Bernhard Panzer Für Hertha und Franz-Josef Lang war es keine Frage: Zur Eröffnung der Tourist-Information der Stadt im ehemaligen Verkaufsladen ihrer Bäckerei "musste" ein Apfelkuchen her. Mit eigener Rezeptur, und aus eigener Herstellung. Das Ehepaar Lang ließ es sich nicht nehmen, den Nachmietern ein süßes Willkommensgeschenk zu machen.

Die jetzigen Mieter nahmen diese Geste mit Freude und Dankbarkeit auf. "Die Bäckerei Lang bleibt mit dem Herzen dabei", sagte die Leiterin Stadtmarketing, Judith Jochmann. Das zeigt sich übrigens auch in den großflächigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die an der Wand des Büros angebracht wurden und die Bäckerei Lang im Ensemble in der Hauptstraße zeigen. So lebt der alteingesessene Traditionsbetrieb in den kommenden Jahren zumindest in den historischen Fotos weiter.

Denn so lange das Projekt Rathausneubau andauert, so lange wird die städtische Tourist-Info im Haus der Bäckerfamilie Lang zu finden sein. Wegen des Neubaus musste man aus dem Schlosshof ausziehen. Im Gegensatz zur gesamten Rathaus-Verwaltung, die ein paar hundert Meter weiter in den Westen umgezogen ist, findet man die Tourist-Info auch künftig mitten in der Stadt. Sie eröffnete in der Hauptstraße 34, also im Herzen der Altstadt, am Montag ihre Pforten.

Darüber sind die Mieter freilich besonders froh, denn so sei man für Touristen und Herzogenauracher weiterhin bestens erreichbar und könne als "Schaltzentrale" (Veranstaltungsbüro) bei innerstädtischen Festen und Veranstaltungen ideal fungieren.

In der ehemaligen Bäckerei Lang in der Hauptstraße 34 sind, wie es in einer Pressemitteilung heißt, alle Voraussetzungen einer idealen Lage erfüllt: "Für Gäste der Stadt ist die Tourist-Info in der Hauptstraße eine zentrale und gut sichtbare Anlaufstelle. Gleiches gilt für Herzogenauracher Bürger, die die Tourist-Info in den letzten Jahren immer stärker frequentiert haben, um sich zum Beispiel über Freizeitangebote zu informieren oder Eintrittskarten für Veranstaltungen zu kaufen."

Neue Heimat ist ein historisches Gebäude: Der zweigeschossige Walmdachbau mit Aufzugsgaube und Fachwerkobergeschoss (alte Hausnummer 60) stammt im Kern aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, die Hausmadonna aus dem 19. Jahrhundert. Darüber informiert das Amt für Stadtmarketing in seiner Pressemitteilung ebenso wie über den Werdegang des Hauses als Bäckerei. "1769 kaufte Ratsherr Werner Lang das Haus in der Vorstadt mit Backfeuerrecht, das schon zuvor als Bäckerei genutzt wurde." Seitdem ist es im Besitz der Bäckerfamilie Lang. Im Februar 2015 schloss die Bäckerei, und die Räume blieben zunächst leer.

Dann aber gab es die Nachfrage der Stadt. Für Franz-Josef Lang, den Chef der Bäckerei, der seinen Beruf stets mit viel Herzblut ausübte, war das die beste Lösung. Mit der jetzigen Nutzung habe man eine gute Lösung für die Familie, für die Herzogenauracher und für die Stadt erreicht. Wichtig sei für das Ehepaar gewesen, dass sich auch die Mieter wohlfühlen. Und das ist offenbar bestens gelungen.

Für Judith Jochmann ist das auch ein positives Beispiel dafür, wie man einen Leerstand neu beleben und wie eine Nachmietung funktionieren kann. Um diese Nachnutzung zu ermöglichen, habe die Familie Lang hochwertige Renovierungs- und Umbauarbeiten durchführen lassen, berichtet Jochmann.

Neben lokalen und regionalen Informationsmaterialien steht eine Auswahl an Herzogenaurach-Souvenirs zum Verkauf bereit, und es können Tickets erworben werden. Selbstverständlich werde es auch die persönliche Beratung zu allen Fragen rund um Herzogenaurach und die Metropolregion Nürnberg geben, heißt es. Die Stelle ist von Montag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr sowie zu diversen Veranstaltungen auch samstags und sonntags geöffnet.