Im Altendorfer Gemeinderat informierte Bürgermeister Karl-Heinz Wagner (CSU) ausführlich über die aktuellen Planungen zum viergleisigen Bahnausbau im Abschnitt VDE 8.1.1., PFA Altendorf-Hirschaid-Strullendorf und hier insbesondere für den Bereich der Gemeinde Altendorf.

Aufgrund des neuen Gesetzes zur weiteren Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Verkehrsbereich ist auch das Eisenbahnkreuzungsgesetz geändert worden. Bei kommunalen Straßen trägt demnach der Bund die Hälfte, die Bahn ein Drittel und das Land ein Sechstel der Kosten.

Die Brückenunterführung Jurastraße ist von der Änderung nicht betroffen, da es sich um eine Staatsstraße handelt. Betroffen ist jedoch die Ersatzmaßnahme Industriestraße. Eine Kostenübernahme der Gemeinde für den Bau der St 2260 (neu) und der Anbindung an die Brücknerstraße als Ersatzmaßnahme entfällt daher.

So ist unter diesen geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen eine neue Kreuzungsvereinbarung abzuschließen, die die alte Kreuzungsvereinbarung von 2017 ersetzt. Alle nicht kreuzungsbedingten Kosten, so die Aufweitung der Unterführung als Fuß- und Radweg zu einer Pkw-tauglichen Unterführung nebst dazu gehörenden weiteren Anpassungsänderungen im Bereich der Unterführung Jurastraße, beziffern sich nach aktualisierter Kostenschätzung auf nunmehr knapp zwei Millionen Euro (Stand 2020). Dies waren in der alten Kreuzungsvereinbarung 1 538 510 Euro (Stand der Kostenschätzung 2011). Diese nicht kreuzungsbedingten Kosten sind von der Gemeinde Altendorf vollständig zu übernehmen. Der (vorläufige) Betrag zur Ablösung der durch die Aufweitung höheren Unterhalts- und Betriebskosten für die DB Netz AG beziffert sich auf 57 800 Euro netto.

Grünes Licht für große Lösung

Hiervon unabhängig sind Kosten durch die Änderung der Planungen von der sogenannten "kleinen Lösung" der DB Netz AG auf die "große Lösung" der Gemeinde Altendorf gemäß Planungsvereinbarung von 291 000 Euro netto und weitere Kosten für die Änderung dieser Planungen nach Auslegung der Planfeststellungsunterlagen in 2018 durch Einwendungen der Anlieger von 48 751 Euro netto zu Lasten der Gemeinde entstanden. Der Gemeinderat stimmte dann letztendlich der Vereinbarung über die Eisenbahnkreuzungsmaßnahme mit der "großen Lösung" über die Beseitigung des Bahnübergangs Jurastraße zu.

Der Gemeinderat hatte in einer früheren Sitzung beschlossen, die Straße "Im Elmen", im Rahmen der Bahn-Ausbaumaßnahmen als Gemeindestraße auszubauen und an die St 2260 (neu) anzubinden. Hierzu soll auf der St 2260 (neu) eine Linksabbiegespur errichtet werden. Die Planungsverantwortlichen der DB Netz AG hatten diese Planungsabsichten der Gemeinde Altendorf zunächst kategorisch abgelehnt. Erst nach Vermittlung durch die örtlich zuständigen Bundestags- und Landtagsabgeordneten, des Landrates, der Regierung von Oberfranken und des Staatlichen Straßenbauamtes hat sich die DB Netz AG bereit erklärt, die Umsetzung dieser Maßnahme in der Gesamtmaßnahme mit umzusetzen, wenn die Gemeinde Altendorf sämtliche notwendigen Planungen auf eigene Kosten übernimmt. Diese sind zu einem bestimmten Stichtag vollständig an die DB Netz AG zu übergeben. Die Planungen wurden bereits mit dem Landkreis Bamberg, dem Staatlichen Straßenbauamt und der Regierung von Oberfranken abgestimmt. Die Planungs- und Durchführungsvereinbarung wurde vom Gemeinderat gebilligt.

Im September geht es los

Bürgermeister Wagner wurde von der DB Netz AG die aktuelle Zeitplanung für die Umsetzungsmaßnahmen vor Ort mitgeteilt. Der Bauabschnitt für die Umfahrungssituation mit der Überführung und dem Ausbau der St 2260 (neu) ist geplant für den Zeitraum September 2021 bis April 2022. Der zu errichtende Kreisverkehr mit Anbindung an die St 2260 (neu) ist in diesem Zeitraum miteingeplant. Erst danach werden die Baumaßnahmen für die Unterführung in der Jurastraße begonnen. Der geplante Zeitrahmen hierfür ist April 2022 bis April 2024. Bevor dieser Bauabschnitt beginnen kann, muss seitens der Zweckverbände die Verlegung der Wasser- und Abwasserleitungen bzw. -kanäle bis September 2021 abgeschlossen sein. Die Anbindung der St 2260 (neu) an die A 73 ist laut Autobahndirektion ab 2022 mit eingetaktet. Diese soll im gleichen Zeitabschnitt mit dem Schallschutz und dem Ausbau des Standstreifens auf der A73 zu einer dritten Fahrspur umgesetzt werden.