent der förderfähigen Maßnahmen gebe es nach Rücksprache mit dem Wasserwirtschaftsamt hingegen für zwei andere Varianten: Zum einen könne man das Oberland an den Hochbehälter von Stadtsteinach anschließen. Damit wäre die Wasserversorgung gesichert, denn wenn das Stadtsteinacher Eigenwasser nicht mehr ausreicht, wird Fernwasser aus der Ködeltalsperre zugeführt. Kostenschätzung: 1,6 Millionen Euro.

Zum anderen könnte man die beiden Hochbehälter miteinander verbinden und durch eine entsprechende Steuerung Wasser ins Oberland pumpen, wenn der Hochbehälter dort leer ist. Im (im Oberland wasserreichen) Winter könnte man überschüssiges Wasser von dort in den Stadtsteinacher Behälter leiten und damit die Zuführung von Fernwasser verringern. Kostenschätzung für diese Variante: zwei Millionen Euro.

Die letzte Version schien der Ortsversammlung, trotz der höchsten Kosten, die favorisierte zu sein. Nachfragen gab er nur zu Einzelheiten. Entscheidend war für die Bürger die Versorgungssicherheit, die auch bei einer Sanierung der eigenen Quellen nicht dauerhaft gewährleistet ist. Zudem will man das Eigenwasser, soweit es sprudelt, auch weiterhin nutzen und nicht einfach wegfließen lassen. Mit diesem Statement der betroffenen Bürger geht Bürgermeister Wolfrum nun zur eigentlichen Beratung in den Stadtrat.