Andreas Lösch

Was wird vor Ort benötigt? Eine wasserdichte Mulde, um nach einem Unfall verunreinigtes Erdreich abzutransportieren? Oder ein voll ausgestatteter Container, in dem zum Beispiel Personen nach einem Wohnhausbrand untergebracht und versorgt werden können?
Mit einem Wechselladerfahrzeug lässt sich je nach Bedarf ein passendes Modul aufladen, so dass nicht für alle möglichen Einsätze ein Spezialfahrzeug vorgehalten werden muss. "Das macht uns sehr flexibel", sagt Martin Volpert, Kommandant der Feuerwehr Haßfurt. Seine Truppe hat die Stadt Haßfurt von dem Konzept überzeugt, das laut Volpert bereits bei vielen Berufsfeuerwehren eingesetzt wird und auf das auch mittlerweile größere freiwillige Feuerwehren wie die in Haßfurt setzen. Damit sollen "die Flexibilität und die Einsatzmöglichkeiten im Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Haßfurt signifikant gesteigert werden", erklärt Volpert, zudem spare man dabei langfristig Geld, weil dank der austauschbaren Abrollbehälter (AB) "die laufenden Unterhaltskosten" für Fahrzeuge entfallen, die sonst einzeln angeschafft werden müssten.
Volpert erklärt, dass die Stadt in den kommenden 20 Jahren so rund 750 000 Euro spart. Insgesamt kostet das Wechselladerkonzept, das bis 2021 schrittweise umgesetzt werden soll, rund 2,5 Millionen Euro. Die Stadt Haßfurt trägt davon nach Angaben von Bürgermeister Günther Werner (WG) etwa 1,3 bis 1,5 Millionen Euro, die Regierung von Unterfranken habe aufgrund der "hohen Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit des Konzepts" entsprechende Zuschüsse in Aussicht gestellt.


Nicht für Erstangriff gedacht

Was kann so ein Wechsellader? Im Prinzip alles, sofern man das passende Modul dazu hat. Allerdings: "Das Konzept wird kein Fahrzeug für den Erstangriff ersetzen", sagt Volpert. Diese kleinen, wendigen Fahrzeuge die mit wenig Besatzung schnell vor Ort sein können und zum Beispiel erste Löscharbeiten oder Vorbereitungen für nachfolgende Trupps verrichten sollen, bleiben dem Fuhrpark der Feuerwehr Haßfurt weiter langfristig erhalten. Jedoch ist nun laut Volpert im Bereich der Ergänzungsfahrzeuge ein umfangreiches Repertoire vorhanden, das platz- und geldsparend ist und schnell einsatzbereit.
Die Feuerwehr Haßfurt hat bereits ein mit Kran ausgestattetes 400-PS-Fahrzeug in Betrieb genommen und gestern vorgestellt. Als erstes Modul wurde der AB "Mulde" angeschafft. Ein zusätzliches Fahrzeug ohne Kran sowie weitere elf Module werden in den kommenden Jahren schrittweise ergänzt. Geplant sind unter anderem ein AB "Wasser", der das Tanklöschfahrzeug ersetzen soll, und ein AB Strom/Licht sowie ein AB "Sonderlöschmittel". Die Feuerwehrleute werden für das neue Konzept geschult und ausgebildet. Die Haßfurter Feuerwehr ist die erste Truppe im Landkreis, die dieses System umsetzt. Ein Vorbild für andere Wehren?