Andreas Lösch

Es ist ein großes Projekt für eine kleine Gemeinde. Ein außergewöhnliches zudem, das überregionale Aufmerksamkeit auf die Kommune lenken könnte, wie Jochen Ramming erklärte, der am Donnerstagabend versuchte, den Breitbrunner Gemeinderat von dem Konzept eines Sandstein-Themenparks zu überzeugen. Was ihm auch gelingen sollte, allerdings nicht ohne Gegenworte.
Geplant ist, im sogenannten Kellerbruch unweit des westlichen Ortsausganges eine Erlebniswelt zu erschaffen, die die Geschichte des Sandsteinabbaus in der Region greifbar und, wie der Name sagt, erlebbar macht. Unter anderem soll in einer verlassenen Steinhauerhütte auf dem Gelände ein Bewirtungsmöglichkeit geschaffen werden, in der Nähe ein Kletterfels, eine Veranstaltungsbühne, ein Sandspielplatz, ein Schluchtenweg mit Aussichtsplattform usw.
Auch das bekannte Steingesicht des fiktiven Präsidenten Snow aus der "Tribute von Panem"-Reihe, das im vergangenen Jahr in einem nahe gelegenen Steinbruch für Filmaufnahmen geschaffen und gesprengt wurde, soll in dem Park thematisiert werden. Vor allem soll durch jährlich mehrere wechselnde Veranstaltungen dafür gesorgt werden, dass der Themenpark langfristig Besucher anlockt. Die Kosten bezifferte Ramming auf insgesamt rund 860 000 Euro, wobei die Gemeinde einen Anteil von etwa 120 000 Euro zu tragen hätte.


Unterstützung zugesagt

Wie Bürgermeisterin Gertrud Bühl (FW) erklärte, habe sie das Projekt in Landkreis-Kommunen und bei regionalen Institutionen vorgestellt, die ihre Unterstützung zugesagt hätten. Durch das Leader-Programm der Europäischen Union sei zudem eine hohe Förderung möglich. "Gelingt es, den Landkreis Bamberg einzubeziehen", könne die Leaderförderung sogar 70 statt 60 Prozent betragen, sagte Bühl. Der Geschäftsführer der "Bamberger Natursteinwerke Graser", Martin Graser, stellt sich als dauerhafter Projektpartner zur Verfügung. Ihm gehört das Steinbruchgelände, das er der Gemeinde für den symbolischen Wert von einem Euro verkaufen oder verpachten würde.
Im Grunde genommen war keiner der Gemeinderäte komplett gegen das Projekt, vielmehr hinterfragten einige Gremiumsmitglieder die (langfristige) Machbarkeit des Vorhabens. Denn: Die Leaderförderung wird nur möglich, wenn das Projekt mindestens zwölf Jahre läuft. Die Gemeinde will dafür den eigenen Plänen nach einen Förderverein gründen, der sich um den Betrieb der Anlage kümmert und Veranstaltungen organisiert und unterstützt.
Die laufenden Kosten für die Gemeinde wurden von Jochen Ramming auf rund 4000 Euro jährlich geschätzt, was einige Gemeinderäte bezweifelten. Michael Geiling (CSU), sagte, die Pflege und Instandhaltung der Flächen und Bereiche dürfte weitaus höher ausfallen als angesetzt, er rechne nach eigenen Schätzungen mit rund 30 000 Euro jährlichen Betriebskosten.


Bevölkerung abstimmen lassen?

Auf zwölf Jahre gerechnet, sei das schon eine andere Hausnummer, auch wenn Teile der Kosten durch Veranstaltungen gedeckt werden könnten.
Ähnlich skeptisch ob der Betriebskosten äußerten sich Georg Kundmüller (UK), Christine Kuchenmeister (CSU) und Michael Lang (UK). Da die Gemeinde, beziehungsweise der noch zu gründende Förderverein seine Arbeit nur mit Unterstützung der Bevölkerung aufnehmen könne, sprachen sich Kuchenmeister und Lang dafür aus, die Breitbrunner direkt über das Projekt abstimmen zu lassen. Das lehnte der Gemeinderat jedoch ab.
Bei der anschließenden Beschlussfassung zum Kellerbruch wurde die "Erlebniswelt fränkischer Sandstein" von sieben Gemeinderäten befürwortet. Die vier Skeptiker ob der Betriebskosten stimmten mit nein. Vorbehaltlich der Förderzusage aller Finanzgeber wird die Gemeinde Breitbrunn also der Projektträger der Sandstein-Erlebniswelt.